Meine Woche

Meine Wahl würde auf Martin Schwalb fallen

Dennis Graeve (42) ist Assistent von Trainer ­Andreas Szwalkiewicz beim Handball-Oberligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Der Justizfachwirt ist verheiratet mit Sarah ­Graeve.
06.02.2018, 16:05
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Meine Wahl würde auf Martin Schwalb fallen

Meine Woche

frei

Mittwoch, 31. Januar: Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Im Wohnzimmer warten schon ­meine Frau Sarah und Ben, unser zweieinhalbjähriger Golden Retriever, auf mich. Ich lege Ben das Leuchthalsband um, nehme seine Leine und laufe mit ihm los. Die Ruhe gegen 5.30 Uhr ist sehr entspannend. Nach rund 30 Minuten sind wir wieder zu Hause. Ich verabschiede mich von meiner Frau. Unsere Tochter Pia ist zu diesem Zeitpunkt noch im Land ihrer Träume. Kurz nach 6 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Dienst. Dort starte ich den PC und werfe einen kurzen Blick ins E-Mail-Postfach. Ich gönne mir auch meinen ersten Becher Kaffee. Seit gut einem Jahr arbeite ich jetzt an einem Projekt in der niedersächsischen Justiz. Am frühen Vormittag nehme ich Kontakt zu unserem Coach Andreas „Andi“ Szwalkiewicz auf. Ich frage nach, wie die Einheit gestern gelaufen ist. Unser Team hat die Begegnung gegen die SG HC Bremen/Hastedt mittels Video aufgearbeitet. Gegen 15.15 Uhr verlasse ich das Büro und fahre nach Hause, wo ich mir Ben schnappe und mit dem ­Buggy Pia aus der Krippe abhole. Die Krippe ist rund 800 Meter von unserem Einfamilienhaus im schönen Oldenburg-Bürgerfelde entfernt. Meine Tochter kommt freudestrahlend auf mich zu. Ich genieße jede Minute mit ihr. Gemeinsam begeben wir uns mit Ben dann auf einen einstündigen Spaziergang. Es ist sehr schön, die Zeit mit den beiden in der Natur zu genießen. Am späten Nachmittag kommt dann auch meine Frau nach Hause. Gegen 18 Uhr bringen wir Pia ins Bett, die wie fast jede Nacht durchschläft. Meine Frau und ich beenden den Abend mit zwei Folgen der Serie „Die Sopranos“ gemütlich auf der Couch.


Donnerstag, 1. Februar:
Ich habe das Glück, etwas später aufstehen zu können, da ­meine Frau zwei Tage frei hat. Andreas und ich sind mit einem Spieler, den wir gerne für die kommende Spielzeit verpflichten möchten, zum Mittagessen im Restaurant „Schwan“ in Oldenburg verabredet. Das ­Gespräch verläuft sehr gut. Wir haben uns darauf verständigt, uns in zwei bis drei ­Wochen erneut auszutauschen. Zu Hause schaue ich mir das jüngste Spiel unseres kommenden Gegners TSV Bremervörde auf dem I-Pad an. Heute muss ich etwas früher zum Training, da „Andi“ und ich ein Gespräch mit unserem Spieler Marc Blum führen, den wir unbedingt halten möchten. Ich treffe mich gegen 19 Uhr mit „Andi“ in ­Dalsper. Dann fahren wir gemeinsam zum Training. Der Fokus liegt natürlich auf dem Heimspiel am Sonntag gegen Bremervörde. Mit einem Sieg könnten wir an dieser Mannschaft vorbeiziehen und endgültig den Anschluss ans Mittelfeld wiederherstellen. Auch wenn unsere Situation gerade nicht einfach ist, können wir jede Mannschaft schlagen. Wir sprechen eine Dreiviertel­stunde mit Marc Blum und gehen auch hier mit einem positiven Gefühl raus. Das Training verläuft gut. „Andi“ beendet das Training mit einer Ansprache für das Punktspiel. Wir sind uns sicher, dass wir die Klasse halten werden.


Freitag, 2. Februar:
Mein Wochenende beginnt gegen 12 Uhr. Ich bin mit Sarah und meiner Schwiegermutter Herma Graeve zum Mittagessen im Restaurant „Sparta“ in Metjendorf verabredet. Mein Schwiegervater genießt derweil seinen gut vierwöchigen Urlaub in Patagonien. Am Abend schaue ich mir das All-Star-Handballspiel im Fern­sehen an, das die internationale Bundesliga-Auswahl mit 43:39 gegen das DHB-Team gewinnt. Alle beschäftigt aber das Thema Christian Prokop. Diese Personalie sollte zügig geklärt werden, um den Fokus möglichst schnell auf das nächste große Turnier zu legen. Ich gebe zu, dass ich kein Freund des aktuellen Bundestrainers bin. Wenn ich den nächsten Bundestrainer auswählen dürfte, würde meine Wahl auf Martin Schwalb fallen. Das ist ein Trainer mit Charisma, Ausstrahlung und Erfahrung. All diese Punkte vermisse ich bei Christian Prokop, unabhängig von seinen fachlichen Qualitäten.


Sonnabend, 3. Februar:
Der Tag beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück gegen 7 Uhr. Ich fahre mit Ben zum Bornhorster See und gehe eineinhalb Stunden mit ihm spazieren. Unsere Tochter Pia macht einen nicht so gesunden Eindruck. Sie hustet und hat Schnupfen. Die geplante Kohltour mit meinen ehemaligen Mitbewohnern aus Moorhausen fällt für mich leider aus. Ich sage unserer Babysitterin Elisa Götze für diesen Tag ab und kümmere mich selbst um unsere Tochter. Meine Frau nimmt aber an der Kohltour teil. Am späten Nachmittag drehe ich noch eine Runde mit Pia und Ben durch den Bürgerbusch. Parallel schaue ich, wie es bei Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga läuft. Ich stehe zu meinem Verein, in guten wie in schlechten Zeiten. Ich freue mich für Werder über einen 2:1-Auswärtssieg auf „Schalke“. Auf der Couch schaue ich mir dann die Zusammenfassung des Spieltags auf Sky an. Gegen 23 Uhr kommt meine Frau sichtlich kaputt und müde nach Hause – ­Sarah ist zur neuen Kohlkönigin ernannt worden.


Sonntag, 4. Februar:
Das Heimspiel gegen den TSV Bremervörde ist allgegenwärtig. Ich tausche kurz mit „Andi“ ein paar Nachrichten aus und verlasse gegen 14 Uhr das Haus, um mich mit ihm zu treffen. Um 15.30 Uhr machen wir uns mit der Mannschaft zu einem kurzen Spaziergang auf. Dann sprechen wir die taktische Marschroute an und schwören uns auf die kommenden 60 Minu­ten ein. Sehr zu meiner Freude ist die ­Halle sehr gut gefüllt. Wir kommen gut in die Partie und führen immer wieder mit ein bis zwei Toren, schaffen es aber leider nicht uns weiter abzusetzen. Nach der Pause geraten wir mit drei Toren in Rückstand. Aber die Mannschaft zieht sich wieder selbst raus, weil sie seit ein paar Wochen eine komplett andere Körpersprache hat. Mit tollen 20 Minuten in der zweiten Halbzeit gewinnen wir am Ende auch in der Höhe verdient mit 31:23. Auf dem Weg nach Hause sind das Lächeln im Gesicht und die Freude über den ersten Heimsieg bei „Andi“ und mir nicht zu übersehen.


Montag, 5. Februar:
Gegen 6.20 Uhr bin ich im Büro und lese den Artikel zum gestrigen Spiel. „Andi“ und ich tauschen erneut ein paar Nachrichten aus. Da wir am Freitag erneut spielen, ist heute trainingsfrei, um die Belastung nach dem kraftraubenden Spiel von gestern etwas herunterzufahren. Ich hole Pia am Nachmittag aus der Krippe ab und gehe mit ihr spazieren. Nach dem Abendbrot spreche ich mit Sarah über die Gestaltung unseres Gartens und darüber, wie wir das Badezimmer und das Gäste-WC ausstatten möchten.


Dienstag, 6. Februar:
Es ist schön, den Tag ohne irgendwelche Vorhaben zu beginnen. Am Abend geht meine Frau zum Sport. Ich bringe Pia ins Bett und raufe ein bisschen mit Ben. Im Fernsehen läuft nicht wirklich etwas Interessantes. Ich schaue daher im Internet nach Fliesen und Badezimmerzubehör. Um 20.45 Uhr gucke ich mir dann das DFB-Pokalspiel von Werder Bremen bei ­Bayer Leverkusen an.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+