Werders weiblicher Handball-Nachwuchs kassiert vier Niederlagen in vier Spielen Miese „englische“ Woche

Östliche Vorstadt. Vier Spiele, vier Niederlagen: so etwas hat bei der älteren Handball-Jugend des SV Werder Bremen in der Oberliga absoluten Seltenheitswert. Bei der erlebten sowohl die A- als auch die Mädchen solch eine unerfreuliche „englische“ Woche.
21.03.2019, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Östliche Vorstadt. Vier Spiele, vier Niederlagen: so etwas hat bei der älteren Handball-Jugend des SV Werder Bremen in der Oberliga absoluten Seltenheitswert. Bei der erlebten sowohl die A- als auch die Mädchen solch eine unerfreuliche „englische“ Woche. Ihre Gegner waren allerdings auch bis auf eine Ausnahme die Top-Teams der Klasse.

Die weibliche A-Jugend machte es zu Hause im Spitzenspiel gegen den Tabellenführer BV Garrel lange Zeit spannend, ehe ihre 26:33 (15:15)-Niederlage besiegelt war. Für die Grün-Weißen sah es nach 20 Minuten alles andere als gut aus, als sich die Niedersachsen nach dem 3:3 klar auf 14:7 absetzten. Danach standen die Gastgeberinnen in der Abwehr besser und packten aufmerksamer zu, sodass sie den Spitzenreiter mit einem starken 8:1-Lauf wieder ins Schwitzen brachten. Bei ihnen hatten in der stärksten Drangphase Isabel Schengalz, Kathleen Hertes (3), Lisa Harjes und Naomi Conze mit sechs Treffern am Stück für den deutlich entspannenderen 15:15-Halbzeitstand gesorgt.

Absolut spannend ging das Duell auch im zweiten Abschnitt weiter, das bis zum 25:26 von Hanna Ferber-Rahnhöfer auf des Messers Schneide stand (51.). Als sich Werders Talente in der entscheidenden Phase zu einfache Ballverluste erlaubten und sich dadurch einige Tempogegenstöße einfingen, nutzte der BV Garrel die Gunst der Stunde zum erfolgreichen 33:26-Endstand. „Unsere Niederlage ist zu hoch ausgefallen und spiegelt nicht den tatsächlichen Spielverlauf wider“, meinte der SVW-Trainer Dominic Buttig.

Die Grün-Weißen hatten damit ihre Chance auf die Meisterschaft verspielt. Ihr Minimalziel, Platz vier, war aber längst schon erfolgreich eingetütet, der sie zur Teilnahme an der Bundesliga Aufstiegsrunde berechtigt. Deshalb verzichteten sie bei ihrer anschließenden 29:33 (13:15)-Niederlage beim TV Hannover-Badenstedt auf den Einsatz ihrer beiden Nationalspielerinnen Hanna Ferber-Rahnhöfer und Naomi Conze, für die es einen Tag später zum DHB-Lehrgang mit zwei Länderspielen gegen Frankreich ging.

„Wir haben das Spiel genutzt, um die Ausbildung mehr in den Fokus zu setzen“, erklärte Dominic Buttig. Er räumte in dieser Begegnung vor allem den B-Jugendlichen Amelie Standke, Eske Dörgeloh, Tony Schluroff und Marlene Hohmann viele Spielanteile ein. Der SV Werder fiel nach dem 15:16 von Kathleen Hertes vorentscheidend auf 15:21 zurück (36.) und holte diesen Rückstand nicht mehr auf. Einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag traf die Linksaußen Luca Emilie Bösert dreimal ins Schwarze. Das Buttig-Team steht mit 10:8 Punkten auf dem dritten Rang und empfängt am Sonnabend um 15.30 Uhr das Schlusslicht HSG Osnabrück zum letzten Saisonspiel in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle.

SV Werder Bremen: Hohmann, Gärdes; R. Engel, Harjes (2), Dörgeloh (2), Conze (7/1), Seidel (5/1), Hertes (14/4), Standke, Majewski (3), Schengalz (5), Schluroff (4), Bösert (4), Ferber-Rahnhöfer (4), Pods (5/1).

Der weiblichen B-Jugend des SV Werder Bremen macht zurzeit das Verletzungspech zu schaffen. Sie musste bei der 11:39-Klatsche beim Spitzenreiter VfL Oldenburg mit ihrer Nationalspielerin Nina Engel und Alicia Rißland auf zwei wichtige Stammspielerinnen verzichten. Dadurch konnten die Gäste den Huntestädterinnen nicht ihre gewohnte Schlagkraft entgegensetzen. „Es hat von Anfang an nichts gepasst“, stellte Werders Trainerin Carolin Pleß fest. Der designierte Meister profitierte von den Bremer Fehlern und schloss bis zum 20:5-Pausenstand einen erfolgreichen Konter nach dem anderen ab. „Insgesamt hatten wir gegen den VfL zu wenig Mut und zu wenig Lösung“, bedauerte „Caro“ Pleß.

Beim TV Hannover-Badenstedt fehlte den Werder-Talenten auch noch Amelie Mackowiak, sodass es für das krankheitsbedingt ohnehin schon angeschlagene Team nicht nur bei der 18:19 (7:9)-Niederlage vom Ergebnis her sehr eng wurde. Die Grün-Weißen liefen den Niedersachsen von Anfang an einem Rückstand hinterher und hatten dabei vor allem Defizite beim Torabschluss. Da ihre Abwehr außerdem nicht als Verband agierte, lagen sie zur Pause mit 7:9 zurück.

Nach dem Wiederanpfiff kämpften sich die Gäste an den Rivalen heran und konnten das Blatt durch vier Tore in Folge von Jasmin Jarocki, Amelie Standke, Eske Dörgeloh und Tony Schluroff zur ersten Führung im gesamten Spiel wenden (18:17). Die brachte der SV Werder aber nicht über die Ziellinie, da er anschließend zwei falsche Entscheidungen traf. Die Strafe folgte auf dem Fuße, da Badenstedt neun Sekunden vor dem Abpfiff aus dem Rückraum zum alles entscheidenden 19:18-Erfolg traf. „Das hätten wir cleverer verteidigen müssen“, urteilte Carolin Pleß. Ihre Mannschaft ist aber auch mittlerweile durch die vielen Spiele in der Woche und die weiteren Doppelbelastungen entsprechend geschlaucht. In der Tabelle rutschten die Grün-Weißen mit 6:10 Punkten auf den vorletzten Platz ab. Am Sonntag müssen sie um 15.30 Uhr beim punktlosen Schlusslicht SG Neuenhaus/Uelsen ran. „Da wollen wir etwas Zählbares mitnehmen“, sagt Carolin Pleß.

SV Werder Bremen: Hohmann, Hinrichs; Mosel (3), Dörgeloh (3), Budde (2), L. Mackowiak (1), Ließmann, Standke (3/1), Schmiemann (2), Schiffler, Behrens (1), Schluroff (7), Jarocki (4), Wehlau (1), A. Mackowiak (2).

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