TSV Bramstedt Mission Klassenerhalt

Jan Lehmkuhl ist zurück beim TSV Bramstedt. Nicht als Spieler, sondern als Trainer, möchte er der Mannschaft bis zum Ende der Saison frischen Wind einhauchen – und den Fußball modernisieren.
28.02.2019, 18:36
Lesedauer: 3 Min
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Mission Klassenerhalt
Von Nastassja Nadolska

Bramstedt. Rollenwechsel für Jan Lehmkuhl: In der Hinrunde stand er für den Fußball-Kreisligisten TSV Bramstedt dreimal als Spieler auf dem Feld, ehe er sich das Kreuzband riss. Nach einer langen Genesungspause ist er wieder zurück – und zwar als neuer Coach der Bramstedter. Vor knapp zwei Wochen hat er die Übungsleitung übernommen und wird an diesem Freitag sein Pflichtspieldebüt gegen den TuS St. Hülfe-Heede geben. „Der Verein suchte eine interne Lösung und da fiel ganz schnell mein Name. Ich habe nicht gezögert und sofort ja gesagt“, erzählt der 28-Jährige.

Bis zum Ende der Saison wird er seinen Bramstedtern als Trainer zur Verfügung stehen und versuchen, die bisher schlechteste Hinrunde des TSV, seitdem Lehmkuhl im Verein ist, noch irgendwie zu retten. Mit 14 Punkten stehen die Bramstedter in der Tabelle auf Rang 14 und haben bisher davon profitiert, dass die TSG Osterholz-Gödestorf (drei Punkte) und der TSV Ristedt (einen Punkt) sich aus dem Keller nicht befreien konnten. Dass es in der Rückrunde genauso laufen könnte, darauf möchte sich Lehmkuhl nicht verlassen. „Wir schauen in erster Linie auf uns und werden alles dafür tun, nicht abzusteigen“, sagt der TSV-Coach, der im Alter von sieben Jahren seine Laufbahn als Fußballer beim TSV Bassum startete. Dabei durchlief er alle Stationen im Jugendbereich und lief auch in der Bezirksliga für die erste Herrenmannschaft, damals unter der Leitung von Frank Fischer, auf. 2015 wendete er sich vom TSV Bassum ab und schloss sich dem TSV Bramstedt an. „Viele Freunde von mir spielten dort. Deswegen bin ich dahin gewechselt“, begründet Lehmkuhl seine damalige Entscheidung. Dass er von da an für die Kreisliga auflief, störte ihn nicht. „Das war überhaupt nicht schlimm für mich. Diesen Schritt habe ich nie bereut“, betont er.

Neben seiner Tätigkeit als aktiver Spieler widmete er sich im Alter von 20 Jahren dem Trainerdasein und übernahm beim TSV Bassum zunächst die F-Junioren. „Eine überragende Truppe“, wie er sagt. Über viele Jahre stand er sowohl als Spieler und Trainer auf dem Platz, bis er 2016 als aktiver Fußballer etwas kürzer trat. „Beruflich hat es noch ganz gut gepasst. Dennoch wurde mir der Aufwand irgendwann zu groß“, berichtet Lehmkuhl, der beruflich für den Landkreis Diepholz tätig ist. Als Backup stand er seinen Bramstedtern zwar noch zur Verfügung, „doch irgendwann stand ich öfter auf dem Feld als geplant.“ Nach dem Kreuzbandriss zu Beginn der Hinrunde war für den 28-Jährigen dann endgültig Schluss.

Während der Genesung kümmerte er sich weiterhin um die C-Jugend des TSV Bassum. „Ich wollte die Jungs nicht im Stich lassen“, betont Lehmkuhl, der Mitte Februar zusätzlich in die Fußstapfen des ehemaligen Bramstedter Trainers Sascha Feldt trat. „Eine absolute Ausnahmesituation“, wie der 28-Jährige sagt. Als ehemaliger Spieler kennt er die Mannschaft gut und weiß, wie die Jungs ticken. Dennoch habe er vor seiner Übernahme etwas klar gestellt: „Die Spieler müssen mir respektvoll gegenübertreten. Gerade weil ich mit vielen Spielern befreundet bin und einige wesentlich älter sind als ich, gehörte dies zu den wichtigsten Voraussetzungen.“

Vier Trainingseinheiten hat Lehmkuhl gemeinsam mit seinem Co-Trainer Jens Meyer bereits geleitet und konnte bisher nur positive Erkenntnisse ziehen. „Die Jungs sind gewillt, den Bock umzustoßen.“ Doch aus spielerischer Sicht habe sein Team noch einiges aufzuholen. „Ich muss die typische Bramstedter Spielweise, sprich den Ball lang nach vorne schlagen und hoffen, dass was passiert, aus den Köpfen der Spieler rausbekommen“, berichtet Lehmkuhl. Mit einer Mischung aus Tiki-Taka à la Pep Guardiola und Vollgasfußball à la Jürgen Klopp möchte er den Fußball in Bramstedt verändern. „Die Umsetzung ist mit Sicherheit schwierig, aber wenn wir das im Ansatz irgendwie durchsetzen können, wäre das schon super“, sagt der TSV-Coach leicht schmunzelnd.

Mit Spielern wie Dominik Schröder und Julio-César Martin Hinze, die in anderen Ligen schon Erfahrungen gesammelt haben, könne dieses Vorhaben aus Sicht des Trainers umgesetzt werden. „Drei Monate reichen allerdings nicht dafür“, weiß Lehmkuhl, der im Sommer sein Amt sowohl in Bramstedt bei den Herren als auch in Bassum bei den C-Junioren niederlegen wird. „Ich werde mich einer neuen Aufgabe widmen. Welche Mannschaft es sein wird, kann ich aber noch nicht verraten“, sagt Jan Lehmkuhl.

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