Fußball-Bezirksliga Mission Meisterschaft

Eine Woche dauert es noch, dann steigen der VfL Wildeshausen, FC Hude, VfL Stenum und SV Baris Delmenhorst in das Pflichtspieljahr 2019 ein. Der SV Tur Abdin muss sich noch eine Woche gedulden. Eine Vorschau.
15.02.2019, 16:39
Lesedauer: 5 Min
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Von Michael Kerzel und Nico Nadig

Lange mussten Fans auf Amateurfußball verzichten, doch das Warten hat bald ein Ende: In einer Woche steigen die meisten der hiesigen Teams aus der Bezirksliga in die zweite Saisonhälfte ein. Und während es für vier unserer fünf Mannschaften vor allem darum geht, sich weiterzuentwickeln und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln, steht für eine noch viel auf dem Spiel: Der VfL Wildeshausen startet als Tabellenführer in die zweite Halbserie und hat somit gute Chancen auf den Titel und Landesliga-Aufstieg. In Abstiegsgefahr sollte unterdessen keines unserer Teams mehr geraten.

VfL Wildeshausen

Als Tabellenführer starten die Krandelkicker mit der besten Ausgangslage in die zweite Saisonhälfte. Die Wörter Aufstieg und Meisterschaften vermeiden die Verantwortlichen aber gekonnt. „Wir wollen weiter oben mitspielen und die restlichen 13 Spiele allesamt gewinnen. Wir haben eine ambitionierte Truppe, in der alle Bock auf Fußball haben. Da ist es klar, dass wir jetzt am Ende nicht Dritter werden wollen“, sagt Patrick Meyer, Assistent von Chefcoach Marcel Bragula. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Halbserie haben die Krandelkicker jedenfalls gelegt – zumindest glaubt das Meyer. Hier und da seien zwar immer mal wieder Akteure krank oder verletzt ausgefallen, im Winter sei das aber keinesfalls außergewöhnlich. „Wir konnten unser Programm durchziehen. Nächste Woche sollten die meisten Spieler auch wieder fit sein, da sind wir ganz optimistisch“, sagt Meyer. Die Testspiele sind laut des Co-Trainers ebenfalls recht positiv verlaufen, denn „unsere Spieler waren immer auf der Höhe“. Auf der Höhe müssen die Krandelkicker auch sein, denn auf sie wartet gleich zum Auftakt eine ganz schwierige und richtungsweisende Aufgabe beim Tabellendritten WSC Frisia Wilhelmshaven.

FC Hude

Der Aufsteiger kann wohl getrost als die Überraschung der Hinrunde betitelt werden. Mit 29 gesammelten Punkten belegt die Elf von Trainer Lars Möhlenbrock den vierten Platz. Und obwohl die Liga im Mittelfeld äußerst ausgeglichen daherkommt – nur vier Zähler trennen den FCH vom Zehntplatzierten Tur Abdin –, ist es dem Aufsteiger zuzutrauen, den vierten Rang zu halten. Warum? Nun, die Möhlenbrock-Elf hat allein in der Hinrunde eine mehr als ordentliche spielerische und taktische Entwicklung hingelegt und nur selten wirklich schwache Partien abgeliefert. Zudem hat sich der FCH in der Winterpause mit Ninos Yousef von Tur Abdin verstärkt. Möhlenbrock erhofft sich von dieser Verpflichtung mehr Variabilität in der Offensive.

Was andere Teams dem Aufsteiger in Sachen Erfahrung und individueller Klasse manchmal noch voraushaben, macht der FC Hude mit seiner taktischen Disziplin und Einsatzfreude weitestgehend wett. So stellte er beispielsweise den Oberligisten SV Atlas Delmenhorst in einem Testspiel vor Probleme. Die Huder verloren die Partie schlussendlich zwar mit 0:5, ließen im ersten Durchgang jedoch nur ein Gegentor zu und kassierten überhaupt nur einen Treffer direkt aus dem Spiel heraus. „An den zweiten Bällen nach Standards müssen wir noch arbeiten, da zeigt sich aber eben auch die individuelle Klasse von Atlas. Ansonsten haben wir wenig zugelassen“, freute sich Möhlenbrock im Anschluss über die Leistung seiner Elf.

Er sieht seine Mannschaft voll im Soll, konditionelle seien die meisten Spieler auf einem guten Stand. „Dass einige Akteure noch Trainingsrückstand haben, ist normal. Wir sind ja auch ein Bezirksligist“, betonte Möhlenbrock und ergänzte: „Wir wollen auch Spaß haben und uns weiterentwickeln. Die Ergebnisse sind da erst mal zweitrangig.“ Gegen den vierten Platz in der Endabrechnung hätte er aber offensichtlich nichts einzuwenden.

VfL Stenum

Ebenso zum breiten Mittelfeld der Liga gehören die Kicker vom Kirchweg. Mit acht Siegen bei sechs Niederlagen belegen die Schützlinge von Trainer Thomas Baake Rang sieben. „Unser Ziel ist es, den einstelligen Tabellenplatz zu halten“, sagt Baake. Mit der Vorbereitung ist er nicht vollends zufrieden. „Sie war okay. Mehr nicht.“ Für Unzufriedenheit sorgte, dass gleich zwei Testspielgegner Partien aus personellen Gründen absagten. „Wir haben ein Konzept für die Vorbereitung und da hat jedes Spiel seinen Sinn“, erklärt er.

Kurzfristig reagierten die Stenumer, bauten mehrere Fitnesseinheiten ein, trainierten in der eigenen Halle und gingen auch mal in den Soccerpark. „Soccerpark ist just for fun. Ich halte da nicht so viel von, dann lieber Fitnesskurse besuchen oder nach draußen gehen“, meint Baake. Die Trainingsbeteiligung lag bei maximal zwölf Leuten, berichtet der Coach. „Das ist nicht top, aber die meisten sind jetzt auf einem guten Stand, andere brauchen dagegen noch 14 Tage“, fügt er hinzu.

Der Rückrundenspielplan der Stenumer ist ungewöhnlich. Acht Heimspielen stehen nur noch fünf Auswärtspartien gegenüber. Trotzdem muss der VfL zunächst zweimal auf fremden Plätzen ran: am kommenden Sonnabend bei BW Bümmerstede und zwei Wochen später beim TuS Eversten. Von Mitte April bis Ende Mai treten die Baake-Mannen sechsmal in Folge zu Hause an, bevor die Saison dann auswärts endet. Zudem kommen viele attraktive Gegner an den Kirchweg, unter anderem die Wilhelmshavener Teams SV und Frisia sowie die Nachbarn des VfL Wildeshausen, FC Hude und SV Baris Delmenhorst.

SV Baris Delmenhorst

Derzeit befindet sich ein großer Teil des Kaders samt Trainerstab im türkischen Antalya. Doch Urlaub machen die Mannen von Trainer Önder Caki dort nicht. „Es sind drei Trainingseinheiten pro Tag angesetzt: Morgens gibt es einen Strandlauf und im Laufe des Tages zwei Einheiten“, erklärt Teammanager Baris Caki. Bis zum Trainingslager verlief die Vorbereitung eher durchwachsen: Alle Vorbereitungsspiele fielen aus. „Aber dafür läuft im Trainingslager alles glatt“, sagt Baris Caki. Dort gewannen die Delmenhorster an diesem Freitag mit 5:4 gegen den Hessenligisten PSV Vatanspor Bad Homburg.

„Önder hat berichtet, dass die Leistung im Großen und Ganzen gut war. Bad Homburg hatte etwa Landesliganiveau“, berichtet Baris Caki, der selbst nicht in der Türkei weilt, aber täglich mit seinem Trainer kommuniziert. „Önder probiert vor Ort einiges und setzt Spieler auf verschiedenen Positionen ein“, erzählt der Teammanager. Die Ziele in der Rückrunde sind eindeutig: „Wir wollen möglichst schnell genug Punkte sammeln, um den Klassenerhalt zu sichern“, sagt Baris Caki.

In der Hinrunde habe man gesehen, dass Baris jeden Gegner schlagen könne. „Aber es kann in dieser Liga ohnehin fast jeder jeden besiegen“, meint er. Ist der Klassenerhalt klar, sei Zeit für Experimente. „Mit Sicherheit würden wir dann verschiedene Dinge ausprobieren, aber noch mal: Wir müssen erst mal genug Punkte holen.“

Im vergangenen Jahr verlief die Hinrunde ähnlich wie dieses Mal, in der Rückrunde punktete Baris kaum noch. „Normalerweise sind wir in der Rückrunde stärker. Wir haben das letzte Saison analysiert und sind zur Erkenntnis gekommen, dass das Trainingslager ein wichtiger Bestandteil ist. Vergangenes Jahr haben wir das nicht gemacht, die Jahre davor schon und jetzt eben auch wieder. Da verspreche ich mir viel von“, sagt der Teammanager. In einer so intensiven Woche könne die Mannschaft viel Kraft sammeln, Kondition aufbauen, an der Taktik arbeiten und zudem das Mannschaftsgefüge stärken.

SV Tur Abdin Delmenhorst

Die Aramäer steigen in das Pflichtspieljahr 2019 erst am 3. März auf dem unbeliebten Teppich des TSV Abbehausen ein. „Da sehen wir meistens nicht so gut aus, aber das geht ja fast allen so auf dem Boden, den die Abbehauser dann auch noch wässern“, blickt Teammanager Isa Tezel voraus.

Wenn es in 14 Tagen losgeht, hat Abdin sechs Wochen Vorbereitung hinter sich. „Das war trainigsmäßig schon okay bisher. Wir trainieren zweimal pro Woche in Bremen auf Kunstrasen und dazu einmal hier. Entweder im Fitnessbereich oder, wenn die Plätze frei sind, mit dem Ball“, berichtet Tezel. Von seinem neuen Trainer Edgar Kary hat er einen sehr guten Eindruck. „Und ich bin bei fast jeder Trainingseinheit dabei. Er hat eine gute Ansprache, die Spieler ziehen mit, und im taktischen Bereich hat er gute Ideen und setzt viel davon um“, lobt Tezel.

Das Hauptaugenmerk liegt nach der für die Qualität des Kaders schwachen Hinserie (Platz zehn, 25 Punkte) darauf, Konstanz in die Leistungen zu bringen. „Wir müssen mal ein paar Spiele am Stück gewinnen und gerade gegen die Teams von unten dreifach punkten“, sagt der Teammanager.

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