Werders U 23 leistet sich in Kiel fatale Auszeiten – und verliert ihr erstes Spiel unter Trainer Kohfeldt mit 1:3 Missratene Premiere

Kiel. Der Gegner war stark, stärker als die eigene Mannschaft. Also blieb Florian Kohfeldt bei seiner Premiere auf der Bank von Werders U 23 nichts anderes übrig, als die Leistung von Holstein Kiel anzuerkennen.
16.10.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Freye

Kiel. Der Gegner war stark, stärker als die eigene Mannschaft. Also blieb Florian Kohfeldt bei seiner Premiere auf der Bank von Werders U 23 nichts anderes übrig, als die Leistung von Holstein Kiel anzuerkennen. „Alles in allem ein verdienter Sieg“, meinte der Trainer, dessen Team gerade 1:3 (1:1) verloren hatte. Dabei fand Kohfeldt seine U 23 nicht einmal so schlecht. Die Bremer hatten ja ihre Spielanteile gehabt und auch die ein oder andere Torchance besessen. Unter dem Strich reichte das aber nicht aus, um den doch recht souveränen Gastgeber in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen.

Zudem gestattete sich der Gast zwei mehr oder weniger krasse Auszeiten, die das Spiel am Ende wesentlich beeinflussen sollten – und zwar jeweils zu Beginn beider Halbzeiten. Zunächst war Werder offenbar noch nicht sortiert, als der Gastgeber mit seiner ersten Torchance den ersten Treffer erzielte: Tim Siedschlag flankte von der rechten Seite, und in der Mitte durfte Kingsley Schindler ziemlich unbedrängt ins Bremer Tor einköpfen. Ganz ähnlich verlief der Beginn des zweiten Durchgangs. Gleich mehrere Bremer hatten die Gelegenheit, Dominick Drexler am Torschuss zu hindern. Doch das gelang keinem Abwehrspieler. Stattdessen zog der Kieler aus 14 Metern ab und brachte die Störche wieder in Führung. „Wir haben Kiel nicht viel angeboten – aber das haben sie eiskalt ausgenutzt“, kommentierte Kohfeldt die beiden ersten Gegentreffer.

Der zweite war dabei besonders ärgerlich, da sich Werder zuvor in einer aussichtsreichen Kontersituation befunden hatte, die durch einen einfachen Ballverlust beendet wurde. Statt die mögliche Führung zu erzielen, musste die U 23 also wieder einem Rückstand hinterher laufen. Der Effekt des zwischenzeitlich Ausgleichs, erzielt von Mohamed Aidara nach toller Einzelaktion, war zu Beginn des zweiten Durchgangs also verpufft. Dabei waren die Bremer mit einem verdienten 1:1 in die Pause gegangen – denn nach rund 20 schwachen Minuten hatten sie ins Spiel gefunden und zumindest für ausgeglichene Verhältnisse gesorgt. „Wir haben ein bisschen umgestellt und Kiel vor Probleme gestellt. Der Ausgleich war absolut verdient“, fand Kohfeldt.

Der Trainer musste aber auch einräumen, dass der erneute Rückstand schon vorentscheidenden Charakter hatte. Denn nach dem zweiten Kieler Treffer hatte Werder nicht mehr zu seinem Spiel gefunden, trat angesichts der drohenden Niederlage zerfahrenen auf. „Das ist wohl typisch für eine U 23 – aber ohne Ruhe im Spiel können wir nicht gewinnen“, sagte Kohfeldt. Es konnte jedenfalls nicht überraschen, dass der Gastgeber nach einer weiteren Chance für Dominick Drexler (71.) kurz vor Schluss noch einmal traf. Diesmal verwandelte Steven Lawerenz eine Flanke vom starken Kingsley Schindler zur Entscheidung.

Dass Kohfeldt „natürlich enttäuscht“ war angesichts der missratenen Premiere, konnte nicht verwundern. Aber er wies auch auf zahlreiche positive Aspekte hin: „Ich kann der Mannschaft in Puncto Einsatz und Willen keinen Vorwurf machen.“ Man könne durchaus aufbauen auf dieses Spiel. Kohfeldt: „Wir werden uns weiter entwickeln und dann unsere Ziele erreichen.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+