TV Rot-Weiß ehrt Günter Tonne

Mit 82 Jahren immer noch am Ball

Bremen. Seine Tenniskarriere begann sozusagen auf klassische Art: „Ich habe im Tennis als Balljunge angefangen“, erzählt Günter Tonne. Das ist inzwischen 71 Jahre her und hatte viel damit zu tun, dass die Familie Tonne 1948 gerade nach Bremen gezogen war.
28.03.2019, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Heinz Fricke

Bremen. Seine Tenniskarriere begann sozusagen auf klassische Art: „Ich habe im Tennis als Balljunge angefangen“, erzählt Günter Tonne. Das ist inzwischen 71 Jahre her und hatte viel damit zu tun, dass die Familie Tonne 1948 gerade nach Bremen gezogen war. Und auch deswegen Geld (vor allem Taschengeld) in der Familie des Feuerwehrmannes Tonne gerade knapp war. So musste Sohn Günter seinen Wunsch, Fußball zu spielen, erst einmal aufgeben, die Eltern fanden es zu teuer und auch zu gefährlich.

Doch beim Herumtollen in der Pauliner Marsch bekam Jung-Günter mit, dass der eine oder andere Altersgenosse sein Taschengeld als Balljunge auf den Tennisanlagen aufbesserte. Er fragte beim Tennisverein Rot-Weiß nach, wurde angenommen und fiel bald positiv auf: „ich konnte dem Trainer die Bälle ganz präzise zuwerfen und schon drei Tennisbälle in einer Hand halten“, erinnert er sich.

Die Ballbegabung war erkannt. Und Ursel Fessler, Präsidenten-Gattin und der gute Geist des Vereins, wurde aktiv. „Willst Du nicht auch Tennisspielen?“ „Das ist uns zu teuer“, antwortete Günter, doch es fand sich eine Lösung. Für den Sonderbeitrag von genau zehn Mark für ein ganzes Jahr wurde Günter Tonne Mitglied. Und später auch noch – wie sein Vater – Feuerwehrmann.

Das geschah anno 1949, und deswegen wurde Günter Tonne nun für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt, das hat es beim Tennisverein Rot-Weiß seit Jahren nicht mehr gegeben. Und es ist sogar eine absolute Novität, dass jemand für 70 Jahre im Verein geehrt wurde, der nach wie vor als Aktiver auf dem Tennisplatz steht. Und in einer Gruppe von rund 20 Senioren, die sich jeden Dienstag treffen, der eindeutig beste Spieler ist.

Denn Günter Tonne spielte nicht nur Tennis, er konnte es auch sehr gut. Jahrelang gehörte er zur Spitze des Tennisverbands Nordwest, dreimal wurde er Verbandsmeister, unzählige Male Clubmeister. Und als Spieler war er – wenn man so will – seiner Zeit ein gutes Stück voraus. Denn Günter Tonne ist erstens ebenso handwerklich wie sportlich begabt und zweitens stets neugierig. So verblüffte er schon in den 70er-Jahren mit Techniken wie Kick- oder Slice-Aufschlag, spielte einen astreinen Vorhand-Topspin und vor allem einen exzellenten Volley-Stopp. Da lag es nahe, dass er sein Können auch gerne weitergab: Zehn Jahre lang war er erfolgreicher Jugendwart im Verein. Und wenn mal gerade wieder Trainermangel herrschte, übernahm er auch den Cheftrainer-Job.

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