Nach 4:0-Erfolg gegen Ingolstadt zieht Dortmund an den Bayern vorbei Mit Geduld zur Tabellenführung

Ingolstadt . Lange hatte es gedauert, bis die deutlich bessere Spielanlage von Borussia Dortmund den hoch verdienten Ertrag einbrachte.
24.08.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maik Rosner

. Lange hatte es gedauert, bis die deutlich bessere Spielanlage von Borussia Dortmund den hoch verdienten Ertrag einbrachte. Aber dann war der zweite 4:0-Sieg im zweiten Ligaspiel binnen fünf Minuten eingeleitet. Zunächst traf Matthias Ginter zur Führung (55.), nach einer Stunde erhöhte Marco Reus per Foulelfmeter, ehe Shinji Kagawa (84.) und Pierre-Emerick Aubameyang (90.+1) den 4:0 (0:0)-Endstand herstellten. Es war das zweite Ausrufezeichen nach dem 4:0 zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft“, sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel, erkannte einen „auch in der Höhe verdienten Sieg“ und lobte: „Wir waren sehr fleißig, sehr aufmerksam und sehr dominant und haben uns frei gemacht vom Ärger über die vergebenen Torchancen.“ Die Chancenverwertung war das einzige Manko, und dieses hatte durchaus auch nach dem Doppelschlag Bestand, wenngleich in abgeschwächter Form. Doch auch so zogen die Dortmunder am FC Bayern vorbei und stehen nun mit 8:0-Toren auf dem ersten Tabellenplatz, als einzige Mannschaft noch ohne Gegentor. Platz eins sei „ein schöner Nebeneffekt, aber wichtig ist, dass wir merken, dass die Arbeit, die wir in die Trainingsarbeit stecken, belohnt wird“, sagte Marcel Schmelzer. Verdorben hatten die Dortmunder mit ihrem souveränen Auswärtssieg die Heimpremiere des FC Ingolstadt in der Bundesliga im mit gut 15 000 Zuschauern ausverkauften Sportpark. „Dortmund zählt zu den größten Kalibern der Liga. Das hat man gesehen“, befand Moritz Hartmann. „Es war nicht mehr drin“, räumte Trainer Ralph Hasenhüttl ein.

Es war ein Tag der Premieren für den FCI. Das galt nicht nur für das erste Heimspiel in der Bundesliga, sondern ebenso für das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, die sich noch nie in einem Pflichtspiel gegenüber gestanden hatten. Nebenbei kam auch überraschend Ørjan Nyland zu seinem Bundesligadebüt. Der im Sommer verpflichtete norwegische Nationaltorwart stand statt Özcan in der Startformation, obwohl der Österreicher beim 1:0-Auftaktsieg in Mainz stark gehalten hatte.

Eingreifen musste Nyland zunächst kaum. Die Dortmunder bestimmten zwar das Geschehen, hatten mit dem aggressiven Anlaufen der Ingolstädter allerdings anfangs ihre Probleme. Als sie in der Folge häufiger in Tornähe kamen, gerieten die Abschlüsse oder letzten Pässe zu ungenau. Zunächst verzog Reus, bald danach Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan. Zwischendurch hatte Ilkay Gündogan mit einem bemerkenswerten Solo die halbe Abwehr überlaufen, doch an seinem Querpass rutschte Aubameyang vorbei.

Die Ingolstädter verloren zunehmend ihren Zugriff und sahen eine Angriffswelle nach der anderen auf sich zurollen. Nur äußerst selten gelangen Entlastungsangriffe, meist nach rustikalen langen Bällen, ohne zum Abschluss zu kommen. Umso mehr fielen die Ingolstädter auch in der Defensive durch eher grobschlächtige Aktionen auf, vor allem Mkhitaryan musste mehrere Tritte einstecken. „Das kann doch alles nicht wahr sein“, schimpfte Tuchel in der Coachingzone, weil Schiedsrichter Christian Dingert für seinen Geschmack zu viel durchgehen ließ.

Erst nach der Pause zeigten die Ingolstädter in der Offensive gute Ansätze. Hartmanns Abschluss nach der Hackenablage von Alfredo Morales wehrte BVB-Torwart Roman Bürki aber ab. Doch das war nur ein kurzes Zwischenhoch, zumal die Borussen mit ihrem nun zunehmend diagonal angelegten Spiel die Ingolstädter Defensive aushebelten. Zunächst durch eine Kombination über den erneut sehr sicheren Julian Weigl und Mkhitaryan, an deren Ende Ginter einen Haken schlug und einschob. Dann verursachte Hartmann durch ein Foul an Schmelzer das 0:2 durch Reus per Strafstoß, ehe Kagawa und Aubameyang den Endstand erzielten. Auf die Premiere des ersten Bundesliga-Heimsiegs müssen die Ingolstädter also noch warten. „Wir müssen uns schnell an die Liga gewöhnen“, sagte Pascal Groß, „in Mainz hat das gut geklappt. Diesmal war alles eine Nummer größer.“ Oder anders: eine Nummer zu groß.

FC Ingolstadt 04: Nyland - Levels, Brégerie, Hübner (46. Matip), Engel (74. Suttner) - Groß, Roger, Morales - Hartmann (61. Lex), Hinterseer, Leckie

Borussia Dortmund: Bürki - Ginter, Subotic, Hummels, Schmelzer - Weigl - Reus (80. Ramos), Gündogan, Kagawa (86. Castro), Mchitarjan (74. Hofmann) - Aubameyang

Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 15 000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Ginter (55.), 0:2 Reus (60./Foulelfmeter), 0:3 Kagawa (84.), 0:4 Aubameyang (90.+1)

Gelbe Karten: Leckie (2), Roger (1) / Kagawa (1), Mchitarjan (1), Subotic (1)

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