Ein strammer Schuss des Innenverteidigers verhilft Bayern zum späten 1:0 gegen Manchester City Mit Gewalt und Boateng

Der FC Bayern München kommt dank eines späten Tores von Innenverteidiger Jerome Boateng gegen Manchester City zu einem erfolgreichen Start in die Champions-League-Saison. Er besiegt den englischen Meister 1:0.
18.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Maik Rosner

Der FC Bayern München kommt dank eines späten Tores von Innenverteidiger Jerome Boateng gegen Manchester City zu einem erfolgreichen Start in die Champions-League-Saison. Er besiegt den englischen Meister 1:0.

Selten war der FC Bayern in jüngerer Vergangenheit weniger selbstgewiss in eine neue Saison der Champions League gegangen. Natürlich wolle man versuchen, ins Finale am 6. Juni in Berlin einzuziehen, hieß es zuletzt stets in München, doch das klang eher pflichtschuldig. Denn mindestens ebenso deutlich schwangen oft die Zweifel mit, ob die hohen Zielsetzungen i nach der WM und wegen der vielen Verletzungssorgen erfüllbar sind. Sportvorstand Matthias Sammer bemühte gar die metaphysische Ebene. „Das wird ein schwieriges Jahr, das spüre ich“, sagte er.

Das 1:0 gegen Manchester City durch ein spätes Tor von Jérôme Boateng ließ keine verlässliche Prognose zu, welchen Fortgang die Saison für die Münchner nehmen könnte. Zwar erarbeiteten sie sich gegen den englischen Meister eine Vielzahl an Chancen, doch erst in der 89. Minute konnten sie durch einen fulminanten Diagonalschuss des Innenverteidigers den verdienten Sieg erzwingen. Die kombinationsfreudige Zuspitzung aus der Vorsaison war dabei nur manchmal zu beobachten gewesen, vielleicht auch, weil Franck Ribéry wegen erneuter Kniebeschwerden ausgefallen war.

Es war ein unterhaltsamer Abend gewesen, an dem Trainer Pep Guardiola schon mit seiner Aufstellung für gleich zwei Überraschungen gesorgt hatte. Überraschung Nummer eins war Rafinhas Einsatz im rechten Mittelfeld, aus dem er sich wie Juan Bernat gegenüber in der Defensive zurückfallen ließ und so die Dreier- zur Fünferkette erweiterte. Als zweite Überraschung kam Medhi Benatias Debüt daher. Der marokkanische Nationalspieler hatte sich kurz vor Ende der Wechselfrist dem FC Bayern angeschlossen, 26 Millionen Euro waren dafür beim Gruppengegner AS Rom eingegangen.

„Es ist kein Wagnis. Er hat in Rom in letzter Zeit weniger trainiert, er hatte auch Wadenprobleme“, sagte Sammer vor dem Anpfiff, „er hat in der letzten Woche aber sehr, sehr gut trainiert und einen guten Eindruck gemacht – daher spielt er.“ Tatsächlich gab der 27-Jährige einen soliden, unaufgeregt wirkenden Einstand, der zumindest phasenweise durchaus arbeitsam ausfiel.

Zwar hatten die Münchner bereits nach 40 Sekunden die erste Großchance durch Thomas Müller, und auch danach kam Guardiolas feldüberlegene Elf zu weiteren guten Gelegenheiten. Doch Manchester nahm zunächst immer wieder rege am Geschehen teil und sorgte mit einigen Gegenzügen für Gefahr, vor allem und mehrfach in Person des ehemaligen Wolfsburgers Edin Dzeko. Immer wieder versuchte Guardiola seine Mannschaft gestenreich zu ordnen.

Offensiv stellten die Münchner mit ihrem flexiblen Positionsspiel die Mannschaft aus der Premier League vor viele knifflige Aufgaben, und die 68 000 Zuschauer konnten noch vor der Pause weitere Chancen durch David Alaba und Robert Lewandowski beklatschen. Nun sah das Auftreten tatsächlich so aus, wie es Kapitän Philipp Lahm in Auftrag gegeben hatte. „Wir brauchen nicht zu jammern, sondern müssen das Spiel annehmen“, hatte er gesagt: „Keine Sorge, kein Bammel, sondern Vorfreude – und die Überzeugung, drei Punkte einzufahren.“

Das Bestreben dieses umzusetzen war in der zweiten Halbzeit deutlich zu erkennen. Noch ausgeprägter als im ersten Durchgang ging die Initiative vom FC Bayern aus, während Manchester nun kaum noch einmal Gegenzüge aufzog. Die Münchner standen nun defensiv sehr stabil und häuften vorne zahlreiche weitere Torschüsse an. Lahm, Götze, Bernat, Müller, Rafinha und Boateng waren dafür zuständig, hatten bei ihren Abschlüssen aber kein Fortune. Das änderte sich erst bei Boatengs zweitem Gewaltschuss kurz vor dem Abpfiff. Sammer dürfte nun zumindest ein etwas besseres Gefühl haben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+