Davie Selke trifft endlich mal wieder

Mit Herz und Biss

Leipzig. Am Montag kam Davie Selke nicht aufs Trainingsgelände von RB Leipzig. Er war krank, er hatte schon am Sonntag über Schmerzen in den Bronchien geklagt.
15.03.2016, 00:00
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Mit Herz und Biss
Von Andreas Lesch
Mit Herz und Biss

Wochenlang war der Ex-Werderaner Davie Selke bei RB Leipzig nur Ersatz. Jetzt hat er sein achtes Saisontor erzielt.

Jonas Güttler, dpa

Am Montag kam Davie Selke nicht aufs Trainingsgelände von RB Leipzig. Er war krank, er hatte schon am Sonntag über Schmerzen in den Bronchien geklagt. Die Grippewelle, die den Leipzigern zu schaffen macht, hatte auch Selke gepackt. Am Mittwoch soll er wieder fit sein. Die freudigen Momente, die er am Sonntag beim 2:1 gegen 1860 München erlebt hat, dürften seine Genesung unterstützen.

Eigentlich hatte Selke, der frühere Werderaner, von Beginn an spielen wollen. Seit dem 1:0 bei Arminia Bielefeld am 21. November hatte er kein Tor mehr erzielt, und jetzt, in der Partie gegen 1860, sah er seine Chance – weil sein Rivale Yussuf Poulsen nach fünf Gelben Karten gesperrt war. Doch sein Trainer Ralf Rangnick setzte ihn auf die Bank. „Ich habe mich kurzfristig dafür entschieden, ihn nicht anfangen zu lassen“, berichtete er. Selke habe zwar unbedingt spielen wollen. Aber sein Infekt ließ befürchten, dass seine Kraft nicht für 90 Minuten reichen würde.

Also wechselte der Leipziger Trainer den Stürmer erst in der zweiten Hälfte ein, als sein Team 0:1 zurücklag. Nur sieben Minuten dauerte es, bis Selke per Kopf zum Ausgleich traf. Beim Jubel ließ er den Frust der vergangenen Wochen heraus. „Es war eine richtig schwierige Zeit für mich. Ich wollte eine Reaktion zeigen, und das heute war ein wichtiger Schritt“, sagte er. Rangnick befand: „Zum Glück ist das so aufgegangen. Das Tor wird ihm sicher Selbstvertrauen und Auftrieb geben.“

Seit acht Partien stand der Angreifer Selke, der im Sommer für acht Millionen Euro von Werder gekommen war, nicht in der Startelf; dreimal kam er gar nicht zum Einsatz. Nun zeigte er mal wieder, was er kann. „Mich freut es besonders für Davie, weil er in den letzten Wochen nicht so eine gute Phase hatte. Aber da hat er sich heraus gekämpft“, sagte Kapitän Willi Orban.

Horst Hrubesch, der Trainer des deutschen U 21-Nationalteams, hat Selkes Karriere seit seinem Wechsel von Bremen nach Leipzig ganz gelassen verfolgt – in guten wie in schlechten Zeiten. „Dass ein junger Spieler ein-, zwei-, dreimal auf der Bank sitzen muss, das ist ganz normal“, sagte Hrubesch. Natürlich könne Selke einiges an seinem Spiel verbessern. Aber er sei auch schon „ziemlich komplett“, so Hrubesch: „Er hat alles, was man braucht da vorne. Er hat das Herz, und er hat den Biss.“ Wichtig sei nun, dass er konstant spielt.

Eines aber steht für den U 21-Nationaltrainer so oder so fest: „Bei mir ist Davie ein gesetzter Spieler – weil ich weiß, was er für Qualitäten hat.“ Ob er deshalb bei den Olympischen Spielen im August in Rio dabei ist, das mag Hrubesch noch nicht sagen. Er beschäftigt sich lieber mit der Gegenwart, und in dieser Gegenwart hat Selke gerade sein achtes Saisontor erzielt. War sein Wechsel von Bremen nach Leipzig also richtig? Oder war er, nach Wochen als Ersatz, doch eher falsch? Hrubesch mag sich nicht anmaßen, das aus der Ferne zu beurteilen. Er sagt nur: „Seiner Entwicklung hat’s auf keinen Fall geschadet.“

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