DFB-Coach Löw plant das Jahr 2017

Mit Reus zum Confed-Cup

München. Joachim Löw geht mit einer umfangreichen Agenda ins neue Jahr. Höchste Priorität hat die Qualifikation für die Fußball-WM.
02.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Bergmann und Jens Mende

München. Joachim Löw geht mit einer umfangreichen Agenda ins neue Jahr. Höchste Priorität hat die Qualifikation für die Fußball-WM. Der Bundestrainer will die Nationalmannschaft aber schon 2017 personell und leistungsmäßig fit machen für die angestrebte Titelverteidigung 2018 in Russland. Eine knifflige Aufgabe muss Löw im Sommer lösen, wenn Deutschland als Weltmeister beim Confederations Cup vom 17. Juni bis 2. Juli in Russland antreten muss.

Für den Probelauf mit acht Mannschaften plant der Bundestrainer mit einem Perspektivteam. Hochbelastete Stammkräfte wie Toni Kroos oder zuletzt häufiger verletzte Leistungsträger wie Jérôme Boateng sollen sich im Sommer vor der strapaziösen WM-Saison ausreichend erholen können. Anführen soll die junge DFB-Auswahl dafür ein erfahrener Profi wie Marco Reus, den Löw fest für das Turnier einplant.

„Es wäre natürlich gut, wenn Spieler wie Marco Reus, die längere Zeit nicht bei uns waren, den Confed Cup bestreiten könnten“, sagte der Bundestrainer der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist für sie eine gute Gelegenheit, sich hineinzuspielen und sich wieder mit unseren Abläufen vertraut zu machen.“ Das DFB-Team trifft in seiner Gruppe auf Chile, den noch zu ermittelnden Afrikameister und Australien.

Nachdem Löw den erneut schwer verletzten Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan (Kreuzbandriss) vorerst wieder aus seinen Planungen streichen musste, hofft der Bundestrainer umso mehr, dass der 27 Jahre alte Reus in diesem Jahr ein Comeback im DFB-Trikot feiern kann. Sein bislang letztes von 29 Länderspielen bestritt der Offensivspieler am 29. März 2016 beim 4:1 gegen Italien. Reus hat in seiner DFB-Karriere erst ein Turnier gespielt – nach dem tollen EM-Debüt 2012 verpasste der BVB-Profi aufgrund von Verletzungen sowohl die WM 2014 in Brasilien als auch die EM 2016 in Frankreich.

Bei der Zusammenstellung des Kaders für den Confed-Cup will Löw „sehr individuell und konzeptionell“ vorgehen. Junge Akteure sollen sich im A-Team zeigen können. Die Auswahl wird aber dadurch erschwert, dass parallel vom 16. bis 30. Juni die U 21-Europameisterschaft in Polen ausgetragen wird. „Am Ende will man beide Turniere so erfolgreich wie möglich gestalten, das ist schon das Ziel“, sagte der Bundestrainer. Im März will Löw sich intensiv mit DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Junioren-Coach Stefan Kuntz beraten und abstimmen. „Dann müssen wir in erster Linie festlegen, welche Spieler bei uns gut aufgehoben sind und welche in der U 21“, sagte Löw.

Wichtiger als der Confed-Cup ist aber die WM-Qualifikation. Löw will die Gruppe C weiter „so dominieren, wie wir es begonnen haben“. Nach vier von zehn Spieltagen führt die DFB-Auswahl mit zwölf Punkten vor Nordirland und Aserbaidschan (je 7). Das Gerüst der Mannschaft für die WM steht bereits. In der Quali kamen zudem Talente wie der Leverkusener Julian Brandt, Dortmunds Julian Weigl, die Schalker Leon Goretzka und Max Meyer sowie der Bremer Senkrechtstarter Serge Gnabry zum Einsatz. „Man merkt einen richtigen Schwung, eine neue Mannschaft, die entsteht, mit vielen jungen Spielern“, schwärmte Teammanager Oliver Bierhoff.

Zu Beginn des Länderspieljahrs soll Lukas Podolski am 22. März in Dortmund gegen England noch einmal das DFB-Dress tragen. Podolski trat nach der EM aus dem DFB-Team zurück; Löw versprach ihm seinen 130. Einsatz bei einem Heim-Länderspiel.

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