Volleyball-Trainer kehrt zu seiner alten Mannschaft zurück / „Für andere hätte ich das nicht gemacht“ Mit Sörgens ins Verbandsliga-Abenteuer

Der Neue ist gleichzeitig auch der Alte. Wenn am morgigen Sonnabend die Volleyballerinnen der SG Bremen Nord mit dem Auswärtsspiel beim Oldenburger TB II (Anpfiff 15 Uhr) in ihr Verbandsliga-Abenteuer starten, dann wird an der Seitenlinie auch ein neuer Trainer stehen. Nach dem ebenso überraschenden wie kurzfristigen Rücktritt von Thomas Schnitzler (wir berichteten) heißt der neue Mann auf der SG-Kommandobrücke Michael Sörgens.
28.09.2012, 05:00
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Mit Sörgens ins Verbandsliga-Abenteuer
Von Tobias Dohr

Der Neue ist gleichzeitig auch der Alte. Wenn am morgigen Sonnabend die Volleyballerinnen der SG Bremen Nord mit dem Auswärtsspiel beim Oldenburger TB II (Anpfiff 15 Uhr) in ihr Verbandsliga-Abenteuer starten, dann wird an der Seitenlinie auch ein neuer Trainer stehen. Nach dem ebenso überraschenden wie kurzfristigen Rücktritt von Thomas Schnitzler (wir berichteten) heißt der neue Mann auf der SG-Kommandobrücke Michael Sörgens.

Vegesack. Für einen Großteil der Spielerinnen schließt sich morgen ein Kreis. Michael Sörgens hatte nämlich viele aus dem jetzigen SG-Kader bereits mehrere Jahre bis zum Ende der Saison 2010/2011 betreut. "Einige kenne ich noch aus der Jugendzeit", sagt Sörgens, für den genau das auch der Hauptgrund war, wieder auf die Trainerbank zurückzukehren. "Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass mir die Mädels nicht ans Herz gewachsen wären. Für eine andere Mannschaft hätte ich das jedenfalls nicht gemacht."

Anne-Kathrin Blume, die interimsmäßig die Trainingsleitung übernommen hatte, fragte bei ihrem Ex-Trainer an, ob der sich eine Rückkehr vorstellen könne. Sörgens selbst hatte von Schnitzlers Rücktritt zunächst gar nichts mitbekommen, weilte zu jener Zeit gerade im Urlaub – und wurde von der Entwicklung völlig überfahren. "Das war schon sehr überraschend", so Sörgens, der die Entwicklung seiner Ex-Mannschaft immer genau verfolgt hatte. "Innerhalb von drei Wochen hatte sich die ganze Situation offenbar komplett gedreht."

Beurteilen kann und will der neue SG-Trainer das Geschehene nicht, nur bei einer Sache lässt Sörgens nicht mit sich diskutieren: "Das mit der fehlenden Motivation, also, ich kann das nicht bestätigen, was Thomas da zuletzt gesagt hat." Schnitzler hatte seinen Rücktritt in erster Linie damit begründet, dass Teile der Mannschaft nicht entsprechend mitziehen und sich der Herausforderung, die in der Verbandsliga auf das Team wartet, offenbar nicht bewusst wären.

Das sieht Sörgens ganz anders – macht aber auch kein Hehl daraus, dass er seine Mannschaft vor einem ganz harten Jahr sieht: "Unser Ziel wird es sein, nicht mit null Punkten aus der Saison zu gehen." Was sich nach ziemlichen Understatement anhört, ist für Sörgens nichts anderes als die Realität: "Wir sind im Schnitt einen Kopf kleiner als die anderen Teams. Und viele von uns haben noch nie Verbandsliga gespielt." Nichtsdestotrotz ließ sich der erste Auftritt ziemlich gut an. Beim Bremer Pokalwettbewerb schaffte es die SG Nord relativ problemlos ins Halbfinale, schlug unter anderem Klassenkonkurrent TV Eiche Horn II glatt in zwei Sätzen und belegte schließlich Rang drei. "Da haben sie richtig toll gespielt", so Sörgens, für den die Eingespieltheit und Ausgeglichenheit innerhalb der Mannschaft zum entscheidenden Pluspunkt werden könnte. "Chancen haben wir bestimmt welche. Aber man muss da realistisch rangehen." Er als Trainer werde das jedenfalls tun, und die Mannschaft sowieso – alles weitere werde sich ergeben. So oder so.

„Dinos“ des TSV Lesum-Burgdamm machen in der Landesliga weiter

n Lange hatten sie überlegt beim TSV Lesum-Burgdamm, ob sie auch für die am Wochenende startende Volleyball-Saison noch einmal eine Mannschaft in der Landesliga melden sollen. Die Lesumer, oft auch als die Nordbremer Volleyball-Dinos bezeichnet, weil sie seit vielen Jahren in nahezu identischer Formation auflaufen, hatten nämlich im Sommer zwei schwerwiegende Abgänge zu verzeichnen. Pit Hankel und Axel Bullwinkel mussten aus privaten beziehungsweise beruflichen Gründen ihren Hut nehmen. "Schon in der letzten Saison war es an manchen Spieltagen sehr knapp mit Personal", sagt Lesums Trainer Ralf Wottge, dem nun zudem ausgerechnet zwei Mittelblocker fehlen. Mit Peter Spengemann steht nun nur noch einer im Kader.

Nur weil mit Lars Nordloh und Steffen Benke zwei Spieler vom TSV St. Magnus den Weg nach Lesum fanden, entschlossen sich die Nordbremer, für die Landesliga zu melden. "Beide sind jung, schnell und auf diversen Positionen einsetzbar", freut sich Wottge. Traditionell kommt die Mannschaft erst am ersten Spieltag komplett zusammen, Wottge macht sich und seinem Team deshalb keinen Druck: "Wir können nur positiv überraschen, werden aber einige Spieltage benötigen um uns einzuspielen. Aber wir wollen auf jeden Fall die Liga halten. Sollten wir diese Saison von Verletzungen endlich einmal verschont bleiben, wird uns das auch gelingen." (td)

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