Schalkes Höhenflug findet ein jähes Ende – der FC Bayern siegt im Revier mal eben 4:0

Münchner Galadinner

Mit dem 4:0 auf Schalke hat der FC Bayern München dem jüngsten Aufschwang der Königsblauen gestern Abend zwar ein krachendes Ende gesetzt – mit dem eigenen Spiel ist der amtierende Triple-Gewinner aber noch lange nicht zufrieden.
22.09.2013, 00:00
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Von Andreas Morbach

Mit dem 4:0 auf Schalke hat der FC Bayern München dem jüngsten Aufschwang der Königsblauen gestern Abend zwar ein krachendes Ende gesetzt – mit dem eigenen Spiel ist der amtierende Triple-Gewinner aber noch lange nicht zufrieden.

Am Ende seines Ausflugs ins Ruhrgebiet war Pep Guardiola einigermaßen beeindruckt. Seine Bayern hatten ihre königsblauen Kontrahenten beim 4:0 gerade fein in ihre Einzelteile zerlegt – doch was bekam der Señor im feinen Zwirn da zu hören? „Nach dem 4:0 haben die Menschen immer noch nach dem Verein, nach der Mannschaft gerufen“, staunte Guardiola, „ich bin überrascht, das war wirklich unglaublich“. Die S04-Fans hatten gerufen, nach ihrem klar unterlegenen Team wohlgemerkt. Woraus Münchens katalanischer Übungsleiter schloss: „Die deutschen Leute scheinen sehr stolz auf die Bundesliga zu sein.“

Bei derart grenzenlosem Enthusiasmus wollte der 42-jährige Spanier nicht zurückstehen. Zwar monierte er die vielen einfachen Ballverluste seiner Mannschaft, die ihm schon in den letzten Partien missfallen hätten – doch Guardiola kannte auch die Bilanz der Gelsenkirchener von zuletzt drei Siegen ohne jedes Gegentor. Diese hatten die Bayern nun krachend beendet, sodass ihr Chef wohlwollend kommentierte: „Wir dürfen nicht vergessen, was unser Gegner in den letzten zwei, drei, vier Spielen gemacht hat.“ Daher galt: „Ich bin sehr stolz auf meiner Spieler.“

Nicht zuletzt auf den intelligent agierenden Bastian Schweinsteiger, der im defensiven Mittelfeld Nationalverteidiger Philipp Lahm an seiner Seite hatte und als Oberkontrolleur der Münchner Performance der guten Startphase der Hausherren mit seinem Führungstor ein jähes Ende setzte. Denn bis zur 21. Minute, als Schweinsteiger einen Eckstoß von Arjen Robben mit seinem Schädel wuchtig ins Tor umleitete, hatten sich die Schalker pudelwohl in ihrer Haut gefühlt. Kevin-Prince Boateng, ihr neuer Anführer, stellte Bayern-Keeper Manuel Neuer nach fünf Minuten erstmals auf die Probe, drei Minuten später traf Mittelstürmer Adam Szalai bei einem Konter auf Zuspiel von Jefferson Farfán den Ball auf Höhe der Strafraumgrenze nicht richtig.

Die Situation war an diesem Abend symptomatisch für Schalke: Immer, wenn sich das Team von Jens Keller aussichtsreich vor das Gästetor kombiniert hatte, machte Szalai die Gelegenheit mit einer ungeschickten Aktion zunichte. Derartige Ineffizienz erlaubten sich die Münchner nicht. Nach 20 Minuten hatten sie sich ihren auf Konter lauernden Gegner gar gekocht, und nun ging es zu Tisch.

Die Vorspeise servierte Schweinsteiger, der Wechsel zum Hauptgang erfolgte dann fließend: Schon eine Minute nach dem 1:0 bauten die Münchner ihre Führung aus. Diesmal war es, ebenfalls per Kopf, Angreifer Mario Mandzukic, der eine Flanke von Linksverteidiger David Alaba ins gewünschte Ziel beförderte. Doch als seien die Treffer nur das selbstverständliche Beiwerk, beschäftigte sich Pep Guardiola in dieser Phase vor allem damit, sein Personal mit taktischen Hinweisen zu füttern.

Das Signal war klar: Jede Chance zur Weiterentwicklung des Teams wird genutzt. „Wir wollen gewinnen, gewinnen, gewinnen“, erläuterte Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribéry, als die Tafel nach dem Münchner Galadinner wieder abgetragen war – und Innenverteidiger Jérôme Boateng nach dem klaren Erfolg über Schalke und seinen Halbbruder Kevin-Prince erklärte: „Wir machen im Umschaltspiel noch Fehler. Aber insgesamt machen wir das von Spiel zu Spiel besser.“

Auf Schalke manifestierte der Triple-Gewinner diesen Umstand nach dem Seitenwechsel mit den Toren durch Ribéry (75.) und den eingewechselten Claudio Pizarro (84.) – gefolgt von einem raschen Blick aufs Tableau, das besagte: Punkt- und Tordifferenzgleichheit mit Spitzenreiter Dortmund. Was Arjen Robben aber einerlei war. „Wir müssen“, umriss der Niederländer das bajuwarische Selbstverständnis, „nur auf uns schauen.“

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