Landesliga Hannover

Mutig gegen Tigrinho und Co.

Ein normaler Aufsteiger ist der SC Hemmingen-Westerfeld nicht. Schließlich führt die Elf von Semir Zan die Landesliga Hannover an. Trotzdem reist der TV Stuhr selbstbewusst nach Hemmingen.
19.10.2018, 16:55
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Stuhr. Tigrinho – das klingt nach großem brasilianischen Fußball. Was der Künstlername von Gean Rodrigo Baumgratz verspricht, das hält er auch – zumindest in der Landesliga Hannover: Mit zwölf Treffern in zwölf Spielen ist der Samba-Kicker in Diensten des SC Hemmingen-Westerfeld der beste Torschütze der Klasse. Er allein hat nur ein Tor weniger erzielt als der gesamte Kader des TV Stuhr bislang. Das zeigt schon, wie hoch die Trauben für den TVS beim Gastspiel in Hemmingen an diesem Sonntagnachmittag ab 15 Uhr hängen werden.

Ein normaler Aufsteiger ist der SC Hemmingen-Westerfeld nicht. Das verrät schon der Blick auf die Tabelle: Die Mannschaft von Trainer Semir Zan ist Erster, darf vom Durchmarsch in die Oberliga träumen. Die anderen drei Aufsteiger um den TV Stuhr, den SV Iraklis Hellas und den MTV Almstedt dagegen kämpfen gegen den Abstieg. Sie haben zusammengerechnet nur zwei Punkte mehr geholt als der SC, dessen Start in die Pflichtspielsaison vollkommen missriet: Mit einem 1:2 gegen den Kreisliga-Aufsteiger SV Dedensen schied er aus dem Pokal aus. Doch pünktlich zum Ligastart zeigte sich das Team mit vielen jungen, schnellen und vor allem gut ausgebildeten Spielern in Top-Form und hat sich mittlerweile einen Ruf als Favorit erspielt. „Das ist für einen Aufsteiger natürlich ein toller Start, den man so nicht erwarten konnte“, weiß Christian Meyer, der die Stuhrer gemeinsam mit Stephan Stindt trainiert. Beide stellen ihr Team auf forsche Gastgeber ein, die bedingungslos den Weg nach vorn suchen werden. „Davon dürfen wir uns nicht wegblasen lassen“, betont Meyer.

Verstecken wollen sich die Stuhrer jedenfalls nicht. Das 2:2 gegen den VfL Bückeburg, mit dem sie den letzten Tabellenplatz abgegeben haben, war ein Mutmacher. „Das hat uns ein positives Gefühl gegeben. Das nehmen wir jetzt einfach mit“, sagt Meyer. Viel zu verlieren haben die Stuhrer nicht. Verzichten müssen sie auf Torben Drawert, Tobias Keunecke, Timo Wetjen und Niklas Franz, dafür kehren Fabian Bischoff, Jan-Hendrik Schwirz und Fynn Rusche ins Aufgebot zurück. Das Zentrum ist nicht mehr nur qualitativ, sondern auch quantitativ gut besetzt. Gut möglich also, dass Dimitri Steen und Riccardo Azzarello wieder ganz nach vorn rücken. Weil beide ihre Sache im Mittelfeld gegen Bückeburg aber sehr gut gemacht haben, „halten wir uns auch die Option offen, sie wieder dort spielen zu lassen“, erklärt Meyer. Er und Stindt haben in dieser Hinsicht die Qual der Wahl – das ist vor dem Duell der ungleichen Aufsteiger definitiv eine gute Nachricht.

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