Basketball-Bundesliga

Nach Heimsieg: Bei den Eisbären Bremerhaven ist noch alles möglich

Nach 16 Niederlagen in Folge konnten die Eisbären Bremerhaven nun endlich wieder ein Spiel gewinnen. In der Sadthalle Bremerhaven konnten sich die Gastgeber gegen Science City Jena durchsetzen.
10.03.2019, 21:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Gogol
Nach Heimsieg: Bei den Eisbären Bremerhaven ist noch alles möglich

Chris Warren führte die Eisbären mit 15 Punkten zum Sieg.

Sven Peter/hansepixx

Wo auch immer man sich gegen 22.30 Uhr am Sonnabendabend in der Stadthalle Bremerhaven aufhielt, es fiel dieses Wort: „Endlich.“ Endlich hatten die Eisbären Bremerhaven in der Basketball-Bundesliga wieder ein Spiel gewonnen. Mit 76:74 (38:42) besiegten die Gastgeber das Team von Science City Jena und beendeten den Fluch von zuvor 16 Niederlagen in Folge.

Diese 16 Pleiten hatten die Seestädter bis auf den letzten Tabellenplatz gebracht und somit in akute Abstiegsgefahr. Wäre das am späten Sonnabendabend auch noch schief gegangen, wär’s das dann wohl gewesen mit dem Klassenerhalt. So aber bleiben die Bremerhavener zwar momentan Letzter, ziehen aber mit dem Mitteldeutschen BC nach Siegen gleich und weisen nur noch einen Sieg Rückstand zu den Teams von Crailsheim und Jena auf. Und den direkten Vergleich, der bei gleicher Anzahl der Siege am Ende den Ausschlag geben würde, haben die Eisbären gegen Jena nun auch gewonnen.

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Denn es war exakt am 3. November 2018, als die Eisbären Bremerhaven davor letztmals jubeln durften, nach dem 98:87-Auswärtssieg nach Verlängerung eben in Jena. Damals noch unter Trainer Arne Woltmann, der wenige Tage später Eisbären-Mitgesellschafter Dan Panaggio als Headcoach weichen musste. Dieser hat sich inzwischen wegen Erfolglosigkeit auch wieder verabschiedet und dem bisherigen Hospitanten und späteren Co-Trainer Michael Mai Platz gemacht. Mai feierte also eine vollauf gelungene Heimpremiere und war am Ende nur noch erleichtert. „Es ist eine große Last von unserem Rücken gefallen“, sagte der 44-Jährige.

Trainer-Effekt sorgt für mehr Zusammenhalt und Leidenschaft

Der Trainer-Effekt, er war da. Auch wenn Coach Mai erst wenige Tage vor dem Auswärtsspiel beim Ligaprimus FC Bayern München übernommen hatte, doch auch da war schon mehr Zusammenhalt in der Mannschaft und mehr Leidenschaft auf dem Parkett zu spüren als unter Panaggio – trotz der 80:91-Niederlage. Es sollte auf jeden Fall alles anders sein an diesem Abend gegen Jena, und dieses Vorhaben ist Mai und seinen Spielern vollumfänglich gelungen. Die Gastgeber verschliefen nicht wie sonst so häufig die Anfangsphase, sondern führten selbst in den ersten Minuten.

Dann ließen sie zwar einige Gästepunkte zu, gerieten jedoch nie mit mehr als sieben Zählern in Rückstand (20:27). Und es gelang den Eisbären immer wieder, Defizite wett zu machen. Selbst als sie dann im dritten Viertel die Partie gedreht hatten, gab es keinen Rückschlag, wie in den Partien zuvor immer mal wieder. Die Verteidigung packte gut zu, lediglich in der Offensive kam den Eisbären die Leichtigkeit abhanden, mit der sie wohl schon früher den Deckel hätten drauf machen können. So aber blieb es dramatisch bis in die Schlussminuten, in denen Chris Warren mit zwei sicher verwandelten Freiwürfen die letzten Punkte Sekunden vor Schluss erzielte. Der Rest war nur noch Jubel, Abklatschen mit den rund 2000 Zuschauern und Partymachen.

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Apropos Zuschauer: Die standen wie eine Wand hinter der eigenen Mannschaft. Eine große T-Shirt-Aktion der Fans, die die Mannschaft zum leidenschaftlichen Kämpfen animieren sollte, tat ihr Übriges. „Die Halle hat uns doppelt gepusht und super unterstützt, die Zuschauer haben einen gewichtigen Anteil am Sieg“, sagte Jan Niklas Wimberg, der ebenso wie Anthony Canty zwar auf der Bank saß, verletzungsbedingt aber nicht mitwirkte. Für beide Eisbären gab Trainer Mai für die kommende Aufgabe in Bamberg (18. Mai, 20.30 Uhr) aber vorsichtig grünes Licht.

Freier Traningstag nach Erfolgserlebnis

Was ist dieser so wichtige Sieg nun insgesamt wert? Zumindest einen freien Trainingstag, denn die Spieler sollten das Erfolgserlebnis am Sonntag genießen, sagte der Bremerhavener Trainer. Und an diesem Montag startet er mit einer Videoanalyse. „Wir werden uns die letzten zwei Spielminuten ansehen, was wir da besser machen müssen. Damit es nicht wieder so eng wird“, erklärt der neue Headcoach. Er weiß, dass noch viel Arbeit auf ihn wartet und dass es noch einige wichtige und knappe Spiele geben wird. „Es war nur ein Spiel. Wir müssen demütig und hungrig bleiben“, appellierte Mai für die kommenden Aufgaben. „Wir müssen jetzt wieder lernen, wie man Spiele gewinnt.“

Es geht für die Eisbären, und das hat sich an diesem späten Sonnabendabend deutlich gezeigt, nur über den Team-Zusammenhalt. Wenn in der Verteidigung füreinander gekämpft wird und wenn in der Offensive der eine den Fehler des anderen ausbügelt. Denn Unzulänglichkeiten gab es im Spiel der Eisbären noch viele – doch jetzt ist zumindest die Hoffnung wieder da.

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