3:3 in München – Hoffenheim stoppt Siegeszug der Bayern

Nachlässiger Meister

München. Xherdan Shaqiri versuchte noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Denn als der Schweizer vor die Presse trat, war es einfach schon zu spät.
30.03.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jan Reinold

Xherdan Shaqiri versuchte noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Denn als der Schweizer vor die Presse trat, war es einfach schon zu spät. Nein, bemühte sich der Bayern-Profi zu versichern, man sei mit den Gedanken nicht bereits beim Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Manchester United gewesen. „Ich habe mich nur auf heute konzentriert“, behauptete Shaqiri, „und ich glaube auch nicht, dass die anderen schon an Manchester gedacht haben“.

Shaqiri hätte sich wohl besser mit seinen Teamkollegen absprechen sollen. Die nämlich räumten nach dem 3:3 (3:2) gegen 1899 Hoffenheim freimütig ein, dass die Bundesliga für den alten und neuen Meister schon „vorbei ist“, wie Arjen Robben erklärte.

Damit war dann im Wesentlichen auch das Resultat gegen Hoffenheim erklärt. Für die diesmal fahr- und nachlässigen Bayern war es nach zuvor 19 Siegen in Serie der erste Punktverlust in der Liga seit dem 5. Oktober (1:1 in Leverkusen). Die Konzentration der seit 53 Spielen ungeschlagenen Rekord-Bayern – seit ihrem Sieg unter der Woche bei Hertha BSC der früheste Meister der Bundesliga-Geschichte – gilt nur noch der Champions League. So richtig unzufrieden war daher dann auch niemand mit dem Unentschieden gegen Hoffenheim; die Punkteteilung taugte bestenfalls als Warnung zum richtigen Zeitpunkt. „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Halbzeit, sind wir am Dienstag gegen Manchester nicht der Favorit“, mahnte dann auch Bayern-Trainer Pep Guardiola.

Folgenreicher als das letztlich bedeutungslose Remis gegen Hoffenheimer, die sich dank einer couragierten Vorstellung und der Tore von Anthony Modeste (23.), Sejad Salihovic (44.) und Roberto Firmino (75.) über einen „Sahnetag“ (Trainer Markus Gisdol) freuten, dürfte für die Münchner die Verletzung von Thiago sein. Der Mittelfeldspieler zog sich einen Innenbandteilriss im rechten Knie zu und fällt sechs bis acht Wochen aus. „Das“, klagte Arjen Robben, „ist unser größter Verlust heute.“

Noch größeren Schaden hatten die Bayern zuvor in 90 mitunter rasanten Minuten nur mit Mühe abwenden können. Ob es die insgesamt sieben Veränderungen in der Startelf oder die Nachwehen der Meisterfeier in Berlin waren – der Triple-Sieger 2013 war anfällig. Das Mittelfeld wirkte ungeordnet, die Defensive teilweise vogelwild. Hoffenheim trat von Beginn an mutig auf und erzwang mit konsequentem Pressing immer wieder Fehler der Bayern. Bei einem Konter in der 23. Minute schickte Kevin Vol land dann Modeste, der frei auf Bayern-Torwart Tom Starke zulief und im Nachschuss zur Gäste-Führung traf.

Nach dem Rückstand musste zunächst Thiago gegen Philipp Lahm ausgewechselt werden, bei Hoffenheim ging es kurze Zeit später für Modeste nicht weiter. Dann drehten Claudio Pizarro per Kopfball (31.), Shaqiri aus kurzer Distanz (34.) und erneut Pizarro (40.) nach einem Konter zunächst die Partie. Hoffenheim aber gab nicht klein bei. Nach dem sehenswerten Freistoßtreffer von Salihovic kurz vor der Pause überwand Firmino eine Viertelstunde vor Schluss Starke mit einem Flachschuss zum gerechten 3:3-Endstand.

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