Bayern schafft gegen Schalke nur ein 1:1, nachdem Jérôme Boateng Rot gesehen hat Nächster Dämpfer

So hatten sich die Bayern den Rückrundenstart nicht vorgestellt. Nach zwei Spieltagen haben sie immer noch nicht gewonnen, sich dafür aber durch Boatengs Notbremse schon eine Rote Karte eingehandelt.
04.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Rosner

So hatten sich die Bayern den Rückrundenstart nicht vorgestellt. Nach zwei Spieltagen haben sie immer noch nicht gewonnen, sich dafür aber durch Boatengs Notbremse schon eine Rote Karte eingehandelt.

Viele Geschichten hätten sich angeboten, noch einmal näher erzählt zu werden. Die von Roberto Di Matteo, der dem FC Bayern als Trainer des FC Chelsea vor zweieinhalb Jahren an selber Stelle viel Schmerz zugefügt hatte. Die von Max Meyer, der als Kind mal ein Supermarkt-Casting bei den Münchnern durchlief, aber erst später als Teenager tatsächlich beinahe bei ihnen gelandet wäre. Oder die von Eric-Maxim Choupo-Moting. „Es ist gut, dass der Bayern-Code geknackt wurde“, hatte der Angreifer des FC Schalke zuversichtlich befunden.

Die Geschichte des gestrigen Abends drehte sich aber um zwei nahezu identische Tore, und sie hatten maßgeblichen Anteil daran, dass der FC Bayern fünf Tage nach dem deftigen 1:4 beim VfL Wolfsburg nun gegen die Schalker beim 1:1 (0:0) den nächsten Dämpfer hinnehmen musste. Arjen Robben hatte die Münchner zwar per Kopf und nach Xabi Alonsos Eckball in Führung gebracht (67.). Doch Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes glich mit einer perfekten Kopie dieses Tores nach Sidney Sams Eckball ebenfalls per Kopf und vom kurzen Fünfereck aus (72.). Es war vor erstmals 75 000 Zuschauern in der erweiterten Arena die passende Pointe eines ausgeglichenen und chancenarmen Spiels, das keinen Sieger verdient hatte.

Eine gewisse Unruhe hatte sich in München ja bereits bemerkbar gemacht, weil der Rückrundenauftakt so umfassend missraten war. Was auch Karl-Heinz Rummenigge auf den Plan rief. „Wir müssen schnell wieder hellwach sein und in die beste Verfassung kommen“, hatte er gesagt und direkt „eine Reaktion“ gefordert. Nun musste der Vorstandsvorsitzende feststellen, dass der Mannschaft von Trainer Pep Guardiola nur bedingt eine Steigerung gelungen war. Und ebenso, dass die nächste Enttäuschung mit einer Formation zustande gekommen war, die einige Überraschungen bereitgehalten hatte.

Die Startformation hatte nicht lange Bestand, da Jérôme Boateng nach einer Notbremse gegen Sidney Sam die Rote Karte sah (18.) und Guardiola um- sowie Dante für Götze einbauen musste. Von Beginn an hatten die Bayern versucht, Druck auf die Schalker auszuüben. Wogegen die sich aber mit einer Fünferkette geschickt wehrten. Ein langer Freistoßschlag von Torwart Fabian Giefer und Choupo-Motings Kopfballverlängerung genügten, um die Bayern bloßzustellen. Sam lief auf und davon, Boateng räumte ihn im Stile eines kampferprobten Türstehers im Strafraum ab. Einen klareren Foulelfmeter sieht man selten, Schiedsrichter Bastian Dankert konnte zudem gar nicht anders, als Boatengs Dienst frühzeitig zu beenden.

Choupo-Motings Foulelfmeter allerdings geriet ebenfalls sonderbar, Torwart Manuel Neuer konnte den schwachen und unplatzierten Versuch locker festhalten. Die große Chance auf die Führung der Schalker war durch eine Rückgabe verschludert worden.

Es war fortan eine spannende, aber selten hochklassige Partie. Was auch daran lag, dass die Schalker an ihrer Fünferkette festhielten und zudem überfordert wirkten, das Geschehen in Überzahl spielerisch zu bestimmen. Selten kamen so Torszenen zustande. Der 19 Jahre alte Timon Wellenreuther, in der zweiten Hälfte für den angeschlagenen Ersatzkeeper Giefer als Nummer drei im Gästetor, erlebte ein recht geruhsames, aber durchwachsenes Bundesligadebüt. Robbens Schuss wehrte er gut ab (57.), bei dessen Kopfball zum 1:0 kurz danach agierte er weniger überzeugend. Doch dann kam ja Höwedes.

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