Schwimm-Entscheidung in der Nacht

Bremer Wellbrock greift nach erster Olympia-Medaille

Wenn alles gut läuft, dann könnte Florian Wellbrock am Donnerstag seine erste Olympia-Medaille gewinnen. Der Finallauf des Schwimmers aus Bremen findet jedoch aus deutscher Sicht zu nachtschlafender Zeit statt.
28.07.2021, 15:30
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Wellbrock greift nach erster Olympia-Medaille
Von Malte Bürger
Bremer Wellbrock greift nach erster Olympia-Medaille

Florian Wellbrock startet am Donnerstag in Tokio im Finale über die 800 Meter Freistil.

Michael Kappeler/dpa

Viele Menschen in Deutschland werden gerade schlafen, wenn Florian Wellbrock ins Becken springt. Doch möglicherweise lohnt es sich, die nächtliche Ruhe zu unterbrechen. Gerade in der Heimat des Schwimmers, in Bremen. Wellbrock kämpft am frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit nämlich um seine erste Olympia-Medaille, gegen 3.30 Uhr steht das Finale über die 800 Meter Freistil an.

Der Doppel-Weltmeister hatte bereits in seinem Vorlauf am vergangenen Dienstag geglänzt, den er als Zweiter hinter dem Ukrainer Michailo Romantschuk beendete und dabei seinen eigenen deutschen Rekord um knapp 1,3 Sekunden unterbot. Im Aquatics Centre von Tokio schlug er nach 7:41,77 Minuten an, der Erstplatzierte war nur unwesentlich schneller (7:41,28 Minuten). In Japan war es zu diesem Zeitpunkt bereits Abend, das Finale steigt nun am Morgen. Normalerweise ist es im Schwimmsport auf internationaler Ebene genau andersherum, doch die Fernsehanstalten der USA haben einige Summen investiert, um trotz der Zeitverschiebung ihre Goldkandidaten zur besten Sendezeit auf die amerikanischen Bildschirme zu schicken. Folglich muss Wellbrock in Asien dieses Mal zeigen, dass er auch unter veränderten Bedingungen Topleistungen abrufen kann.

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„Ich wollte relativ souverän ins Finale schwimmen und im Finale noch eine gute Bahn haben. Man hat schon gesehen, dadurch dass die Vorläufe immer am Abend sind, wird es tendenziell immer ein bisschen schneller", sagte Wellbrock nach seinem ersten Olympia-Auftritt. "Und der eine oder andere hat sich schon ein bisschen verpokert und ist rausgeflogen. Deswegen wollte ich jetzt einfach mal Gas geben und das hat mit Romanchuk ganz gut geklappt."

Ob er sich im Endlauf noch einmal zeitlich steigern kann, vermag der Bremer nicht zu prognostizieren. „Ich habe wahnsinnig lange auf diese Wettkämpfe gewartet, die anderen durften alle schon ran und ich saß hier nur auf heißen Kohlen", sagte Wellbrock nach dem Vorlauf. "Deswegen war es jetzt der erste Start zum Reinkommen. Und ich denke, wenn ich mir das Rennen gleich anschaue und weiß, wie ich mir das eingeteilt habe, dann kann man das vielleicht nochmal ein bisschen optimieren. Aber was dann zur frühen Zeit am Morgen möglich ist, muss man abwarten.“

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Wie eine morgendliche Leistungssteigerung aussehen könnte, hat bereits seine Verlobte Sarah Köhler bewiesen. Die 27-Jährige schwamm am Mittwoch über die 1500 Meter zu Bronze und unterbot dabei den deutschen Rekord um fast sechs Sekunden. Über die gleiche Distanz wird auch Florian Wellbrock noch an den Start gehen, ebenso wie im Freiwasser über die zehn Kilometer. Insbesondere auf den beiden längeren Strecken gehört er zu den großen Goldhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbandes, 2019 wurde er schließlich jeweils Weltmeister in Südkorea. Nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass es auch über die 800 Meter bereits Edelmetall geben könnte. Auch wenn in Deutschland fast alles schläft...

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