Handball-Landesliga Nah dran an den Abstiegsrängen

Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, die TS Hoykenkamp und die HSG Delmenhorst II weisen eine negative Bilanz auf. Zufrieden ist mit dem Saisonstart keines der drei Teams.
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Nah dran an den Abstiegsrängen
Von Michael Kerzel

Delmenhorst/Ganderkesee. Den Saisonstart hatten sich die Verantwortlichen der drei hiesigen Handball-Landesligisten anders vorgestellt: Klar war, dass die Verbandsliga-Absteiger HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und TS Hoykenkamp sich erst mal wieder an die Landesliga Weser-Ems gewöhnen müssen, aus der die beiden Teams vor gut 18 Monaten aufgestiegen waren. Die Landkreis-HSG geht mit einem stark verjüngten Team ins Rennen, bei der Turnerschaft hat eine Verletzungsmisere den sowieso schon kleinen Kader dezimiert. Dennoch sind drei (HSG) beziehungsweise vier Punkte (TS) nicht gerade üppig. Auch für die Oberliga-Reserve der HSG Delmenhorst läuft es in der Landesliga Bremen nicht optimal. Zwei Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber.

HSG Delmenhorst II: Der Start ging für die Delmenhorster vollkommen daneben: Die Sieben des neuen Trainers Adrian Hoppe verlor dreimal am Stück. „Da war ich überhaupt nicht zufrieden, wir waren da einfach schlecht. Es folgten aber zwei gute Spiele und dann eine Niederlage in Fredenbeck, wo wir viel lernen konnten. Die Tendenz ist positiv“, sortiert Hoppe ein.

Das Hauptproblem ist die Abwehr. Mehr als 31 Gegentreffer pro Spiel kassiert die Oberliga-Reserve im Schnitt. „Da müssen wir deutlich zulegen. Aber es sind viele neue Leute dabei, das muss sich auch erst finden“, meint Hoppe. Zuletzt kassierte seine Sieben 40 Tore beim VfL Fredenbeck III. Dort fehlten mit Raphael Schween und Lars Schütte jedoch auch zwei Rückraumsäulen verletzt, zudem wird der etatmäßige Kreisläufer Marcian Markowski bislang in der ersten Mannschaft benötigt. „Die Kreisläufer werden da aber langsam fit, über kurz oder lang kommt Marcian also zurück, dazu die anderen Verletzten. Ich bin sicher, dass wir dann ins gesicherte Mittelfeld kommen. Da hat man dann Ruhe und kann Spieler entwickeln“, blickt der Coach voraus.

Und um diese Entwicklung geht es bei Zweitvertretungen ebenso wie um die Ergebnisse. „Junge Spieler wie Jonas Meissner und Timo Barkemeyer trainieren oft bei der Ersten und spielen bei uns. Sie sollen an die erste Mannschaft herangeführt werden. Wir haben außerdem die Aufgabe, einem talentierten A-Jugendlichen wie Bastian Schäfer die Chance zu geben, im Herrenbereich zu spielen“, berichtet Hoppe. Natürlich brauche die Mannschaft auch Erfolgserlebnisse – doch diese werden kommen, ist sich Hoppe sicher.

TS Hoykenkamp: Das Wohl und Wehe der Turnerschaft hängt von Sebastian Rabe ab. Er ist zweifelsohne einer der Topspieler der Liga. In fünf Spielen traf er bislang 57-mal. Niemand trifft im Schnitt so oft, zudem leitet er viele Angriffe ein. „Er ist ein begnadeter Handballer und unser Spiel ist extrem auf ihn zugeschnitten. Zuletzt hat er auch gelernt, den Kollektivgedanken zu verinnerlichen, den hatte er davor nicht immer“, sagt Coach Lutz Matthiesen. Neben Rabe, der defensiv seine Schwächen hat, fehlt ein weiterer zuverlässiger Schütze.

Zudem hat Matthiesen nur einen kleinen Kader zur Verfügung. Bereits vor der Saison schraubte er die Erwartungshaltung herunter. Die Vorbereitung lief schlecht, viele Akteure trainierten wegen Verletzungen kaum. Hergen Schwarting fehlt noch ein paar Wochen, Christoph Müller-Hill Monate. „Wir haben jede Woche eine andere Sieben. Wir müssen uns bis Weihnachten durchschleppen und versuchen, Platz neun oder zehn zu halten“, erklärt der TS-Trainer. Ursprünglich sei eine Platzierung im Mittelfeld, also zwischen Rang fünf und zehn, angestrebt worden. „Nun wird es wohl auf den neunten oder zehnten Rang hinauslaufen. Wir müssen Punkte für den Klassenerhalt sammeln“, sagte Matthiesen bereits Ende August. Derzeit liegt er mit der Einschätzung richtig: Die Turnerschaft ist Zehnter.

Der kleine Kader fordert seinen Tribut. So brach die Sieben beispielsweise gegen die HSG Osnabrück beim 28:33 kräftemäßig ein, gegen den TV Bissendorf-Holte II verlor die Turnerschaft daheim mit elf Toren Unterschied und war damit noch gut bedient. Der erste Erfolg am zweiten Spieltag gegen die HSG Altes Amt Friesoythe war glücklich, zuletzt gab es jedoch einen souveränen Erfolg gegen den FC Schüttorf. „Da haben wir endlich mal Spielwitz gezeigt“, berichtet Matthiesen. Auch die Abwehr stand etwas besser, an dieser müsse seine Sieben jedoch noch arbeiten.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg: Eine äußerst bittere Niederlage kassierten die Schützlinge von Andreas Müller am vergangenen Spieltag. Als noch 15 Sekunden auf der Uhr waren, stand es unentschieden und die Landkreis-HSG hatte den Ball, verlor diesen jedoch und letztlich auch das Spiel daheim gegen den VfL Rastede. Für die stark verjüngte Mannschaft, in der einige Akteure stehen, die vergangene Saison in der Junioren-Bundesliga aufliefen, gehört das zum Lernprozess im Herrenbereich. Dieser darf jedoch nicht zu lange dauern. Noch ist nicht mal ein Viertel der Saison vorbei, doch die HSG droht früh im Tabellenkeller festzustecken. Nur ein Sieg aus sechs Partien ist zu wenig.

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