Die Bogenschützen des SV Dauelsen drohen das Bundesliga-Finale in Wiesbaden zu verpassen

Nerven bewahren

Dauelsen. Der Plan von Andreas Hehenberger ist ein simpler gewesen: Die von ihm trainierten Bogenschützen des SV Dauelsen sollten bei ihrem Heimwettkampf in der BBS Verden genügend Punkte sammeln, um den vierten Platz in der Nordstaffel der Bundesliga zu festigen. Dieser Rang würde dem SVD am Saisonende für die Qualifikation zum Bundesliga-Finale in Wiesbaden reichen.
17.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Nerven bewahren
Von Florian Cordes
Nerven bewahren

Sebastian Rohrberg bleibt trotz des Abrutschens auf Platz fünf gelassen und glaubt fest an die Finalteilnahme.

FOCKE STRANGMANN

Dauelsen. Der Plan von Andreas Hehenberger ist ein simpler gewesen: Die von ihm trainierten Bogenschützen des SV Dauelsen sollten bei ihrem Heimwettkampf in der BBS Verden genügend Punkte sammeln, um den vierten Platz in der Nordstaffel der Bundesliga zu festigen. Dieser Rang würde dem SVD am Saisonende für die Qualifikation zum Bundesliga-Finale in Wiesbaden reichen. Doch Hehenbergers Plan hat nicht funktioniert. Dauelsen ist in der Tabelle auf den fünften Rang abgerutscht (wir berichteten). Nun müssen seine Bogner beim vierten und letzten Wettkampftag ihre Nerven im Griff haben.

Während das Dauelser Lager über das sportliche Abschneiden mehr oder wenig enttäuscht war, sorgte eine Sache dann doch für Zufriedenheit – und zwar die Anzahl der Zuschauer, die am Sonnabend in die Sporthalle der BBS Verden pilgerten. „Es sitzen 150 Menschen auf der Tribüne. Dass wir diese Marke erreichen, ist im Vorfeld ein großer Wunsch von mir gewesen“, freute sich Andreas Hehenberger über die ansehnliche Kulisse. Der SV Dauelsen hatte vor dem Wettkampf extra mit der Berliner Bogenschützin Lisa Unruh geworben. Sie gewann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille.

Lisa Unruh war nicht die einzige Schützin, die im Vorjahr Olympia-Luft geschnuppert hat und nun in der Domstadt um Bundeliga-Punkte kämpfte. Denn für den SV Querum schießt Florian Floto, der im vergangenen Sommer in Brasilien die Bundesrepublik vertrat. Gleich in seinem ersten Match des Tages traf das Hehenberger-Team auf die Querumer, für die in der Bundesliga auch der Dauelser Heiko Keib an die Linie geht. Der Auftritt wurde für den SVD zu einer Enttäuschung. Andreas Hehenberger schickte seine beiden Top-Schützen Sebastian Rohrberg und Florian Kahllund sowie Andreas Gerhardt ins Rennen. Das Trio hätte keinen schlechteren Start erwischen können: Mit 6:0 schlug der SV Querum den Gastgeber.

Dennoch hielt Hehenberger zunächst an seiner Aufstellung fest. „Es gibt keine Experimente mehr. Wir sind in der Saison an einem Punkt angekommen, an dem es um alles geht“, sagte der Trainer, der in dieser Serie mit dem SV Dauelsen eine ausgeglichene Bundesliga erlebt. Die Entscheidung, personell nicht umzustellen, sollte sich fürs Erste auszahlen. Die Dauelser ließen sich von der Niederlage nicht aus der Ruhe bringen. So sehr Rohrberg und Co. im ersten Match auch enttäuschten, so stark kamen sie zurück: Gegen den BSC Laufdorf schossen die Dauelser die maximale Ringzahl von 60 gleich zwei Mal und siegten mit 6:2.

Im Anschluss ging es gegen den 1. UTK BSC Oberauroff. Mit 7:1 wurde der Tabellenletzte bzwungen. Als die Dauelser dann auch noch den amtierenden Deutschen Vizemeister Sherwood BSC Herne mit 6:4 besiegt hatten, deutete vieles auf einen sehr erfolgreichen Heimwettkampf hin. Dementsprechend fiel das Zwischenfazit von Hehenberger aus. „Wir können nach den ersten vier Matches zufrieden sein. Wir haben jetzt eine Lücke zu den beiden Abstiegsplätzen gerissen“, sagte der Trainer.

Rund anderthalb Stunden später sah die Gemütslage bei Andreas Hehenberger ganz anders aus. „Das ist wirklich bitter“, meinte er, nachdem auch die drei letzten Matches absolviert waren. Denn gegen die drei Topteams BSC BB Berlin (2:6) mit Lisa Unruh, Blankenfelder BS (2:6) und KKB Köln (3:7) setzte es jeweils eine Niederlage. „Eine dieser Begegnungen hätte ich schon noch gerne gewonnen“, bedauerte Hehenberger. Auch einige personelle Umstellungen – der starke Christian Dauel und Holger Rohrbeck erhielten ihre Chance – halfen nicht.

Und während der SV Dauelsen dreifach patzte, zog der SV Querum an den Gastgebern vorbei. Der SVQ hat nun zwei Punkte mehr auf dem Konto und im Rennen zum Bundesliga-Finale die besseren Aussichten. Knapp hinter dem SV Dauelsen liegt Sherwood Herne, das sich auch noch Hoffnungen auf die Endrunde machen darf. „Es wird bis zum letzten Match spannend bleiben“, glaubt Hehenberger. Der Langwedeler Sebastian Rohrberg blieb ebenfalls entspannt. „So schlecht waren wir insgesamt nicht. Im Schnitt war unsere Ringzahl gut. Die anderen waren halt den Tick besser“, sagte der international erfolgreiche Bogner. „Ich sehe da keine große Problematik. Wir müssen sicher noch ein Schippchen drauflegen. Aber die Hoffnung auf die Finalteilnahme ist immer noch da.“

Ob der SV Dauelsen am 18. Februar in Wiesbaden um die Deutsche Meisterschaft schießt, entscheidet sich im hessischen Schöffengrund. Dort müssen Rohrberg und Co. am 4. Februar beim vierten und letzten Wettkampftag der Nordstaffel die Nerven bewahren und Querum wieder überholen.

„Wir müssen sicher noch ein Schippchen drauflegen.“ Dauelsens Bogner Sebastian Rohrberg
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