Fußball

Neue Rolle in alter Liga

Im Sommer zog es Bastian Helms vom Brinkumer SV aus der Bremen-Liga zum Heeslinger SC in die Oberliga Niedersachsen. Dort ist er meist Joker, will sich aber einen Platz in der Startelf erarbeiten.
14.10.2019, 17:47
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Von Niklas Golitschek
Neue Rolle in alter Liga

Bastian Helms ist beim Heeslinger SC meist Joker. Einen Stammplatz beim Oberligisten will er sich aber so schnell wie möglich mit guten Leistungen erarbeiten.

Golitschek

Heeslingen. Die Fußball-Oberliga Niedersachsen hat eben doch ihren Reiz. Um wieder in dieser Spielklasse auf Torejagd zu gehen, hat sich Bastian Helms im Mai dieses Jahres nach anderthalb Saisons mit dem Brinkumer SV in der Bremen-Liga dem Heeslinger SC angeschlossen.

„Ich wollte mich noch einmal verändern und wieder in Niedersachsen spielen“, bestätigt Helms im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits vor seinem Intermezzo am Brunnenweg war der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler fünf Jahre lang mit dem TB Uphusen landesweit unterwegs gewesen. Entsprechend würden ihm die weiteren Fahrtwege auch nichts ausmachen, die sei er noch gewohnt. Und: „Ich fahre lieber mit allen mit dem Bus zu den Spielen.“

Doch nun stehen die Vorzeichen bei Helms anders: Kämpfte er mit dem Turnerbund aus Achim vor allem um den Klassenerhalt, greift er mit dem Heeslinger SC derzeit ganz oben in der Tabelle an. Nach elf Partien mit sieben Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen steht der Klub auf Platz drei des Klassements, zwischenzeitlich sogar noch eine Position höher. Im Niedersachsenpokal der Amateure schied der Sportclub überraschend im Viertelfinale gegen den FC Hagen/Uthlede aus. Angesprochen auf einen möglichen Aufstieg, winkt Helms jedoch ab. „Wir sollten demütig bleiben“, betont er. Mit der aktuellen Platzierung beschäftige sich die Mannschaft gar nicht: „Wir wollen schnell die 40 Punkte kriegen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“ Erst wenn dieses Ziel erreicht sei, könne man sehen, was nach oben hin noch möglich sei.

Doch nicht nur die sportliche Situation, auch Helms' Rolle selbst ist beim Heeslinger SC in dieser Saison eine neue. In Uphusen schnell zum Stammspieler avanciert und in Brinkum ohnehin gesetzter Leistungsträger, kommt er nun auf deutlich mehr Bankzeit: Nach zwei Startelf-Einsätzen im Pokal warf ihn eine Oberschenkelzerrung zurück. In sieben Oberliga-Partien wurde er nun eingewechselt. Helms nimmt das sportlich. „Man muss das realistisch sehen, es gibt derzeit keinen Bedarf zu wechseln“, sagt er mit Blick auf die aktuelle Erfolgssträhne. Klar: „Ich bin mit dem Anspruch hergekommen, zu spielen.“ Über diese Joker-Rolle wolle er noch hinwegkommen. Doch das müsse Helms sich durch Leistung erarbeiten, da sein, wenn sich andere verletzen und gesperrt sind. Beim Heeslinger SC sei die Konkurrenzsituation innerhalb der Mannschaft noch einmal eine andere.

Diese Konkurrenz innerhalb des Teams ändert Helms zufolge jedoch nichts an der Geschlossenheit nach außen hin. Auch er selbst sei gut aufgenommen worden. Mit Malik Gueye hatte er einen alten Teamkameraden aus Brinkumer Zeiten zur Seite, über den auch der Kontakt zum Heeslinger SC entstanden war. Da mehrere Bremer am Burgsteg kicken, gestaltet sich die Anreise zu den Trainingseinheiten einfacher. „Die Fahrten sind immer lustig. Wir sind mit fünf, sechs Leuten unterwegs, teilweise mit zwei Autos. Das verkürzt die gefühlte Fahrtzeit“, umreißt Helms.

Auch an seine Zeit beim Brinkumer SV erinnert sich der Mittelfeldspieler gerne zurück – vor allem an seine erste Saison, in der der BSV in einer überragenden Rückrunde die Schwäche der Konkurrenz ausnutzte und überraschend den Meistertitel einsackte. „Das war ein sensationeller Lauf. Wir hatten eine super Teamchemie“, sagt Helms rückblickend. Als er bei seiner Ankunft zur Winterpause vom Titel gesprochen habe, sei er noch belächelt worden. Doch auf die Siegesfeier folgte in der Folgesaison 2018/2019 eine Flaute. „Wir sind nie richtig an unsere Leistungsgrenze gekommen“, analysiert er auch selbstkritisch. Dann sei auch der Spaß etwas abhanden gekommen.

Angesichts dieser ersten sechs Monate attestiert sich Helms dennoch eine persönliche Entwicklung. „Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen als in Uphusen. Mit Jannik Bender im Zentrum habe ich auch gut zusammengespielt“, sagt er. „In der zweiten Saison haben wir dann alle keinen Schritt nach vorne gemacht.“ Doch inzwischen sehe er den Brinkumer SV wieder im Aufwind. „Sie arbeiten sich gut nach oben und haben einen guten Trainer“, merkt Helms an. Trainer Mike Gabel ist ihm aus seiner Zeit in Uphusen noch wohl vertraut.

Im Vergleich zur Bremen-Liga schätze er auch die größere Leistungsdichte in der Oberliga Niedersachsen, sagt Helms. „Man muss jedes Spiel 100 Prozent geben, es ist bis zum Ende offen.“ Im Bremer Verband sei der Leistungsabfall größer. Dabei wird Helms sich selbst noch einmal beweisen müssen, um wieder einen Stammplatz zu erhalten.

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