Oberliga-Aufsteiger SG Findorff geht selbstbewusst in die Saison Neuzugänge sind „richtige Glücksfälle“

Bremen. Die richtige Widerstandskraft haben sich die Handball-Frauen der SG Findorff schon einmal für die Oberliga Nordsee verschafft: In der Saisonvorbereitung hatten sie drei Box-Trainingseinheiten eingelegt. Auch das Freischwimmen in der neuen Liga haben sie beim zwischendurch eingelegten Wasserballtraining schon bestens geübt.
03.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Die richtige Widerstandskraft haben sich die Handball-Frauen der SG Findorff schon einmal für die Oberliga Nordsee verschafft: In der Saisonvorbereitung hatten sie drei Box-Trainingseinheiten eingelegt. Auch das Freischwimmen in der neuen Liga haben sie beim zwischendurch eingelegten Wasserballtraining schon bestens geübt. Die erste Saison der SG Findorff in der vierten Liga kann also kommen. „Wir freuen uns darauf und sind richtig gespannt“, sagt Annika Bartels, die das Team zusammen mit Uwe Leinfels trainiert. Das Trainerduo ist oberligaerfahren und hatte dort unter anderem bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen gemeinsam gespielt beziehungsweise trainiert.

Für die Findorffer Füchse gilt das freilich nicht. Die 2005 durch die beiden Stadtteilklubs TvdB und TuS Eintracht gegründete Spielgemeinschaft feiert mit der vierten Liga ein Vereinsnovum. Lediglich die Frauen des TuS Eintracht waren von 1976 bis 1978 in der höchsten Bremer Spielklasse vertreten. 1981 schafften sie dann noch einmal den Wiederaufstieg in die Oberliga und waren dort mit 27:17 Punkten auf Anhieb auf dem vierten Rang gelandet. Nach einem weiteren vierten Rang in der darauffolgenden Saison stiegen sie 1984 wieder in die damalige Verbandsliga ab.

Oberliga-Erfahrung

„Fünf Jahre in der Oberliga, das ist doch ein gutes Ziel“, schmunzelt der Findorffer Handball-Abteilungsleiter Rainer Langhorst und ist stolz auf sein großes Zugpferd. Auf alle Fälle hat sich seine erste Frauenmannschaft dafür im Kampf um den Klassenerhalt schon einmal mit vielen neuen Spielerinnen mit Oberliga-Erfahrung gewappnet. Vom Viertliga-Absteiger SV Werder Bremen II wechselten Julia Bindhammer, Katrina Wessels und Luisa Heinen in den Bremer Westen, außerdem legen sich bei den Füchsen die Rückkehrerin Marion Eiskamp und die ehemalige Werder Drittliga-Torfrau Magdalena Ricken nach einer Spielpause wieder mächtig ins Zeug. Sharon Holtz vom Landesligisten TSV Altenwalde und Sina Linda vom Oberligisten HSG Wilhelmshaven komplettieren den aktuell aktiven 17-köpigen Kader.

„Die Qualität der Neuzugänge spricht sowohl menschlich als auch sportlich für meine Mannschaft. Das sind richtige Glücksfälle“, ist Annika Bartels rundum zufrieden. Mit dem großen Aufgebot plus den drei Langzeitverletzten Karoline Hunz, Mareike Demel und Saskia Konusch wird der Aufsteiger auch in die Saison gehen. „Diese Größe brauchen wir aufgrund von Schichtdiensten und privaten Verpflichtung auf jeden Fall“, erzählt die SG-Trainerin. Auch wenn sie als Vizemeister erst durch das Aufstiegsverbot des Landesligameisters TV Oyten III – dessen zweite Vertretung spielt bereits in der Oberliga – in die vierte Liga aufgerückt ist, geht sie selbstbewusst in die neue Saison. „Die anderen Mannschaften kochen ja schließlich auch nur mit Wasser“, meint sie.

Platz fünf in Norderstedt

Eine erste Kostprobe der gestiegenen Anforderungen konnten die Findorfferinnen am vergangenen Wochenende beim Länder-Cup in Norderstedt nehmen. Da sie dort sieben neue Spielerinnen zu integrieren und den Ball erst vor einer Woche in die Hand genommen hatten, ging es gegen den Oberliga-Meister TSV Altenholz entsprechend holprig los (15:29). Gegen den waren die Füchse vor allem gewaltig in die Konterfalle getappt, die alleine von Linksaußen zehnmal zuschlug.

Gegen den Oberligisten TSV Ellerbek brachen die Findorfferinnen nach einem zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand mit 17:26 ein, bevor sie auch gegen die A-Jugend des Gastgebers mit 16:17 das Nachsehen hatten. Dort war nicht nur reichlich Pech im Spiel, die A-Jugend der Norderstedter hatte auch den Bundesliga-Aufstieg nur knapp verpasst, was von einiger Qualität zeugt. Am zweiten Turniertag lief es bei den Westbremerinnen schon um einiges besser, sodass sie sich gegen die HG Norderstedt (Hamburg-Liga) mit 18:15 durchsetzten und auch dem SV Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein-Liga) beim 14:14 einen Punkt abtrotzten. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Am Ende haben die Spielzüge gut geklappt“, fand Annika Bartels. Ihre Mannschaft landete schließlich mit 3:7 Zählern von sechs Teilnehmern auf dem fünften Platz.

Heute erwartet die SG Findorff Klassenkonkurrenten ATSV Habenhausen um 20 Uhr in der Halle Nordstraße.

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