Achim/Baden geht das wohl schon richtungsweisende Aufsteiger-Duell mit Brandenburg ganz entspannt an Nicht mehr als zwei Punkte zu verteilen

Achim. Es wäre sicherlich übertrieben, von einem Kellerderby zu sprechen. Die SG Achim/Baden und der SV Brandenburg-West, die am morgigen Sonnabend (19 Uhr, Gymnasiumhalle) aufeinandertreffen, haben ja jeweils erst ein Spiel absolviert. 29 Spieltage stehen noch aus. Entsprechend entspannt sieht man dem Duell der beiden Neulinge in der 3. Handball-Liga entgegen. "Es ist ein wichtiges Spiel, aber wenn wir verlieren, geht die Welt auch nicht unter", skizziert SG-Rückraumspieler Florian Block-Osmers die Ausgangssituation.
09.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Achim. Es wäre sicherlich übertrieben, von einem Kellerderby zu sprechen. Die SG Achim/Baden und der SV Brandenburg-West, die am morgigen Sonnabend (19 Uhr, Gymnasiumhalle) aufeinandertreffen, haben ja jeweils erst ein Spiel absolviert. 29 Spieltage stehen noch aus. Entsprechend entspannt sieht man dem Duell der beiden Neulinge in der 3. Handball-Liga entgegen. "Es ist ein wichtiges Spiel, aber wenn wir verlieren, geht die Welt auch nicht unter", skizziert SG-Rückraumspieler Florian Block-Osmers die Ausgangssituation.

Ähnlich unaufgeregt geht Trainer Irek Faciejew mit dem Heimdebüt seiner Mannschaft um. "Es sind nur zwei Punkte zu vergeben, wie in den folgenden Partien auch." Über den Gegner will er sich nicht näher imformiert haben. "Ich weiß nur, dass sie gut decken können und die entsprechende Statur dafür haben." Vielleicht gibt man sich aber auch nur so sorglos, spielt die Bedeutung der Begegnung bewusst herunter, um sich nicht einem zusätzlichen Druck auszusetzen. Denn unter Druck stehen die Gastgeber in der gegenwärtigen Konstellation und mit dieser Brandenburger Mannschaft als Gegner zweifellos.

Beide Kontrahenten, die Achimer wie die Havelstädter, sind als Aufsteiger mit dem bescheidenen Anspruch in die höhere Klasse gestartet, dort vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg kämpfen zu wollen. Am ersten Spieltag jeweils ohne Erfolg, wobei die Enttäuschung beim Sportverein über das 25:27 gegen DHK Flensborg noch erheblich größer gewesen sein dürfte als jene beim Team von Trainer Faciejew über die Auswärtsniederlage, die beim Meisterschaftsaspiranten HF Springe mit 28:30 relativ knapp ausfiel.

No-Name-Novizen

Der dänische Handball-Klub aus Flensburg ist ebenfalls ein Neuling mit dem niedrig gesteckten Ziel "Klassenerhalt". Die zwei Punkte, die sie in eigener Halle gegen diesen Underdog aus dem Norden Deutschlands eingebüßt haben, werden sich die Brandenburger also in Achim zurückholen wollen.

Die Niedersachsen wiederum spielen zu Hause, tragen die Favoritenbürde und sind deshalb in Zugzwang. Zumal die nächsten Aufgaben keine leichteren zu sein versprechen. Eine Woche später geht's zur TS Großburgwedel, die vom Hörgerätehersteller und Hannover-96-Clubchef Martin Kind gesponsert wird und im Handstreich die Tabellenführung erobert hat. "Großburgwedel ist natürlich ein ganz anderes Kaliber", weiß Florian Block-Osmers, der sich einen 0:4- oder gar 0:6-Punktestart "natürlich nicht vorgestellt hat". Im Mittelfeld, weiß der schon in der 2. Liga erprobte Rückraummann, "spielt sich's leichter".

Im Vergleich zu den Großburgwedelern, bei denen der Ex-Burgdorfer Heidmar Felixson als Trainer über ein hervorragendes Ensemble bekannter Individualisten verfügt, handelt es sich bei Brandenburg um einen No-Name-Novizen - jedenfalls aus Achimer Sicht. Die Spieler wurden von Faciejew immerhin mit der Hausaufgabe betraut, sich die Videoaufzeichnung vom Brandenburger Match gegen Flensborg anzusehen. So richtig schlau draus geworden ist "Flo" Block-Osmers nicht. "Man sieht eigentlich nur, dass sie Handball spielen, mit sechs Feldspielern und allem, was dazu gehört". Die SG Achim/Baden wiederum wird für die unbekannten Größen von der Havel kein gänzlich unbeschriebenes Blatt sein. Spieler wie Block-Osmers, Patrick Denker und vor allem Cord Katz sind als Zweitliga-Spieler einschlägig bekannt.

Um dieses Trio herum haben Faciejew und dessen Vorgänger Tomasz Malmon eine junge Mannschaft aufgebaut, die aber nach dem Aufstieg in die 3. Liga nicht nach dem Gusto des aktuellen Trainers verstärkt werden konnte.

Wenn man so will, könnte das in der Startphase der Saison ein Plus für Achim sein: Faciejew muss nicht viel Integrationsarbeit leisten. Seine Mannschaft ist eingespielt. Ein Grund mehr, sich mit dem Punkteeinsammeln zu beeilen. Es wird im Laufe der Saison sicherlich noch zu deutlicheren Ergebnissen und selteneren Überraschungen kommen, als es am ersten Spieltag der Fall war. Achim hat zudem das Handicap, dass Malvin Patzack von Oktober bis Januar wegen eines Auslandsaufenthaltes nicht zur Verfügung steht. Der lange Bremer war gegen HF Springe mit acht Treffern erfolgreichster SG-Schütze.

Gegen Brandenburg kann Faciejew aber noch seine Bestbesetzung aufbieten.

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