Unser Spieler der Woche: Timo Hiller vom Fußball-Bezirksligisten SC Twistringen Nichts ist unmöglich

Twistringen. Ob Timo Hiller auch am morgigen Mittwochabend im Bezirkspokal-Halbfinale gegen den SV Bavenstedt auf die Fußballschuhe seines Teamkollegen Julian Fuhrmann ausweicht, ist noch nicht in Gänze geklärt. „Es hängt davon ab, ob Julian spielen kann oder nicht“, sagt der Stürmer des Bezirksligisten SC Twistringen und fügt einen entscheidenden Zusatz an: „Ich hätte aber nichts dagegen, wenn er mir seine Schuhe noch einmal ausleihen würde.
12.05.2015, 00:00
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Nichts ist unmöglich
Von Dennis Schott

Ob Timo Hiller auch am morgigen Mittwochabend im Bezirkspokal-Halbfinale gegen den SV Bavenstedt auf die Fußballschuhe seines Teamkollegen Julian Fuhrmann ausweicht, ist noch nicht in Gänze geklärt. „Es hängt davon ab, ob Julian spielen kann oder nicht“, sagt der Stürmer des Bezirksligisten SC Twistringen und fügt einen entscheidenden Zusatz an: „Ich hätte aber nichts dagegen, wenn er mir seine Schuhe noch einmal ausleihen würde.“

Fuhrmanns Treter brachten Timo Hiller im vergangenen Spiel gegen den TSV Bassum nämlich Glück. Mit zwei Toren war der Twistringer maßgeblich am 4:0-Erfolg beteiligt, und das, obwohl vor dem Anpfiff die Schnürsenkel seiner eigenen Schuhe gerissen waren und er auf die Ausleihe seines Teamkollegen angewiesen war.

Klassenerhalt eingetütet

Die Geschichte hinter dem mittlerweile 13. Saisonsieg ist aber nicht allein die von Timo Hiller und seinen Schuhen. Es ist auch die des damit endgültig eingefahrenen Klassenerhalts. Und doch scheinen beide Geschichten untrennbar miteinander verwoben zu sein. Gerade zu Saisonbeginn hatte Timo Hiller bei den Blaumeisen, die in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entkommen waren, eingeschlagen. Wovon zu dieser Zeit nicht unbedingt auszugehen war, kam Timo Hiller doch vom TSV Drentwede, der lediglich in der 2. Kreisklasse aktiv ist. Der Stürmer ließ sich den Sprung von drei Ligen indes nicht anmerken, sondern wirkte so, als wäre er bei den Blaumeisen schon seit Jahren feste Stammkraft. Die war er im Laufe der Saison nicht immer. Timo Hiller fand sich vereinzelt auf der Ersatzbank wieder, auch deshalb, um ihm eine Verschnaufpause zu verschaffen. Aber allein seine Trefferquote untermauert den Stellenwert Hillers im Team. Mit zwölf Toren führt er die interne Schützenliste an. Seinen Torinstinkt bewies er jüngst einmal mehr. Der SC Twistringen steht damit aktuell auf dem fünften Tabellenplatz. Nur zwischen dem neunten und 13. Spieltag war der Bezirksligist um einen Rang besser postiert. Mehr geht für einen Fast-Absteiger eigentlich nicht.

„Meine erste Saison ist wirklich super gelaufen“, resümiert Timo Hiller. Er war schon in der vergangenen Spielzeit des Öfteren im Twistringer Stadion gewesen, um sich die Spiele seines Bruders Niklas, der zu dieser Zeit bereits das Trikot der Blaumeisen trug, anzuschauen. In dieser Saison nun hat Timo Hiller seinem Bruder – zumindest an Toren gemessen – den Rang abgelaufen. Niklas Hiller (sieben Tore) kommt erst nach Marco Kappermann (neun) an dritter Stelle. Die Brüder sind aber weit davon entfernt, ein familieninternes Duell auszutragen. „Wir haben damals schon in Drentwede super zusammengespielt. Und so ist es auch in Twistringen. Letztes Mal habe ich für ihn aufgelegt, gegen Bassum hat er es für mich getan. Das passt schon“, sagt Timo Hiller.

Und weil es im Moment so gut läuft, hält die Saison nach dem sicheren Ligaverbleib noch einen weiteren Höhepunkt bereit: das Halbfinale im Bezirkspokal gegen den Landesligisten SV Bavenstedt (morgen, 19 Uhr). Allein das ist schon mehr als sich die Twistringer erträumt hatten. Sie hatten in der ersten Runde den favorisierten TV Stuhr geschlagen, in der dritten den Landesliga-Absteiger SV Steimbke und im Viertelfinale den klassenhöheren HSC Hannover nach Elfmeterschießen ausgeschaltet. Und nun kommt es also zum Aufeinandertreffen mit dem SV Bavenstedt. Eine Partie, die bereits in aller Munde ist. „Wir reden schon viel darüber“, gibt Timo Hiller zu. Alle Spieler seien „heiß“, er eingeschlossen. „Bavenstedt ist natürlich klarer Favorit. Aber wenn wir so lange wie möglich das 0:0 halten, ist vielleicht etwas drin“, sieht der Twistringer sein Team nicht gänzlich chancenlos. Und dann fügt er einen Satz an, der zunächst abgedroschen klingt, aber doch seine Berechtigung besitzt: „Im Fußball ist alles möglich.“

Wer könnte das besser sagen als Timo Hiller, der zu dieser Saison drei Ligen übersprang, mit zwölf Treffern erfolgreichster Twistringer ist, mit der Mannschaft souverän den Klassenerhalt eingetütet hat und im Bezirkspokal-Halbfinale steht.

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