18-Jährige läuft ersten Marathon Nicole Roskoschs schmerzendes Debüt

Bremen·Brinkum. Es gibt sie, die großen Helden eines Marathon-Rennens, die im Vorderfeld mit starken Leistungen die Trophäen ergattern und im Rampenlicht stehen. Und dann gibt es die kleinen Helden, deren aufopferungsvoller Einsatz nicht minder beeindruckend ist - Nicole Roskosch ist einer dieser Helden.
21.09.2010, 01:30
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Nicole Roskoschs schmerzendes Debüt
Von Malte Bürger

Bremen·Brinkum. Es gibt sie, die großen Helden eines Marathon-Rennens, die im Vorderfeld mit starken Leistungen die Trophäen ergattern und im Rampenlicht stehen. Und dann gibt es die kleinen Helden, deren aufopferungsvoller Einsatz nicht minder beeindruckend ist - allein die Zeit und die Platzierung sind es erst auf den zweiten Blick. Nicole Roskosch ist einer dieser Helden, denn die 18-jährige vom FTSV Jahn Brinkum hat ihren ganz persönlichen Triumph beim Marathon in Bremen gefeiert: Nach 5:28,47 Stunden hatte sie erstmals die 42,195 Kilometer absolviert.

'Mir tut alles weh, besonders die Oberschenkel schmerzen', gesteht sie einen Tag nach ihrer Premiere. 'Und so ganz zufrieden bin ich mit meiner Zeit auch nicht.' Denn Debüt hin oder her: Eigentlich wollte sie unter fünf Stunden bleiben. 'Doch auf der Strecke war es hart, es war sehr windig und regnerisch, zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob ich aussteigen soll.' Doch dann biss sie sich durch, auch weil ihre Eltern am Streckenrand allerlei aufmunternde Worte parat hatten. 'Ich bin zwar ein kurzes Stück gegangen, aber dann habe ich mich durchgekämpft.'

Normalerweise zieht die Brinkumerin über zehn Kilometer oder die Halbmarathondistanz ihre Kreise, doch sie hatte einen großen Traum: 'Mit 18 wollte ich unbedingt bei einem Marathon mitmachen - am liebsten in Bremen.' Drei bis vier Mal die Woche wurde bei Wind und Wetter trainiert, manchmal gab es noch eine Zusatzeinheit. 'Auch wenn es anstrengend war, es hat riesigen Spaß gemacht. Die Atmosphäre war einfach toll.' Eine Fortsetzung ist keinesfalls ausgeschlossen. 'In diesem Jahr mache ich nur noch Crossläufe, aber im nächsten Jahr geht es vielleicht nach Hamburg. Dort will ich dann auch eine Zeit um die 4:40 Stunden laufen', erzählt die angehende Bäckereifachverkäuferin.

Bis sie in die Sphären eines Oliver Sebrantke vom LC Hansa Stuhr vorstößt, benötigt sie also noch eine ganze Weile. Der Vorjahressieger landete dieses Mal auf Rang drei (wie bereits in der gestrigen Ausgabe des WESER-KURIER zu lesen war). Es war aber nicht der einzige Erfolg für Sebrantke. Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen wurde das anvisierte Projekt Gold in die Tat umgesetzt. Im Mannschaftsrennen gab es Rang eins, darüber hinaus landeten Sonja Rikken (W35) und Angela Welp (W50) in ihren Altersklassen auf dem obersten Podestplatz. Mario Lawendel wurde bei den Herren Neunter, Werner Wührmann (M55) stürmte auf Platz zwei seiner Klasse. Birgit Niemann-Scheffel wurde Dritte (W45), Peter Grahl Fünfter (M65).

Vom SC Weyhe schnitt Tatjana Häntschke (W50) als Vierte am besten ab, Hans Endl (M55) wurde Siebter. Der Bassumer Cord Stöver machte in der M35 auf sich aufmerksam, in der er ebenfalls Siebter wurde. Gesine Rösner (W45) vom Tri Team Schwarme landete auf Rang vier.

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