Akteur vom Bremen-Ligisten TSV Melchiorshausen Nils Ruscher ist der Spieler der Woche

Melchiorshausen. Der Blick in die Vergangenheit macht Mut. Fast auf den Tag genau, am 24. April 2010, hatte Fußball-Bremen-Ligist TSV Melchiorshausen noch einmal richtig Anlauf genommen, um doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt zu schaffen.
03.05.2011, 05:00
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Nils Ruscher ist der Spieler der Woche
Von Malte Bürger

Melchiorshausen. Der Blick in die Vergangenheit macht Mut. Fast auf den Tag genau, am 24. April 2010, hatte Fußball-Bremen-Ligist TSV Melchiorshausen noch einmal richtig Anlauf genommen, um doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt zu schaffen. Gegen den VfL 07 Bremen gelang seinerzeit ein 2:1-Erfolg. Es war der Auftakt zu einem Hechtsprung ans rettende Ufer, der bekanntlich erst in der allerletzten Sekunde der Saison einen sicheren Halt fand. Etwas mehr als ein Jahr später scheinen sich die Ereignisse zu wiederholen. Erneut gelang ein Sieg gegen den VfL 07, Nils Ruscher markierte kurz vor Schluss den so eminent wichtigen Treffer zum 1:0-Triumph und ist deshalb unser Spieler der Woche.

Eigentlich hätte es für den 29-Jährigen aber auch ganz anders laufen können - wobei "laufen" in diesem Zusammenhang womöglich der falsche Ausdruck ist. Nils Ruscher plagt sich nämlich mit erheblichen Knieproblemen herum, um ein Haar wäre der heimische Sessel oder immerhin die Bande im Estadio de la B6 das Höchste der Gefühle gewesen. "Ich habe jetzt meinen zweiten Kreuzbandriss hinter mir, den ich aber noch nicht habe operieren lassen", erzählt der Angreifer, um dann noch schnell hinterherzuschieben: "Und dann ist da noch der Knorpelschaden."

Es gibt Kicker auf diesem Planeten, die haben schon wegen deutlich harmloserer Blessuren die Stiefel eingemottet. Nicht so der Melchiorshauser. "Ich spiele einfach viel zu gerne Fußball. Da kommt es überhaupt nicht infrage, dass ich aufhöre", bekräftigt Nils Ruscher. Zumal ihm die persönlichen Erfolgserlebnisse der jüngsten Partien durchaus Recht geben. An mehreren Treffern des TSV war er direkt beteiligt, auch wenn es am Ende nicht immer zum Sieg gereicht hat. "Ich habe in den vergangenen Monaten gut trainieren können, jetzt zahlt sich diese Arbeit aus." Und eine sichere Erkenntnis hat Ruscher, der einst vom TSV Weyhe-Lahausen kam, dadurch für sich gewonnen: "Ich spiele, solange mich die Beine tragen."

In welcher Liga er das in der kommenden Saison tun wird, ist logischerweise fraglich. Bei welchem Verein er auch künftig die Knochen hinhalten wird, scheint dagegen geklärt. "Ich werde wohl in Melchiorshausen bleiben, denn der angekündigte Umbruch wird dieses Mal wirklich umgesetzt", meint der 29-Jährige. "Sieben neue Spieler haben meines Wissen bereits für die neue Saison zugesagt, der erste Schritt ist also gemacht."

Aus Sicht des Stürmers ist eine Renovierung jedenfalls der einzige Weg, der wirklich Sinn macht. "In dieser Saison hatten wir immer wieder personelle Probleme, weil etliche Spieler aus beruflichen Gründen keine Zeit haben. Solch ein Ausfall ist natürlich nachvollziehbar, aber dennoch unglücklich", urteilt Ruscher. "So sind wir wieder ins gleiche Fahrwasser geraten, in dem wir auch schon in der Saison zuvor waren. Jede Woche steht da eine andere Mannschaft auf dem Platz, jedes Mal muss man sich komplett neu motivieren. Das macht die Sache nicht einfacher."

Nackenschläge gab es dabei eine Menge, teilweise blieb es nicht bei einer harmlosen Niederlage. Meist zeigte sich die Pleite von ihrer hässlichen Seite und verwandelte sich in eine handfeste Klatsche. "Trotzdem haben wir natürlich weiter die Hoffnung, dass wir den Klassenerhalt schaffen", schildert Ruscher. "Grundsätzlich ist es zwar egal, in welcher Liga wir den Neubeginn wagen, aber natürlich wäre es schon schön, wenn es letztlich die Bremen-Liga wäre. Die Motivation dürfte in dieser Klasse dann doch deutlich höher sein."

Wenn es nach den Melchiorshausern geht, steht in diesem Monat also erneut ein Wimpernschlagfinale um den Klassenerhalt bevor. "Der Spielplan ist jedenfalls ähnlich wie vor einem Jahr", weist Ruscher auf eine weitere Parallele hin. "Am vorletzten Spieltag treffen wir wieder auf Brinkum, damals haben wir 3:2 gewonnen."

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