Ersatzgeschwächter SV Grohn unterliegt ESC Geestemünde 1:5 – Reiß übernimmt Traineramt Niveauloser Kick auf dem Oeversberg

Grohn. Bereits nach 30 Sekunden machte der Ball schlapp und musste ausgewechselt werden. Ein Symbol für das, was sich am Sonntagnachmittag auf dem Oeversberg abspielte: Die Akteure des SV Grohn und des ESC Bremerhaven zeigten Sommerfußball ohne Bremen-Liga-Niveau.
10.04.2017, 00:00
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Von Klaus Grunewald

Grohn. Bereits nach 30 Sekunden machte der Ball schlapp und musste ausgewechselt werden. Ein Symbol für das, was sich am Sonntagnachmittag auf dem Oeversberg abspielte: Die Akteure des SV Grohn und des ESC Bremerhaven zeigten Sommerfußball ohne Bremen-Liga-Niveau.

Immerhin sahen die rund 60 Zuschauer in dieser Begegnung sechs Tore: Fünf für die Seestädter und eines für den abgeschlagenen Tabellenletzten, der in der Landesliga einen Neuanfang starten will.

Mit Torben Reiß, wie am Rande des Rasenplatzes zu erfahren war. Das Grohner Urgestein, das zuletzt den Fußball-Landesligisten DJK Germania Blumenthal und Ex-Bremen-Ligisten Vatan Spor trainierte, will die Grohner zusammen mit Matthias Günther wieder in die Erfolgsspur führen. Gestern mussten mit Günther und Thomas Schramm zwei Altherrenspieler die Trikots überstreifen, weil etliche Stammspieler des Bremen-Ligisten wegen Verletzungen und beruflicher Verpflichtungen abgesagt hatten. Die Voraussetzungen für Trainer Waldemar Krajczyk, endlich einmal wieder ein Erfolgserlebnis auf dem Oeversberg zu feiern, waren also alles andere als optimal. Obwohl auch die Geestemünder Akteure mit großen Sorgen anreisten. Sieben der letzten acht Pflichtspiele hatten sie verloren, mit einer weiteren Niederlage hätten sie zum Kreis der abstiegsgefährdeten Mannschaften gezählt.

Allerdings war nach dem Anpfiff und dem Einwechseln eines neuen Balls nichts von einer weiteren Schlappe der Seestädter zu spüren. Sie übernahmen sofort das Kommando auf dem holprigen Rasenplatz in Grohn, während sich die Gastgeber in der ersten Halbzeit lediglich zwei Torchancen erarbeiteten. In der 16. Minute wuchtete Arbnor Brahimi einen Freistoß aus 24 Metern an die Latte. Und vier Minuten vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Mirel-Ioan Arghir verfehlte Maciej Grawonski ebenfalls mit einem Freistoß das Tor um zwei Meter.

Zu diesem Zeitpunkt führte der ESC Geestemünde bereits mit 2:0. Fabian Nord hatte mit einem satten Schrägschuss das 1:0 erzielt (13.), Tim Grundmann erhöhte sieben Minute später auf 2:0, nachdem Grohns Keeper Florian Samorski den Ball bei einem Abwehrversuch nicht hatte festhalten können. Ein Fehler, den Samorski aber in der zweiten Halbzeit mehrfach wieder gutmachte, als er Schüsse der Gäste aus Nahdistanz reaktionsschnell entschärfte.

Trotz der verdienten Führung war ESC-Coach Bernd Grundmann alles andere als zufrieden mit dem, was seine Schützlinge auf dem Oeversberg produzierten. Viel Leerlauf und Ideenlosigkeit prägten auch das Spiel der Gäste. „Es dauert ja bis Weihnachten, bevor du endlich abgespielt hast“, hallte Grundmanns zornige Stimme Mitte der ersten Halbzeit über den Platz.

Ein Weckruf, wie sich danach und insbesondere im zweiten Durchgang zeigen sollte. Kaum hatte der Unparteiische die Partie wieder angepfiffen, lag der Ball erneut im Grohner Netz. Tim Grundmann hatte aus Nahdistanz das 3:0 und damit sein zweites Tor für die Gäste erzielt (46.).

Nachdem anschließend noch zwei Mal die Querstange des Grohner Gehäuses erzitterte, durften die Fans der Nordbremer aber den schönsten Angriff ihrer Mannschaft ­erleben. Über Keisuke Morikami und Michael Busche gelangte der Ball zu Maciej Gawronski, der ihn aus 18 Metern zum ­Ehrentreffer ins Geestemünder Netz drosch (56.).

Von Frühlingserwachen wie ringsum in der Natur konnte bei den Gastgebern aber keine Rede sein. Ali Moussa mit einem Elfmetertor (Busche war der Ball an die Hand gesprungen) in der 75. Minute und Eduard Kimmel (90.+1) sorgten für den auch in der Höhe verdienten 5:1-Auswärtssieg.

Während der Grohner Übungsleiter Waldemar Krajczyk feststellte, dass sich einige seiner jungen Spieler eine Scheibe bei den Altherren-Kickern Thomas Schramm und Matthias Günther abschneiden könnten, sprach ESC-Coach Bernd Grundmann von einem schlechten Spiel ohne Bremen-Liga-Format: „Positiv ist nur, dass wir drei Punkte mitnehmen.“

„Positiv ist nur, dass wir drei Punkte mitnehmen.“ Bernd Grundmann, ESC-Coach
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