Fußball-Bezirksliga

Nur Bassen hält mit Etelsen Schritt

Die Fußball-Bezirksliga-Teams aus dem Landkreis Verden und Sottrum befinden sich zurzeit in der Winterpause. Zeit, um eine Zwischenbilanz zu ziehen.
20.12.2019, 17:18
Lesedauer: 4 Min
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Von Nico Brunetti
Nur Bassen hält mit Etelsen Schritt

Der TSV Bassen um Andre Daszenies (rechts) sitzt Spitzenreiter TSV Etelsen, dem Team von Alex-Christian Ruf, im Nacken.

Björn Hake

Momentaufnahme, so lautet meistens das Stichwort nach einem guten oder schlechten Saisonstart – nachvollziehbar. Schließlich lässt sich nach wenigen Spieltagen nicht immer die richtige Tendenz ableiten. Wenn aber erst einmal kein Ball mehr rollt und sich alle Mannschaften in einer Liga in der Winterpause befinden, dann ergibt eine erste große Bestandsaufnahme durchaus Sinn. In der Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 ist das aktuell der Fall. Es ist also Zeit, um auf das bisher Geschehene zurückzublicken: Wie haben sich die acht Teams aus dem Landkreis Verden und der Aufsteiger aus Sottrum bisher geschlagen?

Der Favorit wird seiner Rolle gerecht

Und bei dieser Zwischenbilanz müssen sich die Vereine wahrlich nicht verstecken. Allen voran der TSV Etelsen:Die Schlossparkkicker gingen als Titelkandidat Nummer eins in die Saison. Der TSV hätte sich kaum besser präsentieren können. Das Team von Trainer Nils Goerdel steht mit 15 Siegen aus 18 Begegnungen ungeschlagen an der Tabellenspitze. Besonders bemerkenswert ist die geringe Anzahl der Gegentore. Denn nur Sottrums Matthias Michaelis, die beiden Heeslinger Rayk Hess und Nico Finke sowie die beiden Bassener Daniel Wiechert und Thomas Pfeifer schafften es, einen Treffer gegen den Spitzenreiter zu erzielen. Neben der defensiven Stabilität zeichnet die Etelser aber auch die Offensivstärke aus. Mit 60 Toren besitzt der TSV den besten Angriff der Liga. Das ist vor allem dem Sturmtrio Bastian Reiners, Timo Schöning und Emrullah Gülalan zu verdanken: Zusammen haben sie 32 Tore beigesteuert. Wenngleich Gülalan aufgrund einer beruflichen Veränderung in der Zukunft vielleicht nicht mehr das Etelser Trikot überstreift, scheinen die Schlossparkkicker unaufhaltsam in Richtung Landesliga zu marschieren. Diese Botschaft sendete der TSV auch im letzten Spiel vor der Winterpause: Das Goerdel-Team ließ es beim 11:0 gegen den FC Hansa Schwanewede noch einmal richtig krachen.

TSV Bassen in Lauerstellung

Seine Konkurrenz hat der TSV Etelsen fast komplett abgehängt. Eine Ausnahme bildet der TSV Bassen. Mit 39 Zählern aus 17 Partien befinden sich die Bassener in Lauerstellung. Somit hat das Team von Trainer Uwe Bischoff bislang eine ausgezeichnete Runde gespielt. Den Lohn für den Zweiten gab es am 17. November. Da kam es an der Dohmstraße nämlich zum Gipfeltreffen zwischen Bassen und Etelsen, vor großer Kulisse von mehr als 500 Zuschauern. Und auch der 4:2-Sieg der Etelser schmälerte den positiven Eindruck der Bassener keineswegs – zumal die Pleite sich nicht negativ auswirkte. In den beiden Begegnungen danach – zu Hause gegen den SV Ippensen (3:0) und beim FC Hansa Schwanewede (2:1) – holten die Bassener alle sechs Punkte. Das gibt ihnen die Möglichkeit, die Meisterschaft weiter im Auge haben zu können. Aufgrund der Eingespieltheit und der positiven Entwicklung darf die Bischoff-Elf definitiv nicht abgeschrieben werden.

Vier Mannschaften im Mittelfeld

Bei anderen Bezirksligisten ist die Meisterschaft dagegen kein Thema. Sie alle haben vorrangig ein Ziel: den Klassenerhalt. Insbesondere der FSV Langwedel-Völkersen mit Daniel Throl, dem Führenden der Torjägerliste (17 Treffer), und auch der SV Vorwärts Hülsen befinden sich dahingehend auf einem sehr guten Weg. Der FSV rangiert mit 23 Zählern auf dem siebten Rang, die Hülsener liegen nur zwei Punkte dahinter auf dem achten Tabellenplatz. Es ist auch realistisch, dass beide Mannschaften die Saison genau dort beenden. Beide Teams wirken zu erfahren und zu stark, um tatsächlich im neuen Jahr noch unten reinzurutschen. Um weiter oben zu landen, mangelt es sowohl Langwedel als auch Hülsen allerdings an der Konstanz.

Eine ordentliche Halbserie haben bisher zwei Neulinge absolviert: Beide Aufsteiger, der TV Sottrum und der TSV Achim, gehen auf einem Nichtabstiegsplatz in die Winterpause. Aber sie müssen auch wachsam bleiben: Weder der TVS mit 20 Punkten noch die Achimer mit 18 Zählern können sich sicher fühlen. Gerade der TSV muss gut aus der Winterpause kommen. Nach zwei Remis und vier Niederlagen in den vergangenen sechs Partien kann von einem Abwärtstrend gesprochen werden, zudem beträgt der Abstand auf den 13. Platz nur zwei Punkte. Entsprechend gewarnt ist Achims Trainer Sven Zavelberg, der sein Team mit einer intensiven Wintervorbereitung wieder in die Spur bringen will.

Trio bangt um Klassenverbleib

Der TV Oyten, der 1.FC Rot-Weiß Achim und der MTV Riede gehören in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 zu den heißesten Abstiegskandidaten. Zumindest die Oytener dürfen trotzdem über ihren eigenen Punktestand erleichtert sein. Denn für die Fußballer von Trainer Axel Sammrey hätte es noch schlimmer kommen können, so stand der TVO nach neun Spielen und nur zwei Zählern mit dem Rücken zur Wand. Weil sich das junge Team dann aber steigerte und in den darauffolgenden acht Begegnungen 16 Punkte sammelte, besitzt der 13. im neuen Jahr alle Chancen, den Relegationsplatz zu verlassen. Und das ist dem TVO auch zuzutrauen. Mit Axel Sammrey haben die Oytener nämlich einen sehr routinierten Trainer, der die Liga kennt und weiß, wie solche schwierigen Situationen angegangen werden müssen. Kontinuität auf dem Trainerposten gibt es dagegen beim schlechter postierten Tabellennachbarn 1.FC Rot-Weiß Achim nicht. In die Spielzeit starteten die Achimer mit Ilyas Uyar, für den dann Andreas Taubhorn übernahm und nun steht mit Costa Efeoglou schon der dritte Coach an der Seitenlinie. Das Trainer-Wirrwarr ist eine Parallele zur Vorsaison, als es bei RW ähnlich zuging. Wie im Vorjahr stehen die Achimer zur Winterpause erneut auf einem Abstiegsplatz. Am Ende stand aber der Klassenerhalt zu Buche – dies ist auch in dieser Spielzeit wieder realistisch. Im Kader ist zweifelsohne viel fußballerische Klasse vorhanden, wie das Efeoglou-Team unter anderem in den vergangenen zwei Begegnungen in Sottrum (1:1) und im Stadtderby gegen den TSV Achim (2:1) zeigte.

Die meisten Sorgen in der Liga muss sich der MTV Riede machen. Beim Schlusslicht geht seit Monaten kaum etwas zusammen, längst ist die Euphorie des guten Saisonstarts verflogen. So haben die Rieder ihren dritten und bis dato letzten Saisonsieg im September gefeiert: 3:2 gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck. Danach ging es bergab. Drei Punkte aus zwölf Spielen hatten ein Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz zur Folge. Ein entscheidender Faktor dafür war eine große Verletzungsmisere, unter anderem fielen die beiden torgefährlichen Angreifer Lennart Schröder und Marvin Just für einen längeren Zeitraum aus. Für die Restrunde im neuen Jahr hat sich der MTV aber einiges vorgenommen. Wenn sich die meisten wichtigen Spieler gut erholen und wieder regelmäßig wieder auf dem Platz stehen, dann ist im Abstiegskampf mit Riede zu rechnen. Eine Überzeugung, die Spartenleiter Frank Lindenberg zuletzt äußerte. Riede wird zudem mit einem anderen Trainer ins neue Jahr gehen: Marc Wurthmann hat seinen Posten freiwillig geräumt.

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