Fußball-Bezirksliga Nur Blumenthal II holt einen Punkt

Kein Nordbremer Verein konnte am 27. Spieltag der Fußball-Bezirksliga einen Dreier einfahren. Auch der Landesliga-Absteiger SV Türkspor unterlag im Spitzenspiel Tabellenführer SG Findorff mit 0:4.
28.05.2018, 15:50
Lesedauer: 4 Min
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Von MARTIN PRIGGE

Bremen-Nord. Kein Nordbremer Verein konnte am 27. Spieltag der Fußball-Bezirksliga einen Dreier einfahren. Der Landesliga-Absteiger SV Türkspor unterlag im Spitzenspiel Tabellenführer SG Findorff mit 0:4 und hat damit keine Ambitionen mehr auf die Meisterschaft, die sich Findorff sicherte – für den Wiederaufstieg sind die Burgwall-Kicker auf Schützenhilfe angewiesen.

Punkten, wenn auch nur einfach, konnte die Reserve des Blumenthaler SV beim 3:3 gegen CF Victoria Bremen ’05, womit immerhin ein Zähler für den Klassenerhalt heraussprang. Zwar bereits gesichert hat ihren Startplatz in der Bezirksliga die SG Aumund-Vegesack II, ging jedoch beim Tabellenzweiten TSV Hasenbüren mit 2:8 unter. Auch der abstiegsbedrohte 1. FC Burg ging beim 1:2 gegen den Dritten FC Huchting leer aus.

Blumenthaler SV II – CF Victoria Bremen ’05 3:3 (2:2): Beim Gastgeber wechselten sich gute Phasen mit schlechten Phasen ab. „Wenn es gut lief, kamen wir vors Tor und wenn nicht, luden wir den Gegner zum Toreschießen ein“, berichtete BSV-Trainer Sven Landwehr.

Zunächst gingen die Victoria-Akteure durch Alexis Melloh früh in Führung (5.), ehe Janis Hennecke kurz darauf ausgleichen konnte (13.). Nur zwei Minuten später jubelten die Gäste jedoch wieder über die Führung – Nils Larionows netzte ein (15.). Mit einem 2:2 ging es schließlich in die Pause, weil Blumenthals Jannik Stein noch den Ausgleich erzielte (22.).

Relativ ausgeglichen begann der zweite Durchgang, ehe BSV II in der 68. Minute ein Foulelfmeter zugesprochen wurde – Paul Barton verwandelte zum 3:2 und alles sah nach Sieg aus. Auch, weil Victoria sich inzwischen aufgrund einer Gelb-Roten Karte wegen Meckerns dezimiert hatte.

Kurz vor dem Ende gelang Jan Hohagen aber noch der 3:3-Ausgleich für die Gäste, die fast mit dem Schlusspfiff sogar noch das Siegtor markiert hätten, wäre da nicht der aufmerksame BSV-Torhüter Maximilian Braun und seine Fußabwehr gewesen. BSV-Coach Landwehr: „Wir halten die Spannung hoch. Das wird nun gegen Hasenbüren und Türkspor nicht einfach, aber wir wollen auf jeden Fall ein Endspiel gegen den Konkurrenten aus Geestemünde vermeiden.“

TSV Hasenbüren – SG Aumund-Vegesack II 8:2 (1:2): Schnell abhaken muss das Vegesacker Trainerduo Manuel Broekmann/Michael Leopold dieses fürchterliche Ergebnis. „Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen“, sprach Spielertrainer Manuel Broekmann nach dem Abpfiff von einem Ausrutscher. Zuerst war SAV II in Führung gegangen: Nico Brich erzielte nach Vorlage von Alexander Kop das 1:0 (12.), und nach einer halben Stunde erhöhte Nils Dettmering nach einem Zuspiel von Veysel Yasak auf 2:0 (31.).

„Dann hätten wir auf 3:0 erhöhen müssen“, ärgerte sich Manuel Broekmann. Stattdessen vergaben die vorherigen Torschützen Brich und Dettmering Großchancen, und durch einen ärgerlichen Abwehrfehler von Aras Ahmad kam die Hasenbürener zum 1:2-Anschlusstreffer durch Marc Alexius (37.). SAV II ging nun auf dem Zahnfleisch. „Zur Pause waren schon drei Spieler kaputt, die derzeit fasten oder mit der Sonne ihre Probleme hatten. Wir konnten aber nur einmal wechseln“, erklärte Broekmann – zwei Drittel seines Teams fastet momentan im Zuge des Ramadans.

Ab der 50. Minute, gerade als Hasenbüren den 2:2-Ausgleich erneut durch Marc Alexius markiert hatte, brachen die Vegesacker dann vollends ein. „Wir waren nicht schlecht, bis die Kraft ausging“, gab Manuel Broekmann an. Das einseitige Torfestival begann nach einer überzogenen Gelb-Roten Karte gegen Vegesacks Alexander Kop aufgrund eines erneuten Foulspiels. Christoph Greinke (69.), Stefan Frost (73.), Steffen Rosilius (76.), Sebastian Wegner (86.), Sven Paesler (88.) und zuletzt erneut Greinke (90.) schossen SAV II mit 8:2 vom Platz.

1. FC Burg – FC Huchting 1:2 (1:0): Langsam wird es eng in der Tabelle, dabei hatten die Burger nach der katastrophalen Hinrunde seit Wiederbeginn im Februar eigentlich gute Leistungen abgeliefert. Gegen Huchting gab es jedoch erneut nichts Zählbares, sodass das Team von Spielertrainer Mirko Wendland weiter um den Klassenerhalt bangen muss.

Die Partie wurde mit 30-minütiger Verspätung angepfiffen, weil der angesetzte Schiedsrichter erst später eintraf. Von der ersten Minute an wollte Burg den Sieg – und spielten auch so. Die verdiente 1:0-Führung entstand nach einem von Mirco Boltjes durchgesteckten Ball auf den Torschützen Julian Kubicek (23.). Da Huchting im zweiten Durchgang sehr offensiv agierte, verschafften sie den Grambkern viel Platz zum Kontern, doch mehrere Hochkaräter blieben letztlich ungenutzt.

Eine Unachtsamkeit der Gastgeber nutzte Huchting schließlich aus, sodass Eugen Ille völlig freistehend ins FCB-Tor einschieben konnte. „Wir waren da zwar nicht geschockt, aber es haperte weiter an unserer Chancenverwertung“, berichtete FCB-Teammanager Leif Eriksons. Abermals völlig freistehend gelang kurz vor dem Abpfiff Huchtings Daniel Decker nach einer Flanke noch der 2:1-Siegtreffer. Drei Großchancen in der Nachspielzeit konnte Burg nicht mehr nutzen, sodass die Huchtinger am Ende glücklich gewannen. „Wir müssen einfach besser und cleverer im Abschluss werden“, sagte Leif Eriksons.

SG Findorff – SV Türkspor 4:0 (2:0): Während Findorff vor rund 300 Zuschauern die Meisterschaft feierte, haben die Burgwall-Mannen von Coach Bahadir Kilickeser den angepeilten Wiederaufstieg nun nicht mehr in eigenen Händen. „Wir haben verdient verloren und können vor Findorffs Mannschaft nur den Hut ziehen. Sie sind verdient aufgestiegen“, fand Bahadir Kilickeser lobende Worte für den Kontrahenten.

Türkspor fand keine Mittel, um die harte Nuss an der Nürnberger Straße zu knacken. Bereits in der vierten Minute gelang Marc-David Klewer für die Gastgeber der 1:0-Führungstreffer. Ein umstrittener, aber von Nico Sperling verwandelter Elfmeter sorgte nach einer halben Stunde für klare Verhältnisse (30.). Zu allem Überfluss prallte der Ball in der zweiten Halbzeit vom Türkspor-Pfosten unglücklich an SVT-Keeper Gökhan Kara, der das Leder in den eigenen Kasten lenkte – 0:3 (50.).

Denn Schlusspunkt setzte Tobias Eick eine Viertelstunde vor Schluss mit dem Treffer zum 4:0-Endstand. „Auch in der Höhe war das verdient“, sagte Bahadir Kilickeser. Türkspor darf sich nun in den verbleibenden drei Partien keinen Ausrutscher mehr leisten, um die Chance auf den Wiederaufstieg nicht zu verspielen. „Wir müssen jetzt alles gewinnen, sonst haben wir den Aufstieg auch nicht verdient“, äußerte sich Bahadir Kilickeser.

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