TSG Seckenhausen Nur Fußballspielen reicht nicht mehr

Seckenhausen. Wenn es darum geht, die mitgliederstärksten Fußball-Abteilungen des Landkreises Diepholz aufzuzählen, dann ist die der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst zweifelsfrei weit vorne zu finden.
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Von Sven Hermann

Seckenhausen. Wenn es darum geht, die mitgliederstärksten Fußball-Abteilungen des Landkreises Diepholz aufzuzählen, dann ist die der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst zweifelsfrei weit vorne zu finden. Insgesamt 24 Teams schickt der Verein in die jeweiligen Meisterschaftsrennen. Zu den fünf Herrenmannschaften gesellen sich zwei Frauen-Teams sowie eine Altherrenelf, eine in der Alterklasse Ü40 und eine in der Ü50. Die restlichen Mannschaften sind dem Jugendbereich zuzuordnen.

"Bei uns ist so gut wie jede Altersklasse besetzt", blickt Jugendleiter Torben Budelmann auf eine erfolgreiche Arbeit innerhalb der TSG in den vergangenen Jahren zurück. Mit Ausnahme einer fehlenden A-Juniorenelf schickt die TSG in allen anderen Jugendbereichen Mannschaften in den Kampf um Punkte an den Start. Was jedoch nicht heißen soll, dass die TSG nicht über einige Talente im A-Junioren-Alter verfügt. Zwar kam eine eigene Mannschaft mangels Masse nicht zustande, doch sieben Akteure des älteren Jahrgangs wirken bereits im Herrenbereich mit.

Sechs des jüngeren Jahrgangs wiederum laufen mit einer Gastspielerlaubnis beim A-Junioren-Bezirksligisten TV Stuhr auf. Mit Torhüter Pascal Rinn, der ebenfalls dem jüngeren Jahrgang angehört, spielt einer mit Gastspielerlaubnis beim TuS Sudweyhe. "Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele Mannschaften", blickt Spartenleiter Diego Wagner, der das Amt seit einem halben Jahr bekleidet, auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück. "Vor allem mit den Verantwortlichen des TV Stuhr ist die Zusammenarbeit im Jugendbereich sehr gut und fruchtbar", lobt er den Ligarivalen der eigenen 1. Herren. Beide Mannschaften gehen in der Bezirksliga Hannover auf Torejagd.

Nachdem die TSG Anfang und Mitte der 1990er Jahre eher als Fahrstuhlmannschaft galt und zwischen der Kreis- und Bezirksebene pendelte, hat sie sich mittlerweile in der Bezirksliga etabliert, spielt jetzt im vierten Jahr in dieser Klasse. Nach durchwachsener Hinrunde liegt die Elf momentan auf dem zehnten Tabellenrang. Eher enttäuschend, nachdem das Team in der Vorsaison lange Zeit im Aufstiegsrennen zur Landesliga Hannover mitgemischt hatte.

Die mitunter dürftigen Vorstellungen führten dazu, dass Trainer Wilco Freund Ende Oktober das Handtuch warf. Bis zur Winterpause führten die Brüder Arne und Torben Budelmann das Kommando. In der Rückserie wird nun Thomas Winsemann die Verantwortung an der Linie übernehmen. Winsemann, der bis zur Sommerpause zur Verfügung steht, trainierte in früheren Jahren den TSV Melchiorshausen und war zuletzt beim FC Huchting tätig. "Wilco hat unglaublich gute Arbeit geleistet. Es ist menschlich sehr schade, dass er ging, aber es muss weitergehen", blickt Wagner optimistisch in die Zukunft. "Wir wollen in der Liga noch unter die ersten Sechs kommen", traut er der Mannschaft weitaus größere als die bislang gezeigten Taten zu.

Selbst einem Gastspiel in der Landesliga wären die Verantwortlichen zukünftig nicht abgeneigt. "Wenn irgendwann einmal der Aufstieg gelingen sollte, nehmen wir das gerne an. Wichtig ist jedoch, dass wir dieses Ziel ausschließlich mit unseren Jungs erreichen. Wir wollen auch in Zukunft weitgehend auf externe Neuzugänge verzichten. Je mehr Eigengewächse bei uns spielen, desto mehr Zuschauer kommen. Daher bleibt’s bei der Devise: So hoch wie möglich mit unseren eigenen Jungs spielen", so Wagner.

Mission Zukunft

Torben Budelmann gilt als Paradebeispiel einer erfolgreichen Mehrfachfunktion bei der TSG. Neben seiner aktiven Laufbahn bei den ersten Herren ist er noch als Jugendwart und Trainer der Reserve tätig. In der 2. Kreisklasse führt er mit seinem Team die Tabelle an. Doch auch etliche andere Spieler wie Fabian Martens, Dennis Thies, Felix Wagner oder Pascal Rinn betreuen zusätzlich noch ein Team. "Nur Fußballspielen reicht heutzutage nicht mehr", beschreibt Diego Wagner das Seckenhauser Erfolgsmodell. Auch bei den beiden Frauenteams trägt die engagierte Trainerarbeit Früchte. So belegt die 1. Damen Rang eins in der Kreisliga.

Große Unterstützung erhält die Spartenleitung vom 2009 gegründeten Förderkreis "Mission Zukunft" mit ihrem 1. Vorsitzenden Georg Wurzel. Dieser Verein fördert und unterstützt den aktiven Fußballbetrieb der TSG. Beispielsweise wird jede Saison eine Jugendmannschaft mit einem neuen Trikotsatz ausgerüstet.

Doch auch im sozialen Bereich engagiert sich Mission Zukunft. So werden Eltern unterstützt, deren Kinder aus Kostengründen nicht an einer Mannschaftsfahrt teilnehmen können. "17 positiv Bekloppte saßen 2009 zusammen und gründeten diesen Verein, der sich überwiegend aus Spielern der Ü50 rekrutiert", beschreibt Wagner die Entstehungsgeschichte. Sein Fazit: "Der Förderverein unterstützt uns großartig. Er hat den Blick für Dinge, die wir im Tagesgeschäft nicht sofort erkennen."

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