Sportpolitik Olympia 2018: Freitag warnt vor zweitem Leipzig

Düsseldorf . Die neue Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, fordert einen kollektiven Schulterschluss von Sport, Politik und Gesellschaft für die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018.
18.01.2010, 11:14
Lesedauer: 2 Min
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Düsseldorf . Die neue Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, fordert einen kollektiven Schulterschluss von Sport, Politik und Gesellschaft für die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018.

«Ein zweites Leipzig kann sich Deutschland nicht leisten. Wenn wir uns bewerben, muss es eine erfolgversprechende Bewerbung sein», erklärte die SPD-Politikern in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Zur Zeit verfolgen wir intensiv den Stand der Vorbereitungen, aber auch die mit der Bewerbung verbundenen Widerstände aus Politik und Interessengruppierungen.»

Grundsätzlich sei es für ein Land von herausragender Bedeutung, eine der drei Topveranstaltungen - Olympische Spiele, Fußball- und Leichtathletik-WM - ausrichten zu dürfen. «Da haben wir in der Vergangenheit gezeigt, dass wir es gut machen und gute Gastgeber sind. Die Welt kommt gerne nach Deutschland», sagte Freitag. Schwer abzusehen sei im Moment, wie die Akzeptanz der Bevölkerung für München 2018 sein wird. «Bei Winterspielen gibt es in der Regel größere Widerstände, weil es auch um teilweise gravierende Eingriffe in die Natur geht», meinte die 57-Jährige. «Ohne eine breite Unterstützung von Sport, Politik und Gesellschaft ist eine Bewerbung kaum erfolgversprechend.»

Nach dem Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos beim Afrika-Cup warnte sie davor, auch die WM in Südafrika in puncto Sicherheit infrage zu stellen. «Ich unterstelle, dass es das höchste Ansinnen der Organisatoren sein wird, die Sicherheit zu gewährleisten. Nichts wäre schlimmer für Südafrika und für den ganzen afrikanischen Kontinent, als wenn die Fußball-WM kein Erfolg würde», sagte sie. «Man täte Südafrika Unrecht, würde man die Sicherheitsproblematik von Angola Eins zu Eins übertragen.»

Unterstützt wird von ihr der Entwurf eines Gesetzes gegen Sportbetrug, den die bayerische Justizministerin Beate Merk vorgelegt hat. «Bei dem Gesetzentwurf geht es auch um eine erfolgversprechendere Doping-Bekämpfung», sagte Freitag. «Denn natürlich ist es Betrug, wenn ich meine Leistung manipuliere, mir einen Vorteil im Wettbewerb und hinterher bei der Sponsoren-Akquise verschaffe.» Das von der SPD angestrebte Anti-Doping-Gesetz könnte so in neuem Gewand auf den Tisch kommen. «Der von Frau Merk gewählte Begriff hätte den Vorteil, dass der 'Kampfbegriff' Anti-Doping-Gesetz weg wäre, der bei einigen schon allein zu Aversionen führt», so Freitag.

Kritisch sieht sie das Vorhaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), im Zuge seiner Traineroffensive als Anreiz für die Trainer im Spitzensport Prämien auszuloben. Im Gespräch sind 50 000 Euro für Gold. «Ich halte dies nicht für gut und auch nicht für eine Sache des Steuerzahlers», sagte sie vor den anstehenden Haushaltsberatungen im Bundestag. «Aus meiner Sicht ist es wesentlich sinnvoller, den Trainern im Rahmen der Traineroffensive grundsätzlich ein attraktives Gehalt zu zahlen», meinte die Sozialdemokratin. Das sei motivierender, als sie davon abhängig zu machen, ob die Tagesform ihrer Athleten bei Olympischen Spielen oder einer WM stimme. «Das birgt nach meiner Einschätzung mehr Gefahren als Nutzen.»  (dpa)

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