Biathlon Olympia-Kehraus: Ü-30-Party mit Gold-Küken

Whistler. Auf der Ü-30-Party durfte das Gold-Küken nicht fehlen. Erst als die junge Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner im Deutschen Haus angekommen war, wurde der Champagner beim Olympia-Kehraus einer großen Biathlon-Generation geköpft.
24.02.2010, 10:11
Lesedauer: 2 Min
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Whistler. Auf der Ü-30-Party durfte das Gold-Küken nicht fehlen. Erst als die junge Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner im Deutschen Haus angekommen war, wurde der Champagner beim Olympia-Kehraus einer großen Biathlon-Generation geköpft.

Die in die Jahre gekommenen Skijägerinnen um Kati Wilhelm feierten gleich den vierfachen Abgang von der Olympia-Bühne mit Staffel-Bronze. «Vorglühen und Weiterziehen», beschrieb Simone Hauswald das Team- Motto für die Nacht in Whistler.

«Jetzt haben wir die Medaille mit der Staffel, jetzt sind wir alle happy», jubelte Martina Beck, die erst durch Magdalena Neuners generösen Verzicht zu ihrem letzten Olympia-Einsatz gekommen war. Schlussläuferin Andrea Henkel meinte nach der insgesamt zehnten Medaille der Olympia-Oldies erleichtert: «Jetzt können wir die Spiele genießen.» Genießen will das Quartett auch die letzten drei Weltcuprennen - und dann entscheiden, ob die Biathlon-Karrieren noch bis zur Heim-WM in Ruhpolding 2012 weitergehen werden. «Vielleicht hören ja nicht alle auf», hofft DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.

Nach den Turbulenzen um den Staffel-Verzicht der zweimaligen Olympiasiegerin Magdalena Neuner zog Kati Wilhelm den Schluss-Strich unter die tagelangen Diskussionen. «Wir haben ihr die Entscheidung hoch angerechnet. Wir möchten das Thema jetzt aber langsam beenden», schwang sich die als Rotkäppchen bekanntgewordene Thüringerin zur Meinungsführerin auf. Die Feier ihrer letzten Olympia-Medaille hielt die 33-Jährige wie auch Henkel mit der eigenen Foto-Kamera fest.

Neuner hatte zuvor an der Strecke mitgefiebert und sich über Platz drei hinter Russland und Frankreich gefreut. «Jetzt haben wir alle eine Medaille, wie wir das wollten, und können endlich feiern! Ich bin froh, dass ich die Entscheidung so getroffen habe», sagte die 23 Jahre alte Wallgauerin.

Über Neuners große, aber auch umstrittene Geste war vor allem Martina Beck überglücklich. Die geborene Glagow schmiegte sich immer wieder in die Arme ihres Ehemannes. Ihr Dank galt der jungen Teamkollegin, die ihr durch den Verzicht doch noch einen positiven Abschied von ihren dritten Winterspielen ermöglich hatte: «Ich muss mir da, glaube ich, für die Lena noch was überlegen.» Die 30-Jährige meinte: «Vielleicht habe ich ja noch ein bisschen was gut, weil ich ganz lieb zu ihr war, die letzten Jahre.»

«Ende gut, alles gut», beschrieb Kati Wilhelm ihre und die Gefühlslage der gesamten deutschen Biathlon-Mannschaft. Bei der Siegerehrung im Stadion und später auf der Medals Plaza flossen die Tränen. Danach überwog bei allen die Erleichterung. «Ich weiß nicht, ob wir mit Lena mehr Glück gehabt hätte», sagte die dreimalige Olympiasiegerin Wilhelm nach ihrer insgesamt siebten Medaille bei Winterspielen seit 2002.

Zukunftspläne spielten beim Olympia-Abschied keine Rolle. «Wir sind alle schwanger», witzelte Martina Beck. Angesichts der von Kind und Kegel beflügelten russischen Gold-Staffel stellte Kati Wilhelm etwas ernster fest. «Ich glaube, dass wir uns das alle nicht so vorstellen können. Deshalb haben wir auch so lange abgewartet mit dem Kinderkriegen. Ich denke, da ist dann noch Zeit, wenn wir aufhören.» (dpa)

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