Olympia-Nacht Doppelführung im Skeleton: Nächste deutsche Medaille zum Greifen nahe

Entscheidungstag sechs bei den Olympischen Winterspielen in Peking: Im Eiskanal bahnt sich ein erneuter deutscher Erfolg an. Derweil gibt sich US-Alpin-Star Mikaela Shiffrin bedeckt über weitere Starts.
10.02.2022, 06:42
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa

Auf der deutschen Gold-Bahn sind bei den Olympischen Winterspielen in Peking nach den Rodlern auch die Skeletonis auf Erfolgskurs. Zur Halbzeit führt Christopher Grotheer vor Axel Jungk. Bei den Schnee-Wettbewerben sieht es hingegen anders aus: Snowboarderin Leilani Ettel verpasst die Top Ten, der Alpine Simon Jocher hat in der Kombination wohl keine Medaillenchance mehr.

Doppelführung: Skeleton-Weltmeister Christopher Grotheer aus Oberhof liegt nach zwei Läufen beim Olympia-Rennen auf Gold-Kurs. Mit Bahnrekord in 1:00,00 Minuten gelang Grotheer am Donnerstag gleich im ersten Durchgang ein perfekter Start. Zur Hälfte des Rennens liegt er klar in Führung und hat einen Vorsprung von 0,70 Sekunden auf den Weltcup-Gesamtzweiten Axel Jungk vom BSC Sachsen Oberbärenburg auf Rang zwei. In den beiden abschließenden Läufen am Freitag bietet sich die Chance auf die erste deutsche Männer-Medaille bei Olympia. Sotschi-Olympiasieger Alexander Tretjakow aus Russland ist Vierter, auf Rang drei schaffte es der Chinese Yan Wengang. Der Winterberger Alexander Gassner, der im Oktober den vor-olympischen Test im Sliding Centre Yanging gewann, belegt nach den ersten beiden von vier Wertungsläufen Rang neun.

Verzögerung: Der Start der amerikanischen Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin im olympischen Super-G am Freitag ist noch offen. Die 26-Jährige werde an diesem Donnerstag trainieren und anschließend darüber entscheiden, ob sie zum ersten Speedevent der Damen bei den Spielen in China antreten wird, teilte der US-Verband auf dpa-Anfrage mit. Im Weltcup hat Shiffrin in dieser Saison bislang fünf Super-G- und zwei Abfahrtsrennen bestritten. Bei Olympia erlebte sie in den ersten Tagen ein Fiasko. Sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom war sie favorisiert und schied jeweils im ersten Lauf aus. Einzige deutsche Starterin im Super-G ist Kira Weidle.

Kleiner Erfolg: Die deutsche Snowboarderin Leilani Ettel hat im olympischen Finale in der Disziplin Halfpipe den elften Platz belegt. Die 20-Jährige aus Pullach im Isartal brachte es mit ihrem besten Lauf am Donnerstag auf 57,50 Punkte und hatte damit im Kampf um die Medaillen keine Chance. Alleine die Qualifikation für das Finale war für die Bayerin schon ein Erfolg. Die Goldmedaille im Genting Snow Park von Zhangjiakou im Nordwesten Pekings sicherte sich Topfavoritin Chloe Kim aus den USA. Für ihren besten Lauf erhielt sie 94,00 Punkte. Die 21-Jährige hatte bereits vor vier Jahren in Pyeongchang souverän den Olympiasieg eingefahren und seitdem keinen Wettkampf in der Halfpipe mehr verloren. Silber ging an Queralt Castellet aus Spanien, Bronze an die Japanerin Sena Tomita.

Eiswirbel: Im Fall der weiter offenen Medaillenvergabe im olympischen Teamwettbewerb der Eiskunstläufer hat das IOC Berichte über einen Dopingfall als „Spekulationen“ bezeichnet. „Es wäre unpassend, wenn wir ein laufendes juristisches Verfahren kommentieren würden“, sagte Mark Adams, der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Donnerstag. Zuvor war die für Dienstag geplante Siegerehrung in dem Wettbewerb ohne weitere Angabe von Gründen verschoben worden. Medienberichten zufolge könnte der Grund ein möglicher positiver Doping-Test eines Beteiligten vor den Winterspielen in Peking sein. Die Eiskunstläufer aus Russland hatten den Team-Wettbewerb vor den USA und Japan gewonnen.

Kombination: Der norwegische Skirennfahrer Aleksander Aamodt Kilde liegt bei den Olympischen Spielen zur Halbzeit der alpinen Kombination in Führung. Der einzige deutsche Starter, Simon Jocher vom SC Garmisch, hat hingegen kaum noch Chancen auf eine vordere Platzierung. Der 25-Jährige war in der Abfahrt am Donnerstag 2,68 Sekunden langsamer als Kilde und liegt auf Rang 16. Der noch anstehende Slalom (7.15 Uhr MEZ) ist seine schwächere Disziplin.

Corona: Nach einem mehrtägigen Abwärtstrend ist die Zahl der Corona-Fälle bei den Winterspielen in Peking wieder leicht angestiegen. Wie die Organisatoren am Donnerstag mitteilten, wurden am Mittwoch neun neue Infektionen unter mehr als 71.000 Corona-Tests entdeckt. Am Dienstag hatten die Infektionen mit nur fünf Fällen den bisherigen Tiefststand erreicht. Seit dem Beginn der Anreisewelle zu den Winterspielen am 23. Januar wurden bisher 408 Infektionen am Flughafen und in der geschlossenen Blase nachgewiesen.

Nominierung: Teamchef Peter Schlickenrieder hat nach der Ein-Mann-Sprintbesetzung wieder das gesamte Langlauf-Quartett für die 15 Kilometer bei den Olympischen Winterspielen in Peking nominiert. Demnach gehen Lucas Bögl, Janosch Brugger, Jonas Dobler und Albert Kuchler bei dem Rennen am Freitag (8 Uhr/ARD und Eurosport) an den Start. Dobler hatte beim Skiathlon noch ausgesetzt, weil er körperliche Probleme hatte. Es handelte sich nach Verbandsangaben um eine Vorsichtsmaßnahme. Für den 23 Jahre alten Kuchler, der erst in diesem Winter im Weltcup debütierte, ist es das erste Rennen bei Olympia.

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