Floorball-Deutschland-Pokal Packende Pokalfights

Beim Pokaldoppelpack der beiden Lilienthaler Floorball-Teams haben die „Wölfe“ wie erwartet das Viertelfinale erreicht, die Reserve als Außenseiter verpasste als Außenseiter aber knapp eine Sensation.
10.12.2017, 19:42
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW

Lilienthal. Es war spannend, es war intensiv und es war extrem stimmungsvoll. Kurzum: Der Pokaldoppelpack bot all das, was sich die Lilienthaler Floorball-Gemeinde im Vorfeld erhofft hatte. Das i-Tüpfelchen an diesem besonderen Tag blieb zwar aus, da der SG Seebergen/Lilienthal trotz toller Leistung letztlich keine weitere Pokalsensation glückte, doch nach dem 4:2-Derbysieg des TV Lilienthal gegen Hamburg durften alle Beteiligten stolz auf ihre Auftritte in der vollbesetzten Schoofmoorhalle sein.

SG Seebergen/Lilienthal – Red Devils Wernigerode 4:8 (4:3, 0:2, 0:3 ) : Für den Regionalligisten und absoluten Außeneiter reichte es gegen den erfahrenen Bundesligisten zwar nicht zur Sensation, zufrieden durfte die Reserve nach dem couragierten Achtelfinal-Auftritt aber dennoch sein. „Wir haben fast alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und konnten den Favoriten lange Zeit ärgern. Es war ein tolles Spiel und hat Spaß gemacht“, erklärte SG-Spielführer Daniel von der Heyde. Vor allem im ersten Drittel zeigten er und seine Mannschaftskollegen eine spektakuläre Vorstellung und durften dank leidenschaftlichem Kampf an der Überraschung schnuppern.

Auch von einem Blitz-Gegentor nach nur 17 Sekunden ließ sich die SG nicht aus der Bahn werfen und kam sofort richtig gut in die Partie. Nach einer tollen Kombination über mehrere Stationen sorgte Jan Heydenreich so auch für den mehr als verdienten Ausgleich – und kurz darauf brachte Hannes Röttger seine Farben per Distanzschuss sogar in Führung.

Die Gäste hatten mit dem Finnen Miika Iskanius und seinem tschechischen Sturmpartner Vojta Krupicka zwar begnadete Individualisten in ihren Reihen, zeigten sich vom beherzten Auftritt der Gastgeber aber dennoch überrascht. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich konnte Finn Leiermann mit einem weiteren Distanzhammer die erneute Führung für die SG erzielen, und auch nach einem weiteren Treffer der Gäste hatten die Hausherren die passende Antwort: Tobias Melde erzielte mit einem Rückhandtreffer von der Seitenlinie die 4:3-Pausenführung.

Die Sensation lag in der Luft, auch im Mitteldrittel hielt der Außenseiter toll dagegen. Doch nach zwei Konzentrationsfehlern innerhalb von zehn Sekunden kippte die Partie noch: Die Kräfte schwanden bei den Lilienthaler nun merklich, und die Gäste nutzten dies im Schlussabschnitt, in dem sie drei weitere Treffer erzielten.

SG Seebergen/Lilienthal: Westphal, Schmidt; von der Heyde, Melde, Leiermann, Lubes, Kauert, Heydenreich, Schnakenberg, Röttger, Pfennig, Breuckmann, Heißenbüttel, Rucki, Klefeker

TV Lilienthal – ETV Piranhas Hamburg 4:2 (1:0, 1:0, 2:2): Im Anschluss lieferte sich das Lilienthaler Bundesligateam das erwartet packende Nordderby mit den defensivstarken Gästen aus Hamburg. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie. Im ersten Drittel stand die Heimdefensive um die zweikampfstarken Erik Ebbinghaus und Miro Siljamo dabei bombensicher, und in Überzahl konnte Niklas Bröker für die wichtige Führung sorgen.

Im zweiten Abschnitt wurden dann auch die Gäste offensiver und Lilienthals Schlussmann Nils Hallerstede musste sich mehrfach auszeichnen. Doch auch sein Gegenüber im Hamburger Tor erwischte einen bärenstarken Tag und vereitelte zahlreiche Gelegenheiten der Hausherren. Bei Dennis Heikes Abschluss aus zentraler Position war aber auch er machtlos und die „Wölfe“ erhöhten nach 32 Minuten auf 2:0.

So ging es auch in das Schlussdrittel, in dem sich noch mal ein echter Pokalfight entwickelte: Nach unnötigen Strafen kamen die Gäste zum Anschlusstreffer, doch nur eine Minute später stellte Mark-Oliver Bothe den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Nach einem weiteren Hamburger Treffer spitzte sich die Spannung immer weiter zu, Ole Appenrodt nutzte in der letzten Minute aber einen Aufbaufehler der Gäste, traf ins leere Tor und sorgte so für erlösenden Jubel. „Hamburg hat uns das Leben heute mal wieder richtig schwer gemacht, es war aber ein wichtiger Arbeitssieg. Wir haben unser Ziel erreicht“, freute sich Bothe nach dem hart erkämpften Viertelfinaleinzug seiner Mannschaft.

TV Lilienthal: Hallerstede, Spöhle; Bothe, Janos Bröker, Brinkmann, Veijalainen, Niklas Bröker, Mähönen, Bauer, Appenrodt, Ebbinghaus, Diaz de Armas, Lange, Siljamo, Heike, Seitz.

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