Leichtathletik Paukerei und Kraftakte: Friedrich hebt wieder ab

Frankfurt/Main. Nach der turbulenten WM-Saison 2009 wollte Ariane Friedrich «nur noch nach Hause, Ruhe und keinen Trubel mehr». Inzwischen steht die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin längst wieder auf der Matte - und nach einer kaum weniger stressigen Vorbereitung vor ihrem Saisondebüt.
19.01.2010, 11:00
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Frankfurt/Main. Nach der turbulenten WM-Saison 2009 wollte Ariane Friedrich «nur noch nach Hause, Ruhe und keinen Trubel mehr». Inzwischen steht die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin längst wieder auf der Matte - und nach einer kaum weniger stressigen Vorbereitung vor ihrem Saisondebüt.

Beim Meeting am 23. Januar im tschechischen Hustopece geht's los. «Ich freue mich riesig auf den ersten Wettkampf. Da teste ich erst mal an, denn im Training bin ich gar nicht gesprungen», sagte die 26-Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa.

So halten es Friedrich und Günter Eisinger schon lange: Bei den Übungseinheiten wird die Latte nicht aufgelegt. «Alle Zubringerwerte, was Kraft und Schnelligkeit angeht, sind besser als im letzten Jahr. Man muss jedoch sehen, wie sich das auf die Leistung auswirkt», sagte der Trainer und Manager der Hallen-Europameisterin von 2009. «Ich habe ein gutes Gefühl. Das heißt aber noch lange nicht, dass es locker im Zwei-Meter-Konzert weitergeht.»

Am 14. Juni hatte Friedrich beim ISTAF in Berlin mit 2,06 Metern den Rekord von Heike Henkel geknackt. Bei den Weltmeisterschaften im August in Berlin wurde die Frankfurterin für Bronze gefeiert - obwohl ihre große Rivalin Blanka Vlasic den Titel holte. Bei ihren geplanten Auftritten in Hustopece, Karlsruhe (31. Januar) und Arnstadt (6. Februar) wird Friedrich wohl nicht auf die Kroatin treffen. «Ich bin nicht bereit, die beiden gegeneinander springen zu lassen, wenn wir noch keine Orientierung haben, was Ariane drauf hat», erklärte Eisinger. Bei der Hallen-WM im März in Doha könnte das Duell der beiden Leichtathletik-Grazien jedoch eine Neuauflage erfahren.

Die Vorbereitung fand sein Schützling «ziemlich anstrengend», vor allem, weil die angehende Polizeikommissarin nebenher fünf schriftliche Prüfungen hatte. «Ich musste unglaublich viel lernen», stöhnte Friedrich. Vom 26. Januar an stehen noch drei mündliche Examen an. Hundeführerin will sie mal werden, «doch erst nach dem Sport».

Trotz der beruflichen Beanspruchung hat die WM-Dritte die vielen Ehrungen zum Jahresende genossen. «Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass meine Leistungen so anerkannt worden sind.» Dass sie von Leuten auf der Straße oft erkannt wird, findet sie hingegen immer noch «etwas irritierend».

Finanziell haben sich die Erfolge wenig niedergeschlagen. «Es gab eine ganze Menge Anfragen», erklärte Eisinger, «aber nichts ganz Großes, also nichts mit sechsstelligen Summen.» Einige Unternehmen boten 5000 bis 10 000 Euro - «und wollten gleich aufs Trikot, das ist natürlich völlig illusorisch.» Doch Friedrichs Manager will nicht klagen und verweist auf den hoch dotierten Vertrag mit Ausrüster Nike. «Die Szene ist nicht mehr so wie zu Heike Henkels Zeiten. Aber Ariane geht es sehr, sehr gut.» (dpa)

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