Pechstein Pechstein: Olympia-Hoffnung und Autobiografie

Berlin. Claudia Pechstein hat einen Olympia-Start in Vancouver noch nicht abgeschrieben. «Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber Grundlage dafür ist, dass das Schweizer Bundesgericht meine Sperre erst mal aufhebt», erklärte die fünffache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in Berlin.
18.01.2010, 15:35
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Berlin. Claudia Pechstein hat einen Olympia-Start in Vancouver noch nicht abgeschrieben. «Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber Grundlage dafür ist, dass das Schweizer Bundesgericht meine Sperre erst mal aufhebt», erklärte die fünffache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in Berlin.

Zugleich war am 18. Januar der Termin abgelaufen, den das Schweizer Bundesgericht dem Eislauf-Weltverband ISU und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG eingeräumt hatte, um auf Pechsteins Eilantrag zum sofortigen Startrecht zu reagieren. Die Sportlerin ist wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt. Die 37 Jahre alte Berlinerin hofft, dass die Schweizer Richter bei ihrer Entscheidung den Termin der deutschen Olympia-Nominierung im Blick haben und noch vor dem 22. Januar auf den Antrag ihrer Schweizer Anwälte reagieren.

«Ich hoffe, dass sich im Falle einer positiven Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts der DOSB noch einmal mit meinem Fall beschäftigt und meine Verdienste bei Olympia dann eine Rolle spielen», äußerte die mit fünf Olympiasiegen erfolgreichste deutsche Winterolympionikin, nachdem sie einen Wagen von ihrem Sponsor in in Empfang genommen hatte. Die Berliner Unternehmensgruppe UGMG aus der Baubranche hatte mit Pechstein trotz ihrer Sperre einen Vier-Jahres- Vertrag geschlossen, der selbst die Olympischen Winterspiele 2014 mit einschließt. «Mir imponiert ihr Kampfgeist. Sie gibt nicht auf, obwohl sie eine harte Zeit durchmacht und sich längst hätte verkriechen können. So verhält sich niemand, der nicht mit sich im Reinen ist», erklärte Firmenchef Matthias Große.

Claudia Pechstein räumte bei dem Termin aber auch ein, dass sie in den zurückliegenden Tagen wegen Rückenproblemen nicht optimal trainieren konnte. «Da war ich mehr auf dem Ergometer, das Eistraining lief eher gebremst», meinte sie. Zugleich verkündete die Hauptstädterin, dass sie derzeit an einer Autobiografie arbeitet, die im Frühjahr auf den Markt kommen soll. Dabei werde ihr Kampf gegen die Sperre des Weltverbandes einen breiten Raum einnehmen. «Bei alle dem, was zur Zeit passiert, kommt ja nahezu jeden Tag ein neues Kapitel hinzu», erklärte sie und bestätigte, dass bei ihrer Abrechnung einige in ihren Fall involvierte Personen durchaus «zittern» müssten.

Pechstein war am 3. 2009 Juli von der ISU ohne positiven Befund wegen auffälliger Retikulozyten-Blutwerte gesperrt worden. Der Sportgerichtshof CAS hatte die Sperre am 25. November 2009 bestätigt. Bei ihrem per Einstweiliger Verfügung erzwungenen einzigen Saisonstart in Salt Lake City hatte sie am 11. Dezember mit Platz 13 die direkte Olympia-Qualifikation über 3000 Meter verfehlt. Vor dem Schweizer Bundesgericht beklagt Pechstein im Hauptverfahren zahlreiche angebliche Verfahrensfehler und will die Wiederaufnahme der Verhandlung vor dem CAS erzwingen. (dpa)

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