Sportgymnastik in der ÖVB-Arena Perfekt verbunden: Feuerwerk der Turnkunst begeistert Zuschauer in Bremen

Beim ersten von zwei Bremen-Auftritten kamen 6500 Zuschauer in die ÖVB-Arena um sich das neue Programm „Connected“ des Feuerwerks der Turnkunst anzuschauen. Am Donnerstag wird es eine Wiederholung geben.
02.01.2019, 22:36
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Perfekt verbunden: Feuerwerk der Turnkunst begeistert Zuschauer in Bremen
Von Jörg Niemeyer

Lange bunte Bänder hängen herunter von der Hallendecke, Handygespräche sind über Lautsprecher zu hören. Menschen suchen Verbindung. Das Publikum in der Halle ahnt: Gleich geht es los, das Feuerwerk der Turnkunst. Augenblicke später stürzen die oben ausgeklinkten Bänder von der Decke, junge Menschen verbinden sich mit ihnen – die Show beginnt.

Die Sportgymnastinnen von Bremen 1860 eröffnen mit einer Übung mit Handgeräten den Abend und ernten verdienten Beifall. In den kommenden etwa zweieinhalb Stunden reiht sich dann Höhepunkt an Höhepunkt. Alexander Weibel-Weibel zeigt Unglaubliches am Multi-Schlappseil. Das ist eigentlich ein Bündel von sechs Seilen, das der Spanier mal wie eine Hängebrücke, mal wie Turnstangen benutzt. Schließlich steht er auf einem Seil – und spielt Geige. Es ist der erste von mehr als 20 Programmpunkten, die allesamt spektakulär sind.

Wohl selten hat der Titel der Show so gut gepasst wie in diesem Jahr. „Connected“ – übersetzt: „Verbunden“ –, so heißt das diesjährige Programm beim Feuerwerk der Turnkunst. Es dauerte am Mittwoch nicht lange, da fühlten sich die 6500 Zuschauer in der Bremer ÖVB-Arena mit den Künstlern sehr eng verbunden. In bester Tradition hatten Produktionschef Wolfram Wehr-Reinhold und Regisseurin Heidi Aguilar auch für die 32. Auflage der Tournee bei der Wahl der Artisten und bei der Gestaltung des mal bezaubernden, mal mitreißenden Abends ein glückliches Händchen bewiesen.

Restkarten wird es noch an der Abendkasse geben

Ein Abend übrigens, der an diesem Donnerstag ab 17 Uhr an gleicher Stelle eine spätnachmittägliche Wiederholung haben wird. Dann vor mindestens 8500 Zuschauern, wie der Bremer Projektleiter Jan Brüning nach dem Stand des Vorverkaufs sagte. Restkarten für Kurzentschlossene, so Brüning, werde es aber noch geben.

Ein Besuch lohnt allemal. Die Organisatoren des Feuerwerks der Turnkunst werben damit, Europas erfolgreichste Turnshow auf die Beine gestellt zu haben. Klingt äußerst ambitioniert, ist aber nicht unwahrscheinlich. Vom 29. Dezember, an dem in Oldenburg der Auftakt der Tournee war, bis zu deren Ende am 27. Januar in Köln wird es insgesamt 34 Shows in 22 deutschen Städten gegeben haben – mit dann 230.000 Zuschauern, wie die Veranstalter hoffen.

Die meisten Besucher dürften die Hallen ähnlich begeistert verlassen wie die Gäste der bisherigen drei Aufführungen in Oldenburg, nach der Silvester-Show in Hannover und nun in Bremen. Denn ein Markenzeichen des Feuerwerks sind die wunderbar abgestimmten, miteinander verbundenen einzelnen Darbietungen.

Für gefühlvolle Übergänge sorgen Heidi Aguilar und Wolfram Wehr-Reinold ebenso wie der musikalische Feuerwerksleiter Rick Jurthe, der nicht nur die meisten Stücke selbst schreibt, sondern unter seinem Künstlernamen Ryk auch mit auftritt. Eine Gesellschaft der Landesturnverbände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein veranstaltet das Feuerwerk der Turnkunst, das deshalb aber noch längst nicht provinziell daherkommt.

"Keiner ist besser als der andere"

Im Gegenteil: Artisten aus neun Nationen, viele dekoriert mit international begehrten Preisen, verkörpern absolute Weltklasse. Heidi Aguilar weiß das natürlich, mag ihre Teilnehmer aber in keine Rangliste pressen. „Keiner ist besser als der andere – jeder ist auf seine Art herausragend“, sagt die Regisseurin. Bei aller Weltklasse verzichten die Organisatoren nicht auf lokale Hauptdarsteller. Zum Konzept der Veranstaltung gehört stets auch der Auftritt einer örtlichen Gruppe. Zum 15. Mal ist Bremen-Tournee-Stadt. Bremen 1860 ist mit seiner Sportsponsoring- und Marketing-Gesellschaft, der Spospom, Partner der Veranstalter und mit seiner diesmal 16-köpfigen Gruppe der Sportgymnastinnen erneut Bestandteil der Show. Connected, also verbunden mit den Besten: das trifft sowohl auf den hiesigen Großverein als auch auf einen Teil seiner Sportlerinnen zu. Wobei klar gesagt werden muss: Die besten Gymnastinnen von 1860 gehören seit Langem zur deutschen Spitze in ihrer Sportart. Und Olympiastarterinnen von 1860 wie beispielsweise Julia Stavickaja demonstrieren ebenfalls Weltklasse.

In ganz besonderem Maße gilt der Titel des Feuerwerks der Turnkunst für das gesamte Ensemble. Denn die Artisten, die Musiker und die vielen Helfer für die Show kamen erst am Vortag des Tourneestarts zusammen. Da blieb kaum Zeit für Feinschliff. Der wird sich, sozusagen wie bei einer Operation am offenen Herzen, im Verlauf der Tour einstellen müssen. In den viereinhalb Wochen bis zum Finale in Köln wird der 115-köpfige Feuerwerk-Tross buchstäblich sehr eng miteinander verbunden sein. Connected eben. Connected auf der Bühne, bei Unterkunft und Verpflegung und während der Fahrt in die nächste Stadt.

Besucher, die sich mit der Show in Bremen besonders verbunden fühlen, können in diesem Jahr theoretisch zu vier Aufführungen gehen: Den beiden der Connected-Tournee 2019 und den beiden der Opus-Tournee 2020. Die wird am 28. Dezember 2019 wiederum in Oldenburg starten, aber bereits am 30. Dezember um 14 und 19 Uhr in Bremen Station machen.

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