Kirsten Hasenbank Pfeilgenau in mehreren Disziplinen

Kirsten Hasenbank, Bogensportlerin des SV Dreye Redknocks, gewinnt mit dem Blankbogen die Vize-Landesverbandsmeisterschaft. Die Weyher Sportlerin trumpft in mehreren Disziplinen auf.
25.01.2018, 18:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Bersenbrück/Dreye. Kirsten Hasenbank hat schon einige Medaillen und Trophäen in ihrer Sammlung stehen. Eine besondere Ehrung wurde der Bogensportlerin mit dem Titel „Sportlerin des Jahres“ bei der Sportlerehrung 2017 in Weyhe zuteil, bei der die Gemeinde unter anderem ihren Sieg bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren im 3D-Bogenschießen würdigte.

Hasenbank hat auch in diesem Jahr beste Chancen, wieder Teil der Weyher Veranstaltung zu werden. Bei den Landesverbandsmeisterschaften des Nordwestdeutschen Schützenbundes in Bersenbrück schoss sie sich mit dem Blankbogen in der Damen-Klasse mit 457 Ringen auf den Silberrang. Zielsicherer zeigte sich an diesem Tag nur die zehn Jahre jüngere Helle Bernstorf (Freizeitgestaltung Arsten), die auf 465 Ringe kam. „Das war toll“, freute sich Hasenbank über die Platzierung. In der Masters-Klasse – die höhere Altersklasse, für die sie ebenfalls startberechtigt gewesen wäre – hätte Hasenbanks Leistung sogar für den Titel gereicht.

Flinte nicht ins Korn geworfen

Dabei wäre sogar noch mehr möglich gewesen, fand die Bogensportlerin des SV Dreye Redknocks. „Der erste Durchgang war nicht so gut, aber das schockt mich nicht“, sagte Hasenbank über ihre 220 Ringe, mit denen sie zunächst auf Rang drei lag. „Dann habe ich es aber geschafft und mich von hinten rangekämpft.“ 237 Ringe bedeuteten für sie eine Steigerung um 17 Ringe, in diesem zweiten Durchgang war die Dreyerin sogar gleichauf mit der späteren Gold-Gewinnerin Bernstorf, die jedoch zuvor besser abgeschnitten hatte. „Gut, dass ich die Flinte nicht ins Korn geworfen habe“, bilanzierte sie.

Dafür ist Kirsten Hasenbank inzwischen auch routiniert genug. Dabei fand sie erst recht spät, mit Mitte 30, zum Bogensport. „Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich bei einem Wochenendkurs mitmache. Ich hatte keine Ahnung und Vorstellung davon, habe aber gleich gemerkt, dass mir das liegt. Auch die Trainerin meinte, ich hätte Talent“, erinnerte sich die Bogenschützin. Seitdem blieb sie dem Bogensport treu – mit Ausnahme einer knapp anderthalbjährigen Pause. „Ich hatte Probleme mit meinem alten Verein, das klappte nicht mehr“, erzählte sie. Sie schaute sich auch die Bogensparten anderer Vereine an, fand aber zunächst keinen Anschluss mehr. Bis sie zu den Redknocks im SV Dreye stieß.

Über die Vorzüge ihrer Paradedisziplin, dem 3D-Bogenschießen, muss Hasenbank nicht lange nachdenken. „Es ist am intuitivsten, weil man keine Scheibe vor Augen hat“, schilderte sie. Es wird bei einem Parcours im Wald auf Schaumstoff-Ziele geschossen. Am ersten Tag dürfen die Schützen außerdem nur drei Pfeile im Laufe des Parcours verschießen, am zweiten, bei der sogenannten Hunter-Runde (deutsch: Jägerrunde), hat man nur eine Chance.

Inzwischen betreibt Kirsten Hasenbank den Bogensport nicht nur selbst, sondern lehrt ihn auch. Bereits vor etwa zehn Jahren rief die Lehrerin an ihrer Schule in Hagen im Bremischen eine AG ins Leben, um ihre Schüler an den Sport heranzuführen, seitdem die Schule in eine Tagesschule umgewandelt wurde. Die ersten Materialien habe sie noch aus eigenen Mitteln gebraucht von Privatpersonen zusammengesucht, um zu starten, erzählte sie. „Später habe ich von Unternehmen Spenden, etwa Scheiben, bekommen und ein Budget von der Schule“, freute sie sich über die Unterstützung und breite Akzeptanz. Sie hat gemerkt: „Die Kinder finden das toll. Auch für sonst Unruhige ist der Bogensport gut.“ Die Konzentration werde gefördert, und die schnellen Erfolge, auch weil sich etwa die Größe der Scheibe variieren lasse, hätten positive Effekte auf die Motivation bei den Schülern. „Der Bogensport hat viele Facetten.“

Mehrere Erfolge

Mittlerweile kann sich auch Hasenbanks private Trophäensammlung sehen lassen. Einer der größten Erfolge war der Deutsche Meistertitel im 3D-Bogenschießen. „Ich wusste zuerst gar nichts von meinem Sieg. Das habe ich erst später am Aushang erfahren“, erzählte die Schützin. Silber räumte sie auch schon einmal im Feldschießen, bei dem Größe und Distanz zu den Scheiben teilweise unbekannt sind, ab. DM-Bronze gab es außerdem in der Halle. Dort würde sie auch gerne noch einmal antreten. Ihre 457 Ringe in diesem Jahr dürften für die Teilnahme am Bundeswettkampf nicht ausreichen. „Die Norm war letztes Jahr fast 20 Ringe höher“, schilderte Hasenbank.

Die Saison ist für eine in den Disziplinen vielfältige Bogensportlerin wie sie damit aber noch lange nicht gelaufen. Spätestens im Freien wird sie wieder die Zielscheiben ins Auge fassen. Auf der Wiese, dem Feld und im 3D-Bogenschießen bieten sich ihr noch weitere Möglichkeiten, Titel einzufahren. Bei der Weyher Sportlerehrung könnte dann auch in diesem Jahr wieder mindestens eine Medaille für sie reserviert sein.

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