Werders U 23 empfängt Schlusslicht Braunschweig – und darf im Titelrennen nicht mehr patzen Pflichtaufgabe Sieg

Bremen. Es kommt vor, dass selbst Trainer von einer Pflichtaufgabe sprechen – vorzugsweise aber erst nach dem Spiel. Vor dem Anpfiff geben sie sich meist deutlich zurückhaltender.
16.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Es kommt vor, dass selbst Trainer von einer Pflichtaufgabe sprechen – vorzugsweise aber erst nach dem Spiel. Vor dem Anpfiff geben sie sich meist deutlich zurückhaltender. Warum auch den Druck auf ihre Spieler unnötig erhöhen? Alexander Nouri geht es derzeit ähnlich. Natürlich will er die Partie von Werders U 23, dem Tabellenführer der Regionalliga Nord, gegen Schlusslicht FT Braunschweig (So., 15 Uhr) nicht beschweren und die ohnehin vorhandene Anspannung noch steigern. Doch letztlich weiß auch der Trainer: Alles andere als ein Sieg wäre eine herbe Enttäuschung und vermutlich ein Rückschlag im Meisterschaftsrennen, der sich nicht mehr aufholen ließe.

„Wir sollten auch den Anspruch haben, dieses Spiel auf eigenem Platz unbedingt zu gewinnen“, sagt Nouri dann auch. Das unerwartete Remis zuletzt gegen den Lüneburger SK – als 15. nur wenig besser platziert als die FTB – hat noch nichts kaputt gemacht. Nach wie vor führt Werder (61 Punkte) die Regionalliga vor dem VfL Wolfsburg II (60) und dem HSV II (58) an. Die Bremer haben es noch immer in der Hand – aber einen Ausrutscher frei haben sie nun nicht mehr. „Das ist ein schmaler Grat“, findet Nouri. Für Anspannung wäre angesichts dieser Konstellation also gesorgt – doch Nouri hält auch die nötige Gelassenheit für unersetzbar. Und deshalb geht es ihm um die richtige Balance.

Für einen Übungsleiter gibt es in dieser Hinsicht diverse Möglichkeiten der Einflussnahme. „Aber es ist immer auch die Auseinandersetzung der Spieler mit sich selbst – denn nun kommt der Kopf ja immer mehr ins Spiel“, sagt Nouri. Am Ende sollten sich Lockerheit, Anspanung und Konzentration die Waage halten.

Die Konzentration wird gefördert durch den Hinweis auf den Gegner. „Wir dürfen die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen, die Ergebnisse von Braunschweig waren oft sehr knapp“, sagt Nouri. Stimmt. Der letzte FT-Sieg datiert zwar aus dem vergangenen November, schon 14 Partien gab es keinen dreifachen Punktgewinn. Doch nachdem der Verein auf einen Lizenzantrag verzichtet hatte, scheint sich das abgeschlagene Schlusslicht etwas stabilisiert zu haben: In den vergangenen sieben Spielen kassierten die Braunschweiger nie mehr als zwei Treffer, die deutlichsten Niederlagen waren jeweils ein 0:2 gegen den HSV II und Wolfsburg II. Andererseits wartet die Elf nun auch seit vier Partien auf ein eigenes Tor.

Es bleibt also dabei: Werders U 23 steht vor einer Pflichtaufgabe.

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