Interview mit Marcus Plambeck vom FTSV Jahn Brinkum Plambeck: Eine große Herausforderung

Brinkum. Den Basketballern des FTSV Jahn Brinkum ist der Oberliga-Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Über den damit verbundenen finanziellen, organisatorischen und strukturellen Mehraufwand spricht FTSV-Trainer Marcus Plambeck im Interview.
19.03.2013, 05:00
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Brinkum. Die Überraschung ist perfekt. Den Basketball-Herren des FTSV Jahn Brinkum ist nach dem 89:45-Heimerfolg über den Bremer TV Friesen der Aufstieg in die Oberliga nicht mehr zu nehmen.

Als Krönung könnte am kommenden Freitag noch der Meistertitel in der Bezirksoberliga Lüneburg errungen werden. Allerdings wäre die höhere Liga auch mit einem deutlich größeren Aufwand verbunden – finanziell, organisatorisch und strukturell. Darüber hat sich Jens Hoffmann mit FTSV-Trainer Marcus Plambeck unterhalten. Aber zunächst einmal hat er ihm gratuliert.

Herr Plambeck, herzlichen Glückwunsch zu einer grandiosen Saison! Hätten Sie im vergangenen Herbst mit einer solchen Entwicklung ernsthaft gerechnet?

Die Mannschaft hat sich einfach kontinuierlich gesteigert. Wir haben jetzt eine viel bessere Struktur in unserem Spiel. Das konnte man schon in der Rückrunde der vorherigen Saison sehen, die ja deutlich besser verlief als die Hinrunde. Vor dieser Spielzeit haben wir dann den Kader komplett zusammengehalten und mit Christian Stubbemann noch einen entscheidenden Akteur dazubekommen. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass Christian der herausragende Akteur bei uns war, aber er war auf jeden Fall ein entscheidender Mosaikstein, der uns zuvor noch gefehlt hatte. Er hat die Qualität im Kader nochmals angehoben.

Kann man auf dieser Basis die Oberliga angehen, ist diese für den FTSV Jahn Brinkum überhaupt zu stemmen?

Fakt ist, dass unser momentaner Kader zu klein ist. Er setzt sich aus elf Aktiven zusammen, das ist zu wenig für die Oberliga. Mir schwebt ein 15-Mann-Kader vor. Mindestens. Schließlich gilt es für die verschiedenen Positionen Alternativen zu haben, sie also möglichst doppelt zu besetzen.

Worauf müsste bei der personellen Zusammenstellung noch geachtet werden?

Zurzeit haben wir keinen einzigen Spieler, der über zwei Meter groß ist. Und das ist für eine Basketball-Mannschaft schon recht ungewöhnlich, gerade was die Position des Centers betrifft. Aber ganz ehrlich: Im Moment interessiert mich das noch nicht so sehr. Jetzt geht es erst einmal darum, den Titel einzufahren. Der zählt für mich, diese Nuss gilt es kommenden Freitag im Heimspiel gegen Spitzenreiter Bremerhaven zu knacken. Für diese finale Partie werden wir alles mobilisieren, ich werde die Mannschaft morgen Abend im Training noch einmal gezielt darauf einstellen. Es geht dann nicht mehr um Kondition, sondern rein um die Taktik.

Müssen Sie anschließend auch taktieren, wenn es um die neue Saison geht? Schließlich dürfte dann ein deutlich größerer Aufwand auf Mannschaft, Trainer und Verein zukommen. Ist der Aufstieg für Brinkum aus Ihrer Sicht überhaupt empfehlenswert?

Das denke ich schon, die Mannschaft hat sich das einfach verdient. Deshalb gehe ich fest davon aus, dass wir von unserem Aufstiegsrecht Gebrauch machen werden. Schließlich wäre eine Basketball-Oberligamannschaft auch für den Verein etwas ganz Besonderes. Zuvor müssen wir mit dem Gesamtvorstand noch ein paar Formalitäten erledigen, da geht es dann darum, die Rahmenbedingungen abzustecken.

Dass der Kader vergrößert werden muss, haben Sie bereits erwähnt. Worauf muss sonst noch geachtet werden?

Die Startgelder werden um ein Vielfaches höher sein als in der Bezirksoberliga, das muss man mit einkalkulieren. Auch die Auswärtsfahrten sind meistens deutlich länger, wir reisen dann unter anderem bis Göttingen und sogar noch etwas weiter. Und das wird für uns nicht so einfach werden, weil einige Spieler im Schichtdienst arbeiten – auch am Wochenende. Alles in allem ist das eine große Herausforderung. Und eines ist auch klar: Wenn wir die Oberliga angehen, dann mit einer Mannschaft, die den Klassenerhalt schaffen kann. Wir müssen konkurrenzfähig sein. Es würde keinen Sinn machen, sich Woche für Woche eine Klatsche einzuhandeln, nur um dann sagen zu können: Wir spielen Oberliga.

Noch einmal ein kurzer Blick auf die aktuelle Spielzeit. Gibt es für Sie einen magischen Moment, der sinnbildlich für die gesamte Entwicklung steht?

Da würde ich die Spiele gegen Osterholz-Scharmbeck nennen, die wir beide gewonnen haben. Zuvor hatten wir gegen die immer verloren, der VSK war ein Angstgegner für uns. Außerdem sind wir die Mannschaft mit den meisten 100-Punkte-Spielen. Die vielen Kantersiege haben uns selbstbewusst gemacht.

Würden Sie in diesem Zusammenhang einzelne Akteure hervorheben?

Das ist ganz schwierig. Zu Christian Stubbemann habe ich ja schon etwas gesagt. Man könnte auch unseren Kapitän Moritz Hartmann nennen, genauso wie Lars Esfeld, Marc Polley, René Lenz oder Cristian Aracena. Die Mannschaft hat aber einfach insgesamt überzeugt, da sollte man eigentlich keinen Einzelnen herausheben.

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