Bremerhaven dreht auf

Play-offs in Reichweite

Fischtown Pinguins besiegen Augsburg 4:2 und bleiben in oberen Tabellenregionen. Vierte Play-off-Teilnahme in der vierten DEL-Saison wird immer realistischer
12.01.2020, 17:46
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Gogol

Die Fischtown Pinguins sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder zurück in der Spur. Nach der unglücklichen Niederlage nach Verlängerung in Schwenningen und der deutlichen Pleite bei den Adler Mannheim fegten die Seestädter den Play-off-Aspiranten Augsburger Panther mit 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) aus der zum vierten Mal in Folge mit 4647 Zuschauern ausverkauften Halle. Damit nimmt die vierte Play-off-Teilnahme in der vierten DEL-Saison für die Fischtown Pinguins bei noch 15 ausstehenden Spielen in der regulären Liga-Runde immer mehr Konturen an.

„Es ist ganz entscheidend, jetzt immer wieder die Punkte zu holen und nach den Auswärtsniederlagen zu Hause wieder erfolgreich zu sein“, betonte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch. Seine Mannschaft erfüllte diese Aufgabe mit einer über weite Strecken sehr soliden Vorstellung gegen den Tabellenzehnten. Die bayrischen Schwaben feierten zwar gerade mit dem 3:1 im Derby über die Schwenninger Wild Wings nach zuvor drei knappen Niederlagen den ersten Sieg im neuen Kalenderjahr, doch sie reisten mit sechs personellen Ausfällen gen Norden. Die Fischtown Pinguins mussten bis auf Verteidiger Will Weber auf keinen Akteur verzichten. Außerdem hatten die Pinguins ihre letzten sieben Heimspiele in der Eisarena allesamt siegreich beendet.

Für mangelndes Selbstbewusstsein gab es also keinen Grund, und so begannen die Einheimischen auch. Druckvoll in den ersten Minuten und mit einigen Schüssen auf den Kasten von Augsburgs Goalie Olivier Roy, der gerade seinen Vertrag bei den Fuggerstädtern auch für die kommende Saison unterschrieben hat. Bremerhaven erspielte sich zwar Vorteile in einem schnellen Spiel mit wenig Unterbrechungen, traf aber nicht. Umso überraschender dann die etwas schmeichelhafte Gästeführung durch Sahir Gill (19.), die Christian Hilbrich jedoch bereits 38 Sekunden später mit dem Ausgleich beantwortete. Es war Hilbrichs erstes Tor überhaupt für die Seestädter. „Christian hat wochenlang einen sehr, sehr guten Job gemacht und sich heute belohnt. Auf Dauer wird er noch mehr leisten können und produktiver werden, denn er ist sehr gut an der Scheibe und hat auch einen guten Schuss“, äußerte sich Thomas Popiesch lobend über seinen Linksaußen.

„Das schnelle 1:1 und dann auch das 2:1 und 3:1 haben unserem Spiel die entsprechende Sicherheit gegeben“, fügte Popiesch an und sprach auch den Zuschauern seinen Dank aus. „Wir haben inzwischen mehr Selbstvertrauen erworben, in schwierigen Situationen werden die Spieler von den Fans gepusht. Das ist sicher auch so ein bisschen Teil unseres Erfolgsgeheimnisses zu Hause.“ Nach nur 16 Sekunden im Mitteldrittel brachte Mark Zengerle im Nachschuss nach einer zunächst abgewehrten Möglichkeit von Jan Urbas den Puck über die Linie, und wenig später schloss Justin Feser einen schnellen Konter über Dominik Uher und Alexander Friesen mit einem erfolgreichen Schuss ins lange Eck ab (24.). In der Folgezeit wäre für die Pinguins noch mehr möglich gewesen, doch der 28-jährige Kanadier Olivier Roy hielt seinen Kasten sauber. Auf der Gegenseite war Kristers Gudlevskis im Tor der Pinguins nahezu beschäftigungslos, zeigte 1,7 Sekunden vor der zweiten Drittelpause jedoch eine starke Parade und hielt den Zwei-Tore-Vorsprung fest.

„Im letzten Drittel haben wir dann zehn bis zwölf Minuten gut gespielt und nichts mehr zugelassen“, zeigte sich Thomas Popiesch auch über die Abwehrleistung seiner Mannschaft erfreut. Jan Urbas besorgte früh das 4:1 (44.), der Anschlusstreffer von Daniel Schmölz (58.) war nur noch eine Ergebniskorrektur. Mit diesem Heimsieg am 37. Spieltag behaupteten die Fischtown Pinguins ihren fünften Tabellenplatz (62 Punkte) und haben derzeit nur den ERC Ingolstadt im Nacken, der einen Punkt hinter den Bremerhavenern rangiert. Auf Tuchfühlung bleiben die Nordlichter mit den punktgleichen Eisbären Berlin auf Platz vier. Allerdings ist die nächste Aufgabe am kommenden Donnerstag zu Hause (19.30 Uhr) gegen Tabellenführer Red Bull München keine leichte.

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