Damen Podest-Flut: Riesch, Hölzl und Rebensburg glänzen

Cortina d'Ampezzo. Nach Maria Riesch als Abfahrts-Zweite untermauerte Kathrin Hölzl als Riesenslalom-Dritte ihre Olympia-Ambitionen - und rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt stieg Viktoria Rebensburg zur nächsten deutschen Medaillen-Hoffnung auf.
24.01.2010, 16:32
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Cortina d'Ampezzo. Nach Maria Riesch als Abfahrts-Zweite untermauerte Kathrin Hölzl als Riesenslalom-Dritte ihre Olympia-Ambitionen - und rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt stieg Viktoria Rebensburg zur nächsten deutschen Medaillen-Hoffnung auf.

Die Junioren-Weltmeisterin aus Kreuth feierte bei der Olympia-Generalprobe beim Riesentorlauf im italienischen Cortina d'Ampezzo auf Platz zwei ihren ersten Podestplatz im Weltcup. Nur die Finnin Tanja Poutiainen war schneller als Rebensburg und Hölzl, die seit Martina Ertl und Katja Seizinger 1998 wieder für ein deutsches Doppel-Podest im Riesenslalom sorgten. Riesch war weder mit Rang acht zufrieden noch so richtig glücklich über Rang zwei in der Abfahrt am Vortag, denn Seriensiegerin Lindsey Vonn (USA) lässt sie immer mehr verzweifeln.

Angesichts der drei Podestplätze war die Enttäuschung über den Super G-Erfolg von Vonn zwei Tage zuvor mit Rebensburg auf zwölf als Bestwert schnell verflogen. Drei Stockerl-Plätze durch drei verschiedene Fahrerinnen gab es zuletzt vor sechs Jahren - ebenfalls in Cortina. «Das war ein schönes Wochenende. Die Tendenz richtung Olympia passt», sagte Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Bis zu olympischem Gold fehlt aber noch ein Stück. «Es wäre aber auch schön mal wieder ein Rennen zu gewinnen.»

Viel Lob gab es für die Entwicklung von Schwungwunder Rebensburg. Nach dem ersten Weltcup-Podest der Laufbahn ließ sich die 20-Jährige vor Glück in den Schnee fallen, hielt die Hände vors Gesicht und ballte jubelnd die Fäuste. Es war einfach alles «cool». «Sie ist super gefahren, aber eigentlich kann sie noch mehr», sagte Riesch über die junge Teamgefährtin, die in Whistler wie Hölzl und Riesch auf Edelmetall schielt. Hölzl hat zudem die Riesenslalom-Kugel im Visier, wo sie vor dem Saisonfinale Mitte März in Garmisch- Partenkirchen führt.

Durch den Riesenslalom konnte Riesch den Rückstand auf Vonn in der Gesamtwertung auf 56 Zähler verkürzen. In der Abfahrt, so scheint es, ist gegen die Amerikanerin dagegen kein Kraut gewachsen. Nach praktisch fehlerfreier Fahrt riss Riesch beim Überqueren der Ziellinie jubelnd die Arme in die Höhe, kurz darauf schaute sie beim Abfahrtsklassiker ratlos drein. «Ich kann definitiv sagen, dass sie heute mit Sicherheit nicht zu schlagen war», räumte Riesch ein. «Es ist einfach frustrierend, wenn es so schwierig ist, Rennen zu gewinnen.»

Vonn zog in der Rangliste der Fahrerinnen mit den meisten Siegen durch Erfolg Nummer 30 mit der Kroatin Janica Kostelic gleich. Nicht einmal mehr drei Wochen vor der Eröffnungsfeier fährt die Mehrfach-Favoritin im Speedbereich weiter in einer eigenen Liga. Als einzige Athletin setzt die Doppel-Weltmeisterin in der Abfahrt auf Männer-Ski - und auch Riesch denkt über Änderungen nach.

«Bis zu Olympia ist noch genug Zeit», beruhigte Trainer Berthold. Der Damen-Chefcoach muss für Vancouver ohne Gina Stechert planen, denn sie verpasste in den Dolomiten die Qualifikation. Für die 18-jährige Lena Dürr endete der Traum von Olympia bitter. Drei Tore vor dem Ende stürzte sie beim Angriff auf das Vancouver-Ticket.

Olympia kann also kommen. Und bei den Damen sind es nicht mehr nur die Weltmeisterinnen Riesch und Hölzl, die auf das Podest fahren können, sondern nun auch Rebensburg. «Ich bin total happy, dass ich das umsetzen konnte und endlich mal auf dem Podest bin. Ich bin überglücklich», sagte die 20-Jährige, der der Hang bei den olympischen Alpin-Wettkämpfen in Whistler liegen dürfte. Dort startet sie auch im Super-G. Zwei Tage zuvor war sie beim Sieg von Vonn in Cortina auf Platz zwölf dort die beste Deutsche. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+