Meine Woche

Pokal-Erfolg macht neugierig auf Werder

Malin Kück (20) ist die Spitzenspielerin des Beckedorfer TC II in der Tennis-Bezirksklasse. Die Auszubildende zur Speditionskauffrau hilft auch ab und zu in der ersten Mannschaft des BTC aus.
19.02.2019, 15:04
Lesedauer: 5 Min
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Von Karsten Hollmann
Pokal-Erfolg macht neugierig auf Werder

Malin Kück hilft auch in der ersten Mannschaft der Beckedorfer aus.

WK

Mittwoch, 13. Februar: Mein Tag fängt früh an, da ich pünktlich um 7.50 Uhr in der Berufsschule sein muss. Die Schule gehört zum Theorieteil meines dualen Studiums, das ich bei Kühne+Nagel absolviere. Meine Woche ist aufgeteilt in Berufsschule, Uni und Arbeiten im Unternehmen. Diese Kombination ermöglicht es mir, nach drei Jahren die Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung sowie nach einem weiteren halben Jahr den Bachelor of Arts in Business Administration abzuschließen. Es fällt mir oft nicht leicht, mich nebenbei noch auf andere Dinge zu konzentrieren, da diese Art von Ausbildung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Trotzdem macht mir die Arbeit Spaß. Auch das Studium gibt mir neben dem normalen Schulstoff sehr viel mit. Mittags kann ich nach Hause fahren, da ich nicht mehr in den Betrieb muss. Die Zeit am Nachmittag nutze ich, um mich auf die bevorstehende Uniklausur am Freitag vorzubereiten. Schweren Herzens muss ich deshalb darauf verzichten, abends zum Tanzstudio Nord in Vegesack zu fahren, um dort Hip-Hop und Ballett zu tanzen, denn Finanzmanagement lässt meinen Kopf ganz schön rauchen.

Donnerstag, 14. Februar: Morgens ärgert mich zunächst der dichte Verkehr auf der A27. Fast jeden Tag fahre ich mit dem Auto in die Stadt, wodurch es sich leider nicht vermeiden lässt, an der Baustelle bei der Lesumbrücke im Stau zu stehen. Ich hoffe, dass bald entschieden wird, was mit der Brücke passiert. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass dieses noch einige Zeit dauert. Endlich auf der Arbeit angekommen, geht es vom Büro aus mit zwei Kollegen direkt weiter in eines unserer Lager in der Überseestadt. Solche „Ausflüge“ finde ich sehr gewinnbringend, da man dadurch auch Einblicke in die Umsetzung unserer Arbeit bekommt und einfach besser zu verstehen lernt, wie beispielsweise die Lagerlogistik in der Praxis funktioniert. Nachdem ich um 17 Uhr Feierabend gemacht habe, geht es für meine Studienkollegen und mich um 17.30 Uhr noch in die Uni, wo wir uns drei weitere Stunden auf Themen der Volkswirtschaftslehre konzentrieren müssen. Unser Dozent macht es heute jedoch relativ spannend. Daher denke ich noch auf dem Nachhauseweg über die Kapital- und Leistungsbilanz Deutschlands nach.

Freitag, 15. Februar: Nachdem ich mich erneut durch den Stau gekämpft habe, geht es im Büro im Customer-Service für den Import von Rohprodukten wie Kaffee, Steine, Papier oder Holz weiter. Während der dreijährigen Ausbildung bei Kühne+Nagel durchläuft man viele verschiedene Abteilungen, da alle sechs Monate ein Wechsel ansteht. Dadurch bekommt man einen guten Überblick über die unterschiedlichen Bereiche einer Spedition und kann sich ein Bild davon machen, in welcher Abteilung man später vielleicht einmal gerne arbeiten möchte. Ich fühle mich an meinem jetzigen Arbeitsplatz sehr wohl, freue mich aber auch schon auf die neuen Herausforderungen in den nächsten Monaten. Am Abend steht noch die Uniklausur in Finanzmanagement an. Trotz Müdigkeit von der vergangenen Woche läuft es zum Glück ganz gut. Ich lasse den Abend mit ein paar Schulfreunden in Schwanewedes Journal ausklingen, wo „Die Hankes“ uns mit ein paar Rocksongs schon Stimmung auf den morgigen Abend machen.

Sonnabend, 16. Februar: Nachdem ich mir von 9 Uhr an sechs Stunden lang eine für meinen Geschmack eher weniger spannende Vorlesung in Unternehmensführung angehört habe, geht es am Nachmittag zum Punktspiel unserer ersten Damen. Ich freue mich sehr, dass ich aushelfen darf. Unsere Gegnerinnen vom TV von 1927 Stadtwerder erwarte ich zusammen mit Megan Bruns, Leonie Hennemann, Verena Henk und Julia Buniek. Drei Einzel können wir für uns entscheiden. Die Doppel müssen wir leider beide abgeben. Besonders spannend ist das Match von Megan, die ihre um eine Leistungsklasse höher eingestufte Gegnerin beeindruckend bezwingt. Somit endet das Spiel mit einem 3:3- Unentschieden. Ebenfalls unentschieden spielt Werder Bremen in der 1. Fußball-Bundesliga bei der Hertha aus Berlin. Eigentlich bin ich nicht so der Fußball-Fan. Aber nachdem ich mir spontan den Achtelfinalsieg der Bremer in Dortmund im DFB-Pokal angeschaut habe, bin ich doch ein wenig neugierig, wie sich die Grün-Weißen nun in der Bundesliga schlagen. Abends fahre ich nach Vegesack ins Kuba, um mit Freunden aus meinem Abiturjahrgang 2016 die Abiparty der KGS Waldschule Schwanewede zu besuchen.

Sonntag, 17. Februar: Nach einer relativ kurzen Nacht sehe ich morgens meine Eltern wieder, die in den frühen Morgenstunden aus dem Skiurlaub wiedergekommen sind. Bei einem gemeinsamen Frühstück bekomme ich einige witzige Geschichten aus Österreich zu hören, bis Verena Kostyra, Janine Arnold, Lisa Niesmann und ich uns auf den Weg zum Punktspiel der zweiten Damenmannschaft machen. Unsere Gegnerinnen vom FTSV Jahn Brinkum kennen wir schon aus der vorherigen Saison. Leistungsmäßig sind wir alle auf einem ähnlichen Level, wodurch die Matches sehr ausgeglichen und spannend sind, da wir uns nichts schenken. Die Einzel entscheiden wir fast alle für uns. Doch erst nach den Doppeln haben wir einen 4:2-Sieg in der Tasche. Ich bin dann doch froh, die letzten Stunden des Wochenendes auf dem Sofa verbringen zu können. Den bevorstehenden Muskelkater von beiden Punktspielen merke ich schon jetzt. Wie so oft schaue ich abends mit meinen Eltern den Tatort im Ersten. Dies ist schon fast eine Familientradition, wobei die Chips natürlich auch nicht fehlen dürfen.

Montag, 18. Februar: Auf der Arbeit ist viel zu tun. Dabei handelt es sich nicht um eine Seltenheit in einer Spedition. Noch immer erschöpft von den beiden vergangenen Tagen fahre ich nach der Arbeit weiter zur Uni. Obwohl die Vorlesung nur 90 Minuten dauert, schaffe ich es nicht rechtzeitig zum Tennistraining der zweiten Damen. Das ist aktuell ein Dauerzustand, was mir so gar nicht gefällt. Aber Uni geht nun einmal leider vor. Mein Studiengang schneidet viele verschiedene Bereiche an, sodass wir heute im Unterricht etwas über das internationale Privatrecht lernen. Auch wenn ich das Thema interessant finde, bin ich froh, mich nicht für das Jurastudium entschieden zu haben. Schließlich sind die ganzen Gesetzestexte gar nicht so einfach zu verstehen.

Dienstag, 19. Februar: Heute stehen Englisch, Rechnungswesen und Speditionslehre auf dem Stundenplan der Berufsschule. Wir beschäftigen uns mit Kostenkalkulationen und Lagerkennzahlen. Thema ist auch die bald anstehende Ausbildungszwischenprüfung im März, bei der wir uns selber auf die Probe stellen können, was uns aus den letzten anderthalb Jahren Berufsschule im Kopf geblieben ist. Nachmittags gönne ich mir eine kleine Verschnaufpause, auch wenn ich weiter an einer Hausarbeit arbeite. Abends gehe ich ins Fitnessstudio. Hier steht „Bodyattack“ an, ein Cardio-Training, das ursprünglich aus Neuseeland stammt. Der Kurs ist zwar total anstrengend, aber Sport allgemein ist für mich eher eine Art Entspannung, da man den Kopf frei bekommt, und nicht über all den Stress nachdenken muss.

André von Lindern, der Kapitän der SG Aumund-Vegesack II aus der Badminton-Verbandsliga, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Info

Zur Person

Malin Kück (20)

ist die Spitzenspielerin des Beckedorfer TC II in der Tennis-Bezirksklasse. Die Auszubildende zur Speditionskauffrau hat zwei ältere Brüder und hilft auch ab und zu in der ersten Mannschaft des BTC aus. Sie spielt bereits seit acht Jahren Tennis in diesem Klub.

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