Werders Frauen besiegen auch den Erstligisten Hoffenheim mit 1:0 – und stehen im Viertelfinale Pokalsensation, nächster Akt

Bremen. 286 Zuschauer entfachen wahrlich keinen Orkan. Doch es ging schon recht laut zu am Mittwochabend auf Platz 11, in der Nachspielzeit des Pokal-Achtelfinales zwischen Werders Frauen und der TSG Hoffenheim.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Freye

Bremen. 286 Zuschauer entfachen wahrlich keinen Orkan. Doch es ging schon recht laut zu am Mittwochabend auf Platz 11, in der Nachspielzeit des Pokal-Achtelfinales zwischen Werders Frauen und der TSG Hoffenheim. Das lag am spontanen Jubel, der auf das Tor des Tages gefolgt war: Giovanna Hoffmann hatte einfach mal abgezogen, aus rund 20 Metern, nahe des linken Strafraumecks. Ein harter Schuss, der direkt unterhalb der Latte des Hoffenheimer Gehäuses einschlug – und den Bremer Fußballerinnen mit einem 1:0 (0:0)-Heimsieg die nächste Pokalsensation sicherte.

Es war ein Erfolg, der so nicht erwartet worden war, und der sich auch lange Zeit nicht abgezeichnet hatte. Die Bremerinnen benötigten schon eine Menge Geduld, gute Nerven und am Ende auch den Willen zum Erfolg. In der ersten Halbzeit hatte sich Werder noch auf zwei Dinge verlassen müssen: Eine ordentliche Defensive sowie, sollte es mit dem Spiel gegen den Ball doch mal nicht klappen, auch das nötige Glück. Denn die Bremerinnen waren doch mit einer ganzen Menge Respekt angetreten und hatten sich deshalb schon früh dem von mehr Tempo gekennzeichneten Offensivspiel der Gäste gegenüber gesehen. Zudem machte sich natürlich bemerkbar, dass der Außenseiter ohne seine Spielführerin angetreten war: Marie-Louise Eta, eigentlich einer der Fixpunkte im Werder-Spiel, fehlte aufgrund einer lange geplanten Auslandsreise.

Also bestimmte die TSG Hoffenheim das Geschehen und besaß ein paar sehr gute Möglichkeiten. Nach einer Viertelstunde scheiterte Tabea Waßmuth aus rund 20 Metern nur an der Querlatte des Bremer Tores, dann wurde sie bei einem Schuss aus sechs Metern in letzter Sekunde gestört (23.) und schließlich blockte Lisa-Marie Scholz einen Schuss von Martina Moser kurz vor der Torlinie (27.). Der Gast hätte nach rund einer halben Stunde also durchaus führen können – und hätte sich ein Tor auch verdient gehabt. Jedenfalls zählte Werders Torfrau Lena Pauels zweifellos zu den meistbeschäftigten Frauen auf Platz 11.

Doch irgendwann im Verlauf des ersten Durchgangs legten die Bremerinnen ihre Zurückhaltung ab, betrieben ihr Offensivspiel mit mehr Konzentration, und so verlagerte sich die Partie etwas in die neutrale Zone. Als Stefanie Antonia Sanders eine Lührßen-Flanke von der linken Seite nur knapp neben das Tor köpfte (39.), lag sogar ein Bremer Treffer in der Luft. Das war im Vergleich zum Rest der ersten Halbzeit mal eine mutige Aktion gewesen – und sie sollte den Bauplan des zweiten Spielabschnitts liefern.

Zwar besaß Hoffenheims Nicole Billa gleich nach dem Wechsel eine gute Chance, als ihr Kopfball noch die Latte des Werder-Tores streifte (46.). Doch insgesamt gestaltete der Gastgeber den zweiten Spielabschnitt deutlich ausgeglichener. Genauer: Die nun offene Partie wurde geprägt von ganz unterschiedlichen Phasen. Erst kam wieder Hoffenheim, das fast durch Martina Moser getroffen hätte – ihr 14-Meter-Schuss wurde durch Cindy König von der Linie geschlagen (56.). Dann war Werder dran, legte den Respekt vor dem Erstligisten nun immer mehr ab. Eine Viertelstunde vor dem Ende schien sich der couragierte Auftritt bereits auszuzahlen: Sanders schoss aus spitzem Winkel ans Lattenkreuz, Lührßen brachte den Abpraller aus kurzer Distanz aber nicht im leeren Tor unter (75.).

Sie hätten sich wohl noch tagelang geärgert über diese Szene – wäre Giovanna Hoffmann nicht doch noch erfolgreich gewesen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+