Langwedel Potenzial für die Spitzengruppe

Mehr als ein Jahr ist es mittlerweile her, da wusste bei der SG Achim/Baden niemand so richtig, wohin die Reise in der Oberliga Nordsee gehen würde. Die Handballer von der Weser mussten den bitteren aber verdienten Abstieg aus der 3.
06.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Potenzial für die Spitzengruppe
Von Florian Cordes

Mehr als ein Jahr ist es mittlerweile her, da wusste bei der SG Achim/Baden niemand so richtig, wohin die Reise in der Oberliga Nordsee gehen würde. Die Handballer von der Weser mussten den bitteren aber verdienten Abstieg aus der 3. Liga verdauen. Dem Gang in die Oberliga folgte ein Aderlass. Ein Neuanfang musste her, mit Trainer Steffen Aevermann an der Spitze. Nach einer zunächst durchwachsenen Saison wurden die Achimer vor allem gegen Ende der Spielzeit immer stärker. Es zeigte sich, dass Aevermanns Konzept fruchtete. Auf Platz acht beendete die SG die Spielzeit. Der Kontakt zu den Top-Fünf war vorhanden.

Mit Blick auf seine Premieren-Saison ärgert sich Aevermann noch immer ein wenig, dass sie nicht ein wenig länger ging. „Wären es noch drei Spiele mehr gewesen, hätten wir den ein oder anderen Kontrahenten wohl noch abgefangen“, sagt der Coach. Doch die Konzentration gilt jetzt der Zukunft, sich auf den Erfolgen aus dem Endspurt der Vorsaison auszuruhen, wäre ohnehin fatal. Bei der SG Achim/Baden hofft man auch in diesem Jahr darauf, dass man sich einen Platz in der Spitzengruppe ergattern kann. Und die Hoffnung scheint berechtigt. Denn in diesem Sommer erlebte man beim früheren Zweitligisten keinen erneuten Umbruch.

Lediglich ein Spieler musste aus beruflichen Gründen der Aevermann-Sieben den Rücken kehren: Torhüter Mirco Thalmann. Als Ersatz wurde Tim Fieritz geholt. Darüber hinaus ist es dem Sportlichen Leiter Cord Katz gelungen, Linksaußen Michele Zysk und den Rückraumspieler Florian Pröhl an die Weser zu locken. Vierter Neuzugang ist Jannis Jacobsen. Der Linkshänder wurde aus der eigenen Reserve ins Oberliga-Team befördert. Des Weiteren sollen die jungen Spieler aus dem Perspektivkader hin und wieder ihre Chance im Aevermann-Team erhalten. „In diesem Jahr hatten wir natürlich weniger Integrationsprobleme“, meint der SG-Coach. Im Grunde habe es sie überhaupt nicht gegeben. Das sei bei einer handvoll Neuzugänge aber auch kein Wunder, sagt Steffen Aevermann. Die SG Achim/Baden geht somit mit einer eingespielten Mannschaft in die Serie. „Zudem ist bei uns in dem einen Jahr auch ein echtes Gerüst gewachsen“, sagt Aevermann.

Eine kleine Parallele zum Vorjahr gibt es dann aber doch. Wohin die Reise geht, scheint auch in diesem Jahr völlig offen zu sein. Zwar gibt Aevermann als vorsichtiges Saisonziel aus, in die Spitzengruppe vorzustoßen. Doch genauso weiß der Trainer, dass es in der Oberliga Nordsee in dieser Saison schnell nach unten und in den Abstiegskampf gehen kann. „Die Konstellation ist in diesem Jahr eine komplett andere“, hat Aevermann beobachtet. „Es gibt in dieser Saison keine Übermannschaft wie den SV Beckdorf in der vergangenen.“ Gleichzeitig sei zurzeit auch keine Mannschaft zu sehen, die von vornherein als klarer Abstiegskandidat gilt. In der Spielzeit 2015/2016 hatte die SG Neuenhaus/Uelsen diese Rolle übernommen – mit Abstrichen auch der SVGO Bremen.

Trotzdem bleibt Aevermann optimistisch: „Wir können oben mitmischen. Vorne erwarte ich Habenhausen und Edewecht. Barnstorf muss man auch immer auf der Rechnung haben. Dahinter wollen wir uns dann aber einreihen.“ Sein Optimismus ist auch verständlich. Denn nicht nur in der Breite ist die SG Achim/Baden künftig besser aufgestellt. Florian Pröhl habe in der Vorbereitung gezeigt, dass er ein Mann für die einfachen Tore ist. Solch ein Typ fehlte bislang im Kader. „Er hat beim HSV Hamburg sehr viel gelernt“, sagt Aevermann. Und auch Michele Zysk habe viel Potenzial. „Wobei es bei ihm jetzt darum geht, ihn an das höhere Niveau zu gewöhnen. Er ist aber ein echter Instinkt-Handballer“, sagt der SG-Trainer. Von der Verpflichtung Zysks könne auch sein Konkurrent auf Linksaußen, Kevin Podien, profitieren. Er war zuletzt quasi der Alleinunterhalter auf dem linken Flügel.

Potenzial ist im SG-Kader genug vorhanden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Stellt das Aevermann-Ensemble nun noch die Schwankungen ab, die es im Vorjahr zuhauf gab, kann es durchaus an den erfolgreichen Saisonausklang aus dem vergangenen Mai anknüpfen.

DER KADER
Zugänge: Tim Fieritz (SV Beckdorf II), Michele Zysk (TSV Morsum), Florian Pröhl (HSV Hamburg II), Jannis Jacobsen (eigene zweite Mannschaft) Abgang: Mirco Thalmann (Beruf) Restkader: Arne von Seelen – Dennis Summa, Marvin Pfeiffer, Florian Block-Osmers, Sebastian Pröhl, Jan Mühlbrandt, Steffen Fastenau, Fabian Balke, Sören Meier, Arne Zschorlich, Jakob Winkelmann, Kevin Podien Trainer: Steffen Aevermann (seit 2015) Co-Trainer: Thorben Schmidt (neu) Sportlicher Leiter: Cord Katz Masseur: Werner Kihsing Physiotherapeutin: Alina Küsel Saisonziel: Platz in den Top-Fünf Favoriten: VfL Edewecht, ATSV Habenhausen, HSG Barnstorf/Diepholz FCO
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