Die ATSV-Fußballer sind in die Bezirksliga abgestiegen – und müssen erst mal zusehen, dass sie dort vom Tabellenende wegkommen

Prinzip Hoffnung in Sebaldsbrück

Bremen. Es ist erst ein paar Wochen her. Da hatte sich die Wende angedeutet.
20.10.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Es ist erst ein paar Wochen her. Da hatte sich die Wende angedeutet. Am 25. September gelang den Kickern des ATSV Sebaldsbrück beim 1:0 gegen den FC Huchting der erste Saisonsieg in der Bezirksliga. Vorbei schien die Zeit der Niederlagen. Endlich wirkte das Team wie ein Anwärter auf einen der vorderen Plätze. „Da haben wir gedacht, das gibt uns einen Schub”, sagt Trainer Issam Jaaibi.

Aber der Schein trog. Dem ersten Sieg folgen weitere Niederlagen, gegen den TSC Geestemünde II (2:3) und zuletzt auch gegen den GSV Hippokrates (1:4). Es bleibt also dabei: Die Sebaldsbrücker belegen mit nur fünf Punkten aus zehn Spielen einen Abstiegsplatz. Das ist deutlich weniger, als man vom Landesliga-Absteiger erwartet hatte. „Die Erwartungen sind natürlich hoch, wenn man gerade abgestiegen ist”, bestätigt Cengiz Cakir. Der langjährige Trainer zog sich zuletzt aus gesundheitlichen Gründen zurück und ist nun eine Art Sportdirektor beim ATSV Sebaldsbrück.

Cakir weiß, worum es angesichts der prekären Situation jetzt geht: „Wir müssen jetzt angreifen, damit wir nicht durchgereicht werden.” Aber der Sportdirektor hat auch eine gute Erklärung für den Misserfolg der vergangenen Wochen. „Wir haben viele neue Spieler, darunter etliche aus der A-Jugend, dass es Probleme geben würde, war allen klar”, betont der Sebaldsbrücker Macher. Der Trainer sieht es ähnlich. „Nach dem Umbruch benötigen wir Zeit und Geduld”, sagt Issam Jaaibi. Er hat dabei aber ein eher seltenes Phänomen ausgemacht: Dem ATSV Sebaldsbrück fehlt es seiner Ansicht nämlich nicht an der spielerischen Klasse.

„Wir haben die Qualität und spielen auch keinen schlechten Fußball”, sagt Jaaibi. Die Mannschaft habe sich dagegen in läuferischer und kämpferischer Hinsicht noch nicht dem Niveau der neuen Spielklasse angepasst. „Aber genau diese zwei Dinge brauchst du in der Bezirksliga”, ist der ATSV-Trainer überzeugt. Er musste ebenfalls feststellen, dass seine Elf viel zu wenig aus den eigenen Torchancen macht – mit fatalen Folgen. „Dann kassieren wir einen Treffer, und die Köpfe gehen runter”, so der Trainer. Zudem seien die vergangenen Wochen von diversen Umstellungen geprägt gewesen.

Mal hatten ein paar Spieler urlaubsbedingt gefehlt, dann gab es Ausfälle infolge von Verletzungen. „Damit kämpfen wir auch”, klagt Jaaibi. Doch ohne Hoffnung sind sie nicht in Sebaldsbrück. Schließlich waren die meisten Partien eher knapp verloren gegangen. Lediglich bei der 0:4-Niederlage gegen Tura Bremen und beim 1:5 gegen den TSV Farge Rekum sah Issam Jaaibi sein Team deutlich unterlegen. „Da hatten wir wirklich keine Chance”, gesteht sich Jaaibi ein.

Darüber hinaus macht man sich in Sebaldsbrück bereits jetzt Gedanken über den ein oder anderen Zugang in der Winterpause. So wünscht sich Jaaibi aus naheliegenden Gründen „einen Knipser” im Angriff, und wie es derzeit aussieht, wird der Trainer auch einen bekommen. „Zur Halbserie werden wir fünf, sechs Neue haben, darunter gestandene Landesligaspieler”, kündigt Cengiz Cakir bereits an. Er habe schließlich gute Kontakte, die er nun gewinnbringend einsetzen werde.

So gesehen ist die Wende also nach wie vor möglich, kann der zweite Abstieg in Folge noch immer verhindert werden. Allerdings wird es wohl doch etwas länger dauern, als eigentlich gedacht.

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