Lauftraining im Bürgerpark Projekt „Bremen läuft 10“

Im Projekt „Bremen läuft 10“ der Stiftung Bremer Herzen, arbeiten Bremerinnen und Bremer an ihrer Form.
21.09.2018, 23:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Liane Janz

Die Orientierungsphase ist vorbei, die Teilnehmer haben ihre Gruppen gefunden – zumindest vorerst. Es könne immer mal sein, dass jemand doch noch die Gruppe wechselt, weil er andere Fortschritte macht als seine Mitstreiter, sagt Patrick Pavel. Er trainiert die Gruppe H im Projekt „Bremen läuft 10“ der Stiftung Bremer Herzen. Mit ihm und weiteren rund zehn Frauen und Männer arbeitet Karina Sempf an ihrer Form.

„Die Gruppe ist toll“, sagt Sempf über ihre Mitläufer. Neben neuen Kontakten hat sie in dieser Gruppe auch alte Bekannte wiedergetroffen. In den beiden Trainingseinheiten pro Woche drehen sie in Intervallen ihren Runden durch den Bürgerpark. Angefangen haben sie mit wechselweise jeweils fünf Minuten gehen und laufen. Inzwischen haben sich die Teilnehmer gesteigert, sie gehen vier Minuten und laufen sechs Minuten. Das große Ziel ist es, Ende Oktober die zehn Kilometer durch­laufen zu können.

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Karina Sempf sei eine Ausnahme im Training, sagt Patrick Pavel. Neben dem Wunsch, die persönliche Fitness zu steigern, will Sempf nebenbei auch ein paar Kilogramm abnehmen. Normalerweise, so der Trainer, hätte es umgekehrt laufen müssen. Es sei orthopädisch bedenklich, wenn Menschen mit hohem Gewicht joggen. Durch die Erschütterungen der Körpermasse bei jedem einzelnen Laufschritt können Bänder, Sehnen und Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. „Die Empfehlung ist deshalb, erst in einer Walking-Gruppe in den Sport einzusteigen“, sagt Patrick Pavel. Karina Sempf sei ein Sonderfall, weil sie durch jahrzehntelanges, teils recht intensives Handballtraining immer noch recht fit sei. Sie könne gut mithalten und sei hoch motiviert, so Pavel. Deshalb passe Karina Sempf gut in die Gruppe.

Teilnehmer wollen mehr

Die Stiftung Bremer Herzen hat für die zehn Wochen, die das Projekt andauert, Trainingspläne herausgegeben – einen für Ungeübte, einen für Fortgeschrittene. Den Plan habe er zunächst auch genutzt, weil er eine sehr gute Grundlage bildet. Inzwischen sei er aber davon abgewichen, denn seine Gruppe will mehr, erzählt Patrick Pavel, der normalerweise beim Bremer Landessportbund als Referent für das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ arbeitet. Generell sei es für Wiedereinsteiger, die länger keinen Sport gemacht haben, wichtig, ein paar Sachen zu beachten.

„An erster Stelle wird ein medizinischer Check-up empfohlen“, so der Lauftrainer. Das machen zum Beispiel Hausärzte. Dann sei ein sanfter Einstieg empfehlenswert. Das kann Walking oder auch Aqua-Jogging sein. Der Trainer empfiehlt außerdem, sich Gruppen anzuschließen, in denen ein Trainer auch mal Tipps geben kann. „Ich bin am Anfang oft hinter den Leuten meiner Gruppe hergelaufen“, sagt er. So habe er sich die Laufstile anschauen und Ratschläge geben können.

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Und gegebenenfalls sorgt er auch dafür, dass die Gruppenmitglieder nicht zu schnell loslaufen, das sei ein typischer Fehler – eigentlich. Beim Laufprojekt der Stiftung hatte er diesbezüglich nicht allzu viel zu korrigieren. „Meine Gruppe geht es schon vorsichtig an“, sagt er. Neben mündlichen Tipps setzt der Coach auch auf haptische Erfahrungen. Barfuß im Sand am Unisee erspürt jeder einzelne Teilnehmer seine Fußwölbung und was unterschiedliche Belastungen damit machen.

Typische Fehler seien zudem, dass Läufer vor dem Training nicht genug trinken und nicht auf ihren Körper hören würden. „Eigentlich gehört es zu jedem Training, die Leute abzufragen, wie sie drauf sind“, so der Coach. Je nach Tagesform sei es gesünder, auch mal vom Trainingsplan abzuweichen. Und Gesundheit steht bei dem Projekt im Vordergrund: Durch den Sport senken die Projektteilnehmer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sich dabei an Gelenken, Bändern oder Sehnen zu verletzen, ist nicht Sinn der Sache.

Weitere Informationen

In regelmäßigen Abständen berichtet der Weser-Kurier über Karina Sempf, ihr Training und ihre Fortschritte bis zum großen Abschlusstag von „Bremen läuft 10“ am 28. Oktober. Mehr zu dem Projekt auf www.bremer-herzen.de.

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