Kommentar über den DHB-Trainer

Prokop hat sich verzockt

Es sind nicht allein die dürftigen Auftritte, die die Zweifel an Christian Prokop nähren. Viel schwerer wiegt die Unruhe, die er vor dem Turnier ohne Not ins DHB-Team gebracht hat, kommentiert Oliver Matiszick.
25.01.2018, 15:50
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Prokop hat sich verzockt
Von Oliver Matiszick

Die Handball-EM in Kroatien, sie galt als Zwischenprüfung für Bundestrainer Christian Prokop. Nach zehn Monaten im Amt sein erstes großes Turnier, Schritt eins auf dem Weg zu noch größeren Aufgaben: einer Medaille bei der Heim-WM 2019 und Olympia-Gold 2020. Beide Ziele hat der Deutsche Handballbund unmissverständlich formuliert – doch nun darf bezweifelt werden, ob sie mit Prokop erreichbar sind. Er ist durch die Zwischenprüfung gerasselt.

Doch es sind ja nicht allein die sportlich dürftigen EM-Auftritte, die die Zweifel an Prokop nähren. Viel schwerer wiegt die Unruhe, die er vor dem Turnier ins DHB-Team gebracht hat – ohne Not. Mit seiner gewagten Kadernominierung und einem neuen Abwehrkonzept wollte er eigene Duftmarken setzen. Und hat sich dabei verzockt. Beide Entscheidungen musste Prokop im Turnierverlauf revidieren – zu spät. Es blieb die Verunsicherung einer Mannschaft, die ganz offenkundig mit den Ideen ihres Trainers fremdelte.

Dennoch hat Prokop, erst 39 Jahre alt, die Chance verdient, all das wieder ins Lot zu bringen. Bei der WM 2019 in Deutschland kann er seine missratene Zwischenprüfung vergessen machen. Aber: Er muss es auch.

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