Handballer von Jahn Brinkum präsentieren sich in Haren als funktionierende Einheit und werden belohnt – 26:26 Punktgewinn als Bestätigung

Sven Engelmann kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Selten zuvor hatte der Trainer des FTSV Jahn Brinkum seine Mannschaft derart gelobt, wie jetzt nach dem 26:26 (12:13) beim TuS Haren. Es war vor allem ein Punktgewinn für die Moral der Gäste und eine Bestätigung, dass sie selbst personellen Extremsituationen trotzen können – wenn sie denn als Team zusammenrücken und auf dem Feld eine Einheit bilden. Dass die Brinkumer in der Handball-Verbandsliga Nordsee trotzdem Drittletzter bleiben, trübte die Freude und Zuversicht Engelmanns kein bisschen. Er sah seine taktischen Vorgaben fast eins zu eins umgesetzt.
26.01.2015, 00:00
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Punktgewinn als Bestätigung
Von Jens Hoffmann

Sven Engelmann kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Selten zuvor hatte der Trainer des FTSV Jahn Brinkum seine Mannschaft derart gelobt, wie jetzt nach dem 26:26 (12:13) beim TuS Haren. Es war vor allem ein Punktgewinn für die Moral der Gäste und eine Bestätigung, dass sie selbst personellen Extremsituationen trotzen können – wenn sie denn als Team zusammenrücken und auf dem Feld eine Einheit bilden. Dass die Brinkumer in der Handball-Verbandsliga Nordsee trotzdem Drittletzter bleiben, trübte die Freude und Zuversicht Engelmanns kein bisschen. Er sah seine taktischen Vorgaben fast eins zu eins umgesetzt.

Was tut man nicht alles, wenn die Not besonders groß ist? Beim Handball-Verbandsligisten FTSV Jahn Brinkum wurde der personelle Engpass jedenfalls mit einer gehörigen Portion Improvisationstalent und noch mehr Engagement beantwortet. Heraus kam ein 26:26 beim TuS Haren, immerhin Tabellenfünfter der Handball-Verbandsliga Nordsee. Von einem Punktgewinn bei den Emsländern konnte man im Vorhinein nicht unbedingt ausgehen. Zu groß schienen die Fragezeichen auf FTSV-Seite zu sein.

Und die wurden bis zum Anpfiff nicht unbedingt kleiner. So fiel neben dem angestammten Tim Kieselhorst auch noch der nicht minder wichtige Torben Schierenbeck aus. Im Tor musste Coach Engelmann auf die Abwehrkünste eines Olaf Sawicki vertrauen, wenngleich dieser, geplagt von Sprunggelenksbeschwerden, angeschlagen in die Partie ging. Dennoch hielt Sawicki 60 Minuten lang durch. Nur bei einigen Siebenmetern wurde er von Aschkan Sadeghi vertreten.

Sadeghi, der Siebenmeter-Killer

Sadeghi? Da war doch was. Richtig: Der Jahn-Keeper erholt sich gerade von einem doppelten Bänderriss, was ihn allerdings nicht daran hinderte, sich in Haren eine Fußschiene umzuschnallen und damit erstaunliche drei Strafwürde zu parieren. Die restliche Zeit feuerte er seine Kollegen von der Bank aus vehement an. Immer wieder. So, wie alle anderen auch. „Das war absolut klasse, wie wir uns gegenseitig unterstützt haben“, lobte Sven Engelmann sein Personal. Dieses enge Zusammenrücken war aber auch notwendig, weil nach 20 Minuten ein weiterer Jahn-Akteur aufgeben musste. Carsten von der Heyde hatte sich einen Muskelfaserriss eingehandelt und vergrößerte damit das Gäste-Lazarett. Doch jetzt stieg die Moral in dem Maße, wie die personellen Möglichkeiten abnahmen. Bei den Gästen begann die Phase der geschickten Rollenverteilungen. Für von der Heyde rückte Meik Schäfer auf die linke Rückraumposition, während Schäfer am Kreis wahlweise von Stefan Schröder oder Christoph Schneider vertreten wurde. „Christoph hat das mal in der Jugend gespielt“, bemerkte Sven Engelmann dazu, „und Stefan kennt es aus seiner Zeit in Habenhausen.“ Bei beiden war es jedenfalls schon etliche Jahre her. Merkte man das? Nein. Auch Meik Schäfer agierte auf ungewohntem Terrain äußerst zuverlässig, traf bis zum Schluss satte 13 Mal und bewies vom Siebenmeterpunkt traumwandlerische Sicherheit.

Der Trainer registrierte dies alles mit Begeisterung: „Keiner hat gemeckert, keiner fiel leistungsmäßig ab. Die Spieler setzten das um, was ich von ihnen gefordert hatte.“ Die Harener wiederum wirkten gefällig in ihren Aktion, sie spielten einen soliden Handball, der jedoch wenig Überraschungsmomente bot. So verlief bereits die erste Halbzeit ziemlich ausgeglichen, sieht man einmal von dem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Vorsprung der Gastgeber ab (11:7), den die Brinkumer aber rasch korrigierten.

Nach der Pause wechselten sich beide Kontrahenten mit der Führung zuverlässig ab, meistens stand es aber unentschieden. 13:13, 15:15, 16:16, 18:18, später 24:24. Dann setzten die äußerst disziplinierten Gäste, die kämpferisch und spielerisch überzeugten, zu einem furiosen Schlussspurt an, der ihnen anderthalb Minuten vor Schluss eine 26:24-Führung bescherte. Es fiel sogar noch der 27. Treffer, dem das Schiedsrichter-Gespann jedoch die Anerkennung verweigerte. Auf der anderen Seite schlugen die Harener noch zwei Mal zu und retteten damit das Remis.

Für Brinkum waren also locker drei anstelle des einen Zählers möglich. Aber das war etwas, was Sven Engelmann am Ende nicht weiter thematisieren wollte – weil es von der starken Vorstellung seiner Mannen womöglich abgelenkt hätte. Denn die soll als Basis für die kommenden Aufgaben dienen. Es beginnen nämlich die Wochen der Heimspiele für den FTSV, in denen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt geholt werden sollen. Ein Anfang ist bereits gemacht: auswärts beim TuS Haren.

FTSV Jahn Brinkum: Sawicki, Sadeghi –

Bhola (3), Troyke, Schneider (3/1), Schäfer (13/10), Schröder (2), von der Heyde (1), Beckmann (2), Peters (1), Gums (1).

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