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Radsport: Dopingprozess im Fall Valverde beginnt

Lausanne. Der erste von zwei Doping-Prozessen im Fall Alejandro Valverde hat mit einem Befangenheitsantrag begonnen. Der spanische Radprofi lehnte den als Richter des Internationalen Sportgerichtshof CAS eingesetzten Wiesbadener Anwalt Ulrich Haas ab.
12.01.2010, 15:58
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Radsport: Dopingprozess im Fall Valverde beginnt

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dpa

Lausanne. Der erste von zwei Doping-Prozessen im Fall Alejandro Valverde hat mit einem Befangenheitsantrag begonnen. Der spanische Radprofi lehnte den als Richter des Internationalen Sportgerichtshof CAS eingesetzten Wiesbadener Anwalt Ulrich Haas ab.

Valverde rief das Schweizer Bundesgericht an, weil er dem auch in der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA beschäftigten Haas einen Interessen-Konflikt unterstellt. Der 29-Jährige zweifelt in dem CAS-Verfahren die Zuständigkeit des Italienischen Olympischen Komitees CONI an, das ihn am 11. Mai 2009 wegen nachgewiesener Zusammenarbeit mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes für zwei Jahre für Rennen in Italien gesperrt hat.

Das dreiköpfige Richter-Gremium um Haas veranschlagte in Lausanne drei Tage für die Verhandlung. Ein Urteil wird wahrscheinlich erst in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. «Die Anrufung des Bundesgerichts beeinflusst nicht die Fortführung der CAS- Verhandlung», erklärte CAS-Sprecher Matthieu Reeb.

Im März soll der zweite Prozess folgen. Dort sind der Weltverband UCI und die WADA die Kläger gegen den spanischen Radsportverband, der sich weigerte, gegen Valverde vorzugehen. WADA und UCI wollen eine weltweite Sperre. Der Caisse d'Epargne-Profi, der die diesjährige Spanien-Rundfahrt gewann, fühlt sich unschuldig und spricht von einer «großen Ungerechtigkeit». Valverde plant munter seine Saison 2010 und peilt die Tour de France, um die er 2009 einen Bogen machen musste, weil sie teilweise durch Italien führte, als Höhepunkt an.

Das CONI hatte die Tour 2008 genutzt, um Valverde bei einem Italien-Abstecher am 21. Juli zu einem Bluttest zu bitten. Dieses Blut wurde mit dem Depot bei Fuentes verglichen und Übereinstimmung nachgewiesen. Die Blutbeutel mit dem Pseudonym «Valv.Piti» konnten so zweifelsfrei Valverde zugewiesen werden. Ähnlich war zuvor das Bundeskriminalamt mit einer DNA-Analyse von Jan Ullrich vorgegangen, dem auch illegale Kooperation mit Fuentes nachgewiesen worden war. Ullrich hat - wie Valverde - Doping stets bestritten.

Valverde wird nicht vor dem CAS in Lausanne erscheinen, weil er sich zurzeit in Australien auf die Tour Down Under vorbereitet. Die Anhörung der Parteien soll nach CAS-Angaben am 14. Januar beendet sein. (dpa)

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