Handball-Drittligist SG Achim/Baden will die Trendwende, doch es droht ein dickes Jahres-Ende Reaktion statt Resignation

Von ihren vergangenen acht Spielen hat die SG Achim/Baden nur eines gewonnen. Die Hoffnungen auf eine Trendwende ausgerechnet beim starken SV Henstedt-Ulzburg sind daher ziemlich gedämpft. "Wir wollen die ein wenig ärgern, aber mehr wird wohl nicht drin sein", gibt Irek Faciejew, Trainer der Drittliga-Handballer aus dem Kreis Verden, zu. Anwurf ist heute um 18 Uhr im Schulzentrum Maurepass.
03.12.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Von ihren vergangenen acht Spielen hat die SG Achim/Baden nur eines gewonnen. Die Hoffnungen auf eine Trendwende ausgerechnet beim starken SV Henstedt-Ulzburg sind daher ziemlich gedämpft. "Wir wollen die ein wenig ärgern, aber mehr wird wohl nicht drin sein", gibt Irek Faciejew, Trainer der Drittliga-Handballer aus dem Kreis Verden, zu. Anwurf ist heute um 18 Uhr im Schulzentrum Maurepass.

Achim. Die gute Nachricht für die SG Achim/Baden vor der beschwerlichen Fahrt zum Tabellenfünften nach Schleswig-Holstein: Die Langzeitausfälle Kim Pansing (Knieoperation) und Malvin Patzack (bis ins neue Jahr auf Auslandsreise) einmal beiseite gelassen, ist diesmal der Kader komplett. Hinter den Achimern liegt eine zweiwöchige Pause, die dazu genutzt werden konnte, um alle Verletzungen auszukurieren.

Faciejew fand die Pause auch aus einem anderen Grund hilfreich. Er fürchtet nicht etwa, dass seine Mannschaft aus dem Rhythmus gebracht sein könnte, sondern glaubt an eine auch aus psychologischer Sicht heilsame Wirkung der Auszeit. "Es war wichtig, dass wir nach den Niederlagen gegen den VfL Fredenbeck und den SV Beckdorf den Kopf frei bekommen, einmal nicht an Handball gedacht haben. Vielleicht führt das dazu, dass wir jetzt eine kleine Auferstehung hinbekommen."

Auf Platz 13 abgerutscht

Die Situation ist freilich in den vergangenen zwei Wochen nicht besser geworden für den aus der Oberliga Nordsee aufgestiegenen Ex-Zweitligisten. Durch seinen 32:25-Erfolg im Mecklenburg-Vorpommern-Duell mit dem HSV Insel Usedom ist nämlich am vergangenen Sonnabend auch der Stralsunder HV noch an den Achimern vorbegezogen, die inzwischen auf Tabellenplatz 13 abgesackt sind. Der Abstiegskampf wird immer erbitterter. Auch der schon ziemlich abgeschlagene SV Brandenburg-West scheint sich nun noch einmal aufzubäumen. Mit dem 32:32 gegen den SV Beckdorf feierte er seinen ersten Punktgewinn überhaupt.

Achim hat sich letzten Endes vor allem durch teilweise schwache Leistungen in den letzten beiden Spielen in eine fatale Lage gebracht. Faciejew: "Von den Derbys gegen Beckdorf und Fredenbeck wollten wir zumindest eines gewinnen." Doch es gelang nicht, weil die Mannschaft jeweils nur 25 Treffer produzierte, aber über 30 kassierte. "Wir dürfen uns nicht so viele Fehler erlauben, wie wir das vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Beckdorf getan haben", sagt Faciejew. Vor allem gegen Henstedt-Ulzburg kommt es darauf an, die Anzahl der Ballverluste niedrig zu halten. Die Mannschaft hat aus ihren letzten sechs Spielen 11:1 Punkte geholt und ist für ihr schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff gefürchtet. "Das ist eine junge Mannschaft, die aber zugleich schon sehr eingespielt ist. Wir dürfen sie daher nicht ins Rollen kommen lassen", warnt Faciejew, der mehrere Videoaufzeichnungen von Spielen des SVHU gesehen hat. Von den drei noch ausstehenden Achimer Spielen bis zur Weihnachtspause

ist das heutige wohl das schwerste. Aber die beiden anderen Aufgaben sind auch nicht gerade leicht: Erst kommt der alte Zweitliga-Rivale TSV Altenholz, der gerade Spitzenreiter HF Springe geschlagen hat, nach Achim, dann muss der Neuling erneut in den hohen Norden Deutschlands reisen, um sich mit dem aktuell zwei Punkte zurückliegenden Tabellenvorletzten DHK Flensborg zu messen. Und in der Rückrunde wird's zunächst nicht einfacher. Erst kommt Tabellenführer Springe, dann muss Achim/Baden beim Schlusslicht SV Brandenburg-West bestehen.

Was die SG jetzt aber nicht braucht, ist Resignation, sondern vielmehr eine Reaktion, die eigentlich nur von der Abwehr erfolgen und von dort aus zu einer Stabilisierung des Angriffsspiels führen kann.

SVHU-Trainer Tobias Skerka hat angekündigt, dass seine Mannschaft bis Weihnachten kein Spiel mehr verlieren wolle. "An der Tabellenspitze spielen Tarp und Springe um den Aufstieg. Wir haben den Saisonstart verpatzt und müssen jetzt erst einmal kleinere Brötchen backen. Aber wenn die da oben schwächeln, werden wir zur Stelle sein." Heute muss er auf seine beiden Rückraumakteure Florian Bitterlich (OP nach Daumenbruch) und Till Krügel (Virusinfektion) verzichten.

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